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Glück

Glück ist ein Rindvieh und gleich zu gleich gesellt sich gern. So heißt es doch immer, diesen Spruch kennt jeder. Glück. Was ist Glück? Die ARD hat daraus eine Themenwoche gemacht. Ist Glück allumfassend, erfassbar, greifbar, ergreifend, erlernbar? Wann erlebt Mensch Glück, oder Situationen, die Glück bedeuten. Nein, ich habe bislang keine dieser Glückssendungen  gesehen. Ich glaube heute kommt auch wieder eine, aber die ist mit einem Schauspieler belegt, der in einer Show getwittert hat und somit den Zuschauern gezeigt hat, dass sie ihm egal sind. Sind wir konsequent und gucken nicht. Dennoch, die Frage was Glück ist, die bewegt mich durchaus mein Leben lang. Wie erfassen wir Glück? Über den Moment, über einen Zeitraum oder ein Leben? Kann man Glück zwingen, es dadurch verlieren. Kann man Glück suchen und wenn, kann man es finden, oder findet das Glück den, der es verdient hat.

Ich war zuerst bei Wikipedias, habe geguckt was man dort dazu sagt:

„Als Erfüllung menschlichen Wünschens und Strebens ist Glück ein sehr vielschichtiger Begriff, der Empfindungen vom momentanen Glücksgefühl bis zu anhaltender Glückseligkeit einschließt, der uns aber auch als ein äußeres Geschehen begegnen kann, z. B. als glücklicher Zufall oder als eine zu Lebensglück verhelfende Schicksalswende.“

Hmmm im Grunde ist Glück etwas, das wir nur passiv erleben, weil der Moment des Glücksgefühls immer durch irgendetwas ausgelöst werden muss: Durch den Sonnenstrahl, durch das Lächeln eines entgegenkommenden Menschen, durch Liebe, durch Zuneigung, durch materielle Zuwendungungen. Ergo kannste manchen was du willst, du wirst es nicht erzwingen können. In der Unabhängigkeitsverfassung der USA ist Glück aufgenommen, Wikipedia schreibt dazu:

„Das Streben nach Glück hat als originäres individuelles Freiheitsrecht Eingang gefunden in das Gründungsdokument der ersten neuzeitlichen Demokratie, in die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten. Dort wird es als Pursuit of Happiness bezeichnet. Die Förderung individuellen menschlichen Glücksstrebens ist heute Gegenstand spezifischer Forschung und Beratung unter neurobiologischen, medizinischen, soziologischen, philosophischen und psychotherapeutischen Gesichtspunkten.“

Glück ist also ein wichtiges Gut, ein Stück Freiheit der Menschen. Kann der Wunsch nach Glück, der Wille es zu haben durch irgendetwas gebrochen werden? Durch Hoffnungslosigkeit zum Beispiel. Hoffnungslosigkeit, die verhindert, dass man daran denkt, dass auch etwas wieder gut werden kann? Menschen, die in Lagern eingesperrt sind, diese „Umerziehungslager“, von denen es immer noch viel zu viele gibt, ersticken die jeden Keim von Glücksgefühl im Menschen, oder sind es umgekehrt die winzigen Momente des Glücks, die den Menschen dort am Leben hält  und ihm die Hoffnung auf ein Ende gibt?

Sprachlich betrachtet entstand das Wort „Glück“, nach Wikipedia, so:

„Das Wort „Glück“ kommt von mittelniederdeutsch gelucke (ab 12. Jahrhundert) bzw. mittelhochdeutsch gelücke. Es bedeutete „Art, wie etwas endet/gut ausgeht“. Glück war demnach der günstige Ausgang eines Ereignisses. Voraussetzung für den „Beglückten“ waren weder ein bestimmtes Talent noch auch nur eigenes Zutun. Dagegen behauptet der Volksmund eine mindestens anteilige Verantwortung des Einzelnen für die Erlangung von Lebensglück in dem Ausspruch: „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Die Fähigkeit zum Glücklichsein hängt in diesem Sinne außer von äußeren Umständen auch von individuellen Einstellungen und von der Selbstbejahung in einer gegebenen Situation ab.“

Glück kommt also irgendwie von gelingen. Aber gelingen kann auf zweierlei Art passieren, nämlich aktiv und passiv. Aber wenn man aktiv an etwas arbeitet, ist es dann Glück, wenn man es zum Ende bringt? Oder ist das wiederum agieren, tun, machen und am Ende des Tuns steht dann dieses unglaubliche Glücksgefühl getan zu haben und es dann auch noch zu dem gewünschten Abschluss gebracht haben? Der passive Anteil an Glück ist der, dass es einen Anlass gibt, geben muss der dann dieses Glücksgefühl auslöst.

Glück in der Momentaufnahme, klar ich glaube, dass jeder das erleben, leben und auskosten kann. Es gibt diese Momente. Dieses unglaubliche Moment des Glücks als Kind Weihnachten zu erleben, mit großen Augen über den Weihnachtsmarkt zu gehen, die Lichter zu bestaunen und ja, die Geschenke zu bekommen. Wow! In kindlicher Betrachtung könnte jeden Tag Weihnachten sein, na gut, zugegeben, gelegentlich in meiner auch.

Verliebt sein. Diese erste, zarte Liebe… ja, das zaubert immer noch ein Lächeln auf mein Gesicht und ein weiteres, weil ich froh bin, dass ich diese erste zarte Liebe nicht geheiratet habe. Diese Schmetterlinge, die da im Bauch herum flattern, die da sind, die man nicht zur Ruhe bekommt. Bis, ja bis sie vorbei ist, diese Liebe, oder die Schmetterlinge weitergezogen sind. Irgendeine Liebe wird immer bleiben.

Dann wären wir bei den Kindern angekommen. Jedes meiner Kinder erzeugte und erzeugt das immer noch: ein Glücksgefühl, egal ob ich mich über sie ärgere, mit ihnen freue und leide, oder stolz auf sie bin. Wenn ich an sie denke, dann zaubert das immer ein Lächeln auf  mein Gesicht, so wie jetzt gerade da ich das schreibe. Das war schon immer so und das wird bis zu meinem letzten Atemzug so bleiben. Niemand wird mich daran hindern können, niemand wird mir das jemals nehmen können. Das ist für mich absolutes Glück und ich werde sie bis ans Ende meines Lebens lieben.

Nun bin ich dort, wo da nur der Augenblick „Glück“ ist , durch einen Sonnenstrahl, das Erleben dieses einen Glücksmoments, eines Lächelns, einem freundlichen Blickkontakt. Das ist das, was wir als Glück begreifen sollten. Ich will nicht lamentieren, nicht meckern, nicht schimpfen, mich nicht bedauern, aber ich war von diesem passiven Glück, das von außen kommt, nicht gerade überschüttet worden und wenn ich dann manchmal Leute im Fernsehen sehe und höre, die diesen Augenblick bequatschen und sich ein wenig über die Glücksbringer, die man so in der Tasche hat, lustig machen, dann muss ich ihnen sagen, dass man ohne diese Glücksbringer so manchen Tag kaum überstanden hätte. Dass es Zeiten gegeben hat, da war kein Platz für den Glücksmoment, weil die Trauer zu groß war, auch wenn es Glücksmomente gegeben hat, aber diese kann man erst später als solche begreifen. Ich kann nicht gerade behaupten, dass das Schicksal ein Füllhorn Glück über mir ausgeschüttet hat, aber das ist so, das ist eben mein Weg, den ich gehen muss. Dass ich aber heute die Glücksmomente, die mir angeboten werden, als solche wahrnehme und genieße, das war harte Arbeit und hat mit Glück nichts zu tun. Trotzdem, alles war gut, wie es gewesen war.

Für heute soll mit dem Regen das „Glück“ auf Euch alle, auf meine Kinder und auch auf mich niederregnen. Lasst es uns sehen, greifen und festhalten und wenn es gehen möchte, dann wollen wir von diesen Momenten zehren, bis es wieder da ist, mit einem „Hallo“ vorbei kommt: Laßt es Euch gut gehen!

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