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Nächtliche Ruhestörung

Nachtruhe, etwas ganz wunderbares, wertvolles, wenn Mann oder Frau am Tag viel gearbeitet hat. Gut, ich gebe es zu, im Moment fängt mein Tag ein klein wenig später an. Zum Ausgleich geht er am Abend länger. Irgendwann kommt die Phase der Müdigkeit und man sehnt sich ins Bett. Diesem Drang folgt man dann.

Wen man kleine Kinder hat, dann ist eine Nachtruhe nicht immer garantiert. Meine Kinder kamen immer in unser Bett, irgendwann im Laufe der Nacht. Andreas zu mir, meine Tochter zu ihrem Vater, meine jüngste Tochter wieder eher zu mir. Das erledigt man irgendwie im Schlaf, schlägt die Bettdecke hoch, lässt sie reinkuscheln und mümmelt sich dann mit seinem Kind ein. Auch wenn es manchmal recht eng war im Bett, es war unglaublich schön, wenn die Windelpakete angeraschelt kamen. Die Bilder einer stillenden Mutter im Schaukelstuhl, mit Stehlampe und Nachthimmel durchs Fenster scheinend habe ich nie erfüllt, ich habe meine Kinder schon immer zu mir geholt. Einen Schaukelstuhl hatte ich wohl, meine Kinder aber immer zu mir ins Bett geholt, ist viel gemütlicher.

Die Kinder entwachsen schnell dem elterlichen Bett, schade irgendwie, man vermisst es, unterbrechen nur noch gelegentlich die Nachtruhe. Wenn man es zu sehr vermisst, dann kann ich nur den Rat geben sich Katzen anzuschaffen. Hier leben derer zwei, ein Geschwisterpaar, eine Katze und ein Kater, beide kastriert. Während sie eine zarte, elegante, fast aristokratische Erscheinung hat, kann man das von ihm nicht wirklich behaupten. Zurückhaltend sind sie beide und es hat eine ganz lange Zeit gebraucht, bis sie ein wenig schmusig wurden.

Sie hat eher den Drang vorbei zu kommen, während ich am Laptop arbeite, springt hoch und guckt mir zu und wenn ich sie zu lange ignoriere, dann läuft sie einfach mal über die Tasten, irgendwann werde ich sie bemerken müssen. Wenn sie dann vor mir auf den Tasten sitzt, beginnt sie zu brummen und schnurren, lässt sich durchkraulen und verschwindet dann wieder. Sie kommt auch gelegentlich mal nachts, stupst mich dann zart an, ob ich eine Krauleinheit hätte, holt sich diese ab und verschwindet wieder. Das Intermezzo dauert vielleicht fünf Minuten und kann bequem im Schlaf abgewickelt werden.

Er kommt jeden Tag um die gleiche Zeit, nachmittags gegen sechzehn Uhr, stellt sich vor mich hin und fängt an mit mir zu erzählen. So wirkt es zumindest, denn ich sage etwas zu ihm, weiß ich er kann froh sein, dass er mit seinem dichten Fell nicht draußen sein muss, weil es regnet, dann gibt er ein Maunzen von sich. Das tut er aber auch, wenn ich ihm erzähle, dass in China ein Sack Reis umgefallen sei. Er kommt noch seltener während der Nacht als seine Schwester.

Letzte Nacht ungefähr vier Uhr, ich habe mal nach der Oma geguckt, ab und an muss man sie nachts mal wieder in ihr Bett bringen, sprang der Kater, weil er merkte, dass ich wach war, mit seinen gut fünf Kilo Lebendgewicht schlagartig auf mein Bett und ist zielsicher auf meinem Bauch gelandet. Im Gegensatz zu mir, fand er das Spitze und begann nun seine Streicheleinheit einzufordern und das gut und gern fast eine halbe Stunde lang. Er hat alles aufgeführt was kann nur um gekrault, gestreichelt, geherzt zu werden, stupste mich immer wieder an und zwar so lange bis er genug hatte. Dann rollte er sich neben mir ein und schlief friedlich ein. Ich dagegen war nun hellwach.

Meine einzige Rache war die, dass ihm heute Morgen die Krallen geschnitten wurden, weil er damit sowohl mich als auch meine Bettwäsche bearbeitet hat, während er sich von mir sein Fell streicheln ließ.

Also wer, nachdem die Kinder groß sind gestörte Nachtruhe vermisst, der sollte sich Katzen zulegen.

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4 Kommentare zu „Nächtliche Ruhestörung“

  • Raoul says:

    Hallo Gitta!

    Ja, die Fellknäuel haben so ihren eigenen Willen. Ich hoffe, nur euer Kater jetzt nicht denkt „Das war ja super letzte Nacht, dass mach ich jetzt öfter so“ . Denn die Tiger können sich ja ausschlafen, wann immer sie wollen.

    Liebe Grüße

    Raoul

  • Gitta says:

    Hmmm daran hab eich noch gar nicht gedacht, zumal sie obendrein auch noch eine innere Uhr haben: pünktlich zum Essen fassen sitzen vor der Küche und gucken rein. Dass sie nicht ihre Näpfe bringen grenzt schon an ein Wunder.

    Herzlich
    Gitta

  • Raoul says:

    Oder erstmal die Speisekarte verlangen ;-))

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