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Alleine oder gemeinsam?

Etwas, das sehr selten vorkommt ist gestern Abend und am Abend davor geschehen: ich habe bis spät in die Nacht getwittert. Es lässt sich natürlich darüber streiten, ob „spät“ vor oder nach Mitternacht liegt. Begonnen hat der Twitterabend bereits am Nachmittag als ich den Austausch zweier Twitterer verfolgt habe, wo es um die Frage ging, dass sinnloses Anstänkern einer Sache nicht dienlich ist. Logisch, dass ich mich da eingeklinkt habe. Ich mag nicht die lauten Stänkerer, die sich durch Nichtstun auszeichnen.

 Mit sind da die leisen Ackerer schon lieber. Auf der anderen Seite und das muss ich auch anerkennen muss manches Kind beim Namen genannt werden. Ob man dadurch etwas bewegen kann bleibt fraglich. Löst ein Sandkorn in der Wüste einen Erdrutsch aus? Oder würde es gar gehört werden, wenn es gegen den Wind schreit?

Wird ein Mensch gehört? Sind wir ehrlich, die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering und noch geringer, wenn es keiner Schlagzeile wert ist. Aber könnte die gesamte Internetgemeinde etwas bewegen? Das wiederum kann ich mir gut vorstellen, vor allem auch nach dem was in Tunesien und Ägypten passiert ist.  Würde es Sinn machen, wenn an einem Tag X auf allen Blogs ein Beitrag zu ein und demselben Thema steht? Wer weiß, vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Aber irgendwie geht es schon, dass etwas um die Welt geht: Jedes Jahr am 2. Sonntag im Dezember gibt es den Candle Light Day. Er hat sicher auch mal klein angefangen, inzwischen geht er um die Welt. Hier in Deutschland ist es um 19 Uhr, dann stellen Eltern, die um ihr Kind trauern, eine Kerze ins Fenster. Vielleicht hätte mich das nie wirklich erreicht, würde ich nicht dazu gehören und für meinen Sohn eine Kerze anzünden. Dieses Beispiel zeigt, dass es geht, etwas Kleines und wenn es nur das Licht einer Kerze ist, rund um die Erde zu schicken. Still und leise und meist wissen nur Eingeweihte darum.

Dann frage ich mich warum sollten wir, die wir alle schreiben können, jeder auf seine Art, nicht unsere Fähigkeit nutzen und laut werden? Wenn es um Themen geht, die alle angehen, Themen wo wegschauen tabu ist. Warum nicht mal gemeinsam gegen etwas bloggen, twittern, facebooken und weiß was nicht noch alles? Ob es gehört werden wird? Wer weiß das schon? So haben wir getwittert.

Dazwischen sind alle Beteiligten immer wieder ihrer Arbeit und Verpflichtungen nachgegangen und so trafen wir uns dann gestern Abend eher zufällig als verabredet. Da kam dann der Zwischenruf, dass man auch in Kleinem etwas bewegen kann, durch Mitarbeit bei einer Organisation, das muss nix Großartiges sein, nix, das unbedingt auf die Straße schickt. Ich sagte dann leise, dass ich das bereits im Angebot hätte, denn nunmehr vor fast genau 10 Jahren habe ich, gemeinsam mit einem Mitstreiter, eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen. Zu uns kommen Betroffene, die alle an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung erkrankt sind. Zugegeben manchmal sind es mehr, manchmal weniger Menschen, die kommen, mal haben wir Referenten, mal gehen wir einfach nur um die Ecke zum Italiener. Querulanten haben wir keine, alles sind Nette mit mehr oder weniger ausgeprägter Krankheit.

Heute Abend ist es wieder soweit, wir werden uns treffen, eine Referentin zum Thema Ernährung eingeladen, der Kuchen, den ich zu solchen Gelegenheiten meistens backe ist fertig, meine demente Schwiegermutter, die ich betreue versorgt, also kann nichts mehr schief gehen.

Ich habe heute Morgen in einem Blog eine Beitrag gelesen: Ich habe einen Traum. Ich habe solche auch, nicht nur einen. Aber einer davon ist es einmal Teil eines Protestes, einer Anerkennung egal was auch immer, zu sein, die um die Welt geht, die alle Blogger in ihre Blogs einstellen, am selben Tag, zur gleichen Zeit. Das wär ein Ding!

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