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Am Aschermittwoch ist alles vorbei

Bis Mitternacht noch dann ist alles vorbei.  Fastnacht, Fasching, Karneval aus und vorbei.  Kampagne 2011 erledigt. Im Rheinland wird heute noch kräftig gefeiert, in Berlin wird ganz normal gearbeitet. Wie gemein. Ich habe dieses Jahr, das erste Mal seit langen Jahren, wieder die Mainzer Fastnachtsendung im Fernsehen gesehen. Ich gestehe, dass ich das nicht bis zum Ende durchgehalten habe. Früher…

Natürlich ist mir klar, dass früher nicht alles besser war, aber das was ich da gesehen habe war alles andere wirklich gut. Von Nachwuchs nix zu sehen, die Musikeinlagen na ja. Natürlich gab es auch Vorträge, die gut waren wie der von Till Eulenspiegel und der des Boten vom Deutschen Bundestag. Ganz am Anfang gab es den vom Meister, da kannte man sich noch wegpacken. Das war es dann, aber es sprang einfach kein Funke über. 

Früher da waren zwei Sendungen: Mainz bleibt Mainz und dann noch Mainz wie es singt und lacht. Dass das in der heutigen Zeit vielleicht des Guten zu viel ist, das scheint mir klar. Konkurrenz belebt das Geschäft, was aber wenn keine da ist? Früher da gab es eine Fraa Stuwwlig und eine Fraa Babbisch, da gab es Urgesteine, die den Sitzungen Qualität gaben. Das tröppelte alles so vor sich hin ohne den Charme, der Fastnacht zur Fastnacht macht. Ich selbst liebe übrigens Guggemusi, die in unserer Fastnacht längst schon Einzug gehalten hat.

Vielleicht liegt es daran, dass es für den Nachwuchs sehr viel schwieriger geworden ist Beruf und die Leidenschaft für Fastnacht unter einen Hut zu bringen. So eine Kampagne beginnt nicht am 11.11. sondern sehr viel früher. Schon ab Sommer proben die Tanzgarden, müssen Redner ihre Reden geschrieben haben. Diejenigen, die politisch geprägte Vorträge halten müssen diese immer wieder anpassen. Dann geht die Kampagne los, wenn ich mich richtig erinnere mit dem internen Ordensfest, dann kommt der 11.11. dann ab Januar taucht man regelrecht ein und ist permanent unterwegs. Nicht nur im Fernsehen, auf den Prunksitzungen, nein auch in Altenheimen, Einrichtungen und was weiß ich noch alles. Das ist für junge Leute alles nur noch schwer unter einen Hut zu bringen. Kaum ein Arbeitgeber wird sie einfach so in den Karneval ziehen lassen und mal ehrlich irgendwann müssen sie auch mal Urlaub machen, oder sich um die Familie kümmern. Das was wir sehen ist immer nur ein kleiner Ausschnitt.  

Ganz anders die Sendung gestern Abend aus Köln. Die Vorträge waren gut und inzwischen sind sie auch für Jedermann und Jederfrau zu verstehen.  Die Musikvorträge sind eine Klasse für sich und die Leute haben augenscheinlich keine Nachwuchssorgen. Da sind die Menschen im Saal mitgegangen, standen zum Teil auf den Stühlen und sangen mit. Zugegeben, auch wenn ich da gewesen wäre, ich hätte mir ein wenig schwer getan die Lieder mitzusingen, da ich deren Dialekt nur schwer verstehe. Aber das ist im Karneval wurscht, irgendwie kann man immer mitsingen. Mir persönlich hat die Kölner Sitzung „Mir lasse dem Dom in Kölle“ gestern Abend besser gefallen.

Ich schließe meinen kleinen Bericht heute nicht ohne darauf hinzuweisen, dass trotz Fasching heute der Weltfrauentag ist und natürlich meine kleine Erinnerung daran, dass dieser Monat der Vorsorge gegen Darmkrebs gewidmet ist. In diesem Sinn dennoch und trotzdem viel Spaß auf den Straßen in den Hallen, bei den letzten Faschingsbällen, tanzt bis die Schuhe auseinander fallen, feiert bis ihr nicht mehr könnt, denn denkt daran am Aschermittwoch ist alles vorbei…

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