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Ostern 2014 – erledigt

Osterfeiertage. Ostern. Ich hoffe ihr hattet frohe Ostern, viele Eier gefunden, mit Eurer Familie wundervolle Tage verlebt. Die Sache mit Ostern beginnt ja schon am Karfreitag, das wissen wir. Ob wir aber daran Glauben, dass jeder, der den Tod am Kreuz gefunden hat tatsächlich den Tod überwunden hat und einfach mal verschwunden ist, das lassen wir dahin gestellt sein. Wir glauben alle an „irgendetwas“ vollkommen egal was es ist, die Hauptsache es ist friedlich und hilft jedem das Leben zu meistern.

Ich gehe nun nichts ins Detail was ich gemacht habe, außer, dass ich mir gestern einiges via Mediathek angeschaut habe, das ich unbedingt noch tun wollte. Immer nur in Ausschnitten, aber das war in Ordnung. Zuerst fange ich mal bei den beiden Ostertatorten an: Ich habe lange schon nicht mehr so schlechte Tatorte gesehen wie zu Ostern. Beide. Sonntag wie Montag. Ausnahmslos. Das war in meinen Augen Rücksturz in alte verknöcherte unmoderne Art und Weise einen Tatort zu drehen und zu präsentieren. Der ARD sei gesagt: Wer in Konkurrenz mit den anderen Sendern treten möchte, der sollte langsam aber sicher das verknöcherte Außenherum ablegen und den Drehbuchschreibern ihre modernen Versionen der Tatorte durchgehen lassen, den Regisseuren erlauben mehr Licht einzusetzen und dann das Ganze noch weniger überzeichnet darstellen zu lassen. Dann könnte das mit dem Zuschauer klappen. Im Ernst, ich wüsste gerne, wer diesen Schrott eingekauft bzw. so, und das für unsere Gebühren, angenommen hat. Der oder die gehört in die Registratur strafversetzt. Das war real, das war am Abend.

Kommt es mir so vor, oder erzählen immer mehr Menschen von ihren dementen Angehörigen. Vor allem in Talkshows. Das passt, das ist in Ordnung, aber das zeigt nicht die Problematik, die entsteht, wenn diese Kranken zu Hause gepflegt werden. Das zeigt nicht, es klärt auch nicht auf, wie sehr diese Erkrankten in eine Infantilität zurückfallen, die an den Anfang ihres Lebens erinnern. Mehr noch, ihr Körper vergisst gelegentlich, dass er Reflexe hat, dass er schlucken soll, dass er eigentlich laufen kann, dass er Muskeln hat, wie Schließmuskeln, dass das kein Witz ist, einen an einer Demenz erkrankten Menschen zu pflegen. Da kann man eher nicht lachen und gerade das Ende ist ziemlich selten von Heiterkeit und Frohsinn geprägt.

Irgendwo davor bremst jede Talkshow ab, auch jene von Herrn Lanz. Die Demenz endet nicht dort, wo das Erkennen aufhört, sie endet erst mit dem Tod. Aber wer spricht schon gerne über den Tod, der in diesen Fällen, zum besten Freund der Erkrankten werden kann. Ich weiß wovon ich rede, denn ich habe über drei Jahre lang gepflegt. Drei Jahre lang den Abbau gesehen, aber auch dem Tod hier zu Hause als Gast die Tür geöffnet, als es an der Zeit gewesen war, die Erkrankte bis zum Ende begleitet. Tod ist kein Thema, alles noch so weit weg? Peaches Geldorf und alle die vielen jungen Menschen, die einen plötzlichen Tod sterben und niemand weiß warum, sind viele Argumente dafür sich nicht mit diesem Moment zu beschäftigen, was man haben will, was man sich in dem Moment, wenn das Leben nicht mehr zu verlängern ist, wenn der Moment des Leides und der Qual gekommen ist. Ich weiß ich will, in dem Fall und wie das danach sein soll, wie und so weiter. Ostern, da könnte man ja über so etwas mal nachdenken. Tun, was man lange schon aufgeschoben hat. Demenzkranke Menschen verlieren während ihrer Krankheit alles, ausnahmslos, es sei denn, jene, die pflegen achten auf ihre Würde, haben Achtung vor ihnen selbst dann, wenn es verdammt schwer fällt und man dem Menschen das nicht antun möchte, was man selbst nicht mag, oder Hand aufs Herz, wer würde all sein Essen püriert essen wollen. Ich habe das Essen püriert, habe es probiert und festgestellt, dass es grausam war und als meine Schwiegermutter tendenziell auf Griesbrei war, dann hat sie diesen auch bekommen, immer variiert, mit Früchten, Zimtzucker, meist selbstgemacht, ab und an auch gekauft. So lange bis sie auch das abgelehnt hatte. Dann waren wir bei der nächsten Stufe. Es war verflucht schwer das zu verstehen, aber so ist das Sterben eben, es geht andere Wege als das Leben und eine Demenz macht dort nicht Halt, wo die Familie und die Freunde nicht mehr erkannt werden. Eine Talkshow darf weiter als bis zu diesem Punkt gehen, sie muss es sogar, fragen wie das weiter geht, wie und was, wie man sich hilft.

Ich wünsche Euch eine gute kurze Woche. Sie soll erfolgreich sein, bei allem was ihr tut. Habt Spaß bei dem was ihr tut und einen Bogen um das, was ihr nicht gerne tut. Genießt das Draußen, liebt das Drinnen: Laßt es Euch gut gehen.

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