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Der Frauen bunte Freunde

Sie sind bunt und unifarben, rund und eckig, hoch und niedrig, spitz und rund. Sie sind eng und weit, klein und groß, drücken oder passen. Frauen, sagt man, haben sehr viele davon, in allen Farben, Mustern und Formen, rote sind Pflicht. Bestimmte Grüne haben Latschen, sagt man, manche tragen immer noch weiße Tennissocken dazu, andere latschen sie aus und durch. Ja, genau, ihr habt das lange schon erraten, ich meine Schuhe. Gestern als ich mit meiner Ma beim Italiener essen gewesen bin, da habe ich es wieder gesehen. Ich schreibe heute also über die beste Geldanlage einer Frau: Schuhe.

Gestern, als wir da saßen, kam eine Frau auf sehr hohen Schuhen daher und sie konnte auf diesen Teilen genauso wenig laufen, wie der Rest der weiblichen Bevölkerung auch. Ja, ich habe es gesehen, das war offensichtlich und frage mich warum sie das nicht spüren, das müssen sie doch fühlen. Ich finde Stilettos Klasse, hohe Schuhe den Hammer, elegantes Schuhwerk ein „must have“ in bestimmten Momenten. Aber liebe Geschlechtsgenossinnen, mal ganz ehrlich, wer kann in diesen Mörderhammerschuhen wirklich laufen? Nicht staksen, das kann jede, nicht wie der sprichwörtliche Storch im Salat, sondern wirklich richtig laufen. Das kann im Grunde gar nicht gehen, in überhohen Schuhen so laufen oder schwebend schreiten, das es nicht doof aussieht, das schließt sich irgendwie gegenseitig aus.

Klingt als hätte ich keine hohen Schuhe. Irrtum, natürlich habe ich auch welche, aber inzwischen frage ich mich wofür. Ja, ich trage sie gelegentlich und wenn ich tolle sehen würde, dann würde ich mir immer überlegen ob ich will oder nicht. Käme ganz darauf an, gut, schwankend würde ich ganz sicher werden. Was ich sicher nicht kaufen würde, wären so diese spitzen Dinger, die man drei Nummern größer kaufen muss, weil der dicke Onkel, der große Zeh einfach nicht reinpaßt.

Meine ersten hohen Schuhen, ich kann mich noch ganz genau daran erinnern. Das ist wie die Erinnerung an den ersten Kerl, die vergißt man auch nicht. Es hatten nach langen Jahren der minimalistischen Miniröcke, die jede Vertreterin der älteren Generation geschockt hat und die nur wenige wirklich tragen konnten, die Midi- und Maxiröcke Einzug gehalten. Dazu gab ist in tiefem Schwarz die Webpelzmäntel mit Kapuze, die waren Hammer. Sie haben zwar nicht gewärmt, aber frau musste das, über den Midi- und Maxikleidern haben. Das war natürlich sehr zum Ärger der Straßenbahn- und Busfahrer, deren Aufenthalt an den Haltestellen deswegen länger ausgefallen war, weil es schon eine Weile brauchte bis man das textile Drumherum einsteigefähig hochgerafft hatte. Haltstellen für annähernd behindertenfreundliches, ebenerdiges Einsteigen? Absolute Fehlanzeige, die hielten überall und wenn es sein musste mitten auf der Straße, da berührte beim Einsteigen das Knie schon fast das Kinn ehe man die unterste Stufe erklommen hatte.

Damit mein Outfit, Midi-Webpelzmantel mit Kapuze in Schwarz, den letzten Schliff bekam bedurfte es also dieser ganz bestimmten Schuhe, die ich im Schaufenster eines der ersten Billigschuhläden unserer Stadt, gesehen habe. Natürlich in schwarz. Leder? Nein, das waren solche Billigheimer Schuhe und auch wenn wir im Westen lebten, so würde ich heute sagen, das waren „Plaste-Elaste-Schuhe“ für einen Apfel und Ei. Aber mit wenig Taschengeld musste man genauer auf den Preis und weniger auf die Qualität gucken. Ich also, das Geld zusammen und rein in den Schuhladen, dieses Paar, das Objekt meiner Begierde gewesen war, anprobiert. Auch wenn sie wie angegossen gepasst haben, so ließ das Probieren ahnen, was kommen musste. Egal, wer schön sein will, muss leiden. Natürlich ziehe ich sie gleich an, ist nicht mehr weit bis nach Hause.

Zu Hause angekommen, Schuhe aus, oh je, Mensch tat das komisch als der Fuß zurück in natürlich Haltung kam. Na ja, gut, frau redet sich das schön, man muss ich einfach nur daran gewöhnen. Aber na ja frau möchte diese Schuhe am folgenden Tag in der Schule tragen. Nicht doch erst lieber eintragen? So ein Schultag kann sehr lang werden, wenn man Schmerzen in den Füßen hat, oder Schuhe drücken. Ach, beruhigte ich mich, das wird schon gehen. Ich kann Euch flüstern, ich hatte Tränen in den Augen, als ich nach Hause gekommen war. Ich war gefühlte Tausend Mal kurz davor die Schuhe auszuziehen, was ich aber aus Angst, dass ich dann nicht mehr reinkomme, sein gelassen habe. Zu Hause angekommen habe ich mich dann der Dinger entledigt und hätte schreien können als mein Fuß zu seiner natürlichen Haltung zurück gefunden hat. Das tat vielleicht weh! Aber was soll ich sagen? Ich habe das am folgenden Tag noch mal durchgestanden, was dann zur Folge hatte, dass die Schuhe in den Schrank gewandert sind, um dann mehr und mehr in die hinterste Ecke zu rücken, von wo sie dann irgendwann entsorgt worden sind.

Wenn Prominente Frauen zu sehen, die solch hohes Schuhwerk tragen, dann muss man sich im Klaren darüber sein, dass sie, sofern sie intelligent sind, diese Mörderwerkzeuge erst kurz vor knapp anziehen, nicht wie die Tochter eines Bankiers in New York, die wegen solcher Schuhe so unglücklich gestürzt war, das sie ums Leben gekommen ist. Die Leute eiern nicht den ganzen Tag auf diesen Schuhen durch die Gegend, wenn dann wirklich nur, wenn Fotografen in der Nähe sind und das lässt sich heute ganz gut steuern. Ich kann heute ganz gut eine Etage niedriger tragen, auch wenn es gelegentlich durchkommt und ich mich meiner staksenden Geschlechtskolleginnen anschließe.

Tut Euren Füßen, die Euch durchs Leben tragen Gutes, hegt und pflegt sie, verpaßt ihnen ordentliches Schuhwerk, legt sie hoch, wenn ihr Pause macht und vor allem: Laßt es Euch mit ihnen gut gehen.

 

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