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Donnerstag – Klatschtag

Der Klatschtag ist in Gefahr! Man mag das kaum glauben, aber vor einer Weile schon hat mein Bäcker seine Bäckerei an einen anderen Inhaber übergeben und die bekommen das mit den Zeitungen einfach nicht gebacken. Die Hälfte der Zeitungen, aus denen ich schreibe, stehen einfach nicht in dem Regal. Nicht nur das. Da steht er dann da und erklärt mir, dass die Zeitungen dann wohl erst morgen kommen werden. Hallo? Ich bin zwar etwas deutlich älter, als er, aber ich bin weder senil, noch bin ich dement. Das fühlt sich so Sch… an, wenn man auf diesem Weg veräppelt wird.

Das ist schade, dass mein „alter“ Bäcker nicht mehr da ist. Der neue ist wohl auch nett, aber ich habe das Gefühl, dass der junge Mann morgens neben sich steht. Überhaupt hat die Bäckerei nun eine Menge an wechselndem Personal, das glaubt man nicht. Ich habe aufgehört zu zählen wie viele neue Gesichter ich dort hinter der Theke schon gesehen habe. Die junge Frau heute, habe ich gestern das erste Mal gesehen, aber sie hat es heute schon geschafft, durch die Bemerkung die Zeitungen kämen erst morgen, sich sehr unsympathisch zu machen. Nicht, dass sie es gesagt hat, sondern wie. Das brachte ihr eine freundliche, aber bestimmte Antwort ein, die sie sich hoffentlich merken wird. Der nächste Grund ist der, dass meine Ma ein wenig schwächelt, nicht nachkommt die Zeitungen zu lesen. Nun habe ich gerade mal zwei Gazetten, mal sehen, was ich daraus machen kann. Los geht’s!

Heute beginnt der Prozess gegen den Alt-Bundespräsidenten Wulff. Dass er selbst es auf den Prozess angelegt hat und es abgelehnt hat, gegen die Zahlung von 20.000 Euro ein Verfahren zu verhindern, ist eine Sache, das was daraus gemacht wird eine andere. Gäbe es gegen den Beamten Müller von nebenan ein Verfahren wegen 719 Euro, dann wäre dies in maximal zwei höchsten drei Prozesstagen abgehandelt, wenn nicht einer ausreichend wäre. Hier aber sind 22 Verhandlungstage angesetzt, 45 Zeugen, auf unsere Kosten, geladen. Das ist unverhältnismäßig. Der Staatsanwalt scheint sich seiner Sache nicht sicher zu sein und scheint zu hoffen, dass einer dieser Zeugen umfällt, oder zu Ungunsten Wulffs auszusagen. Es ist, mit Verlaub rüde ausgedrückt, scheißegal was die da alle sagen, welche Worte in den Bierzelten gefallen sind, wenn Groenewold sagt, dass Wulff ihm das Geld gleich nach dem Oktoberfest zurück bezahlt hat und Wulff das so auch sagt und dass keine Zeugen dabei waren, weil man Geldgeschäfte nicht in aller Öffentlichkeit durchzieht, was macht das Gericht dann? Deswegen verstehe ich die Auffahrt der Zeugen nicht und auch nicht, dass wegen 719 Euro 45 Zeugen geladen worden und 22 Verhandlungstage angesetzt worden sind.

Der nächste Prozess gegen einen prominente Mann unseres Landes, der weit über die Grenzen hinaus bekannt ist, wird im März kommenden Jahres kommen: Uli Hoeneß muss vor Gericht, obwohl er sich selbst angezeigt hat. Er selbst ist verwundert darüber, aber ich habe irgendwo gelesen, dass die Angaben der ersten Selbstanzeige unvollständig waren und die zweite Selbstanzeige dann zu spät kam, weil der Staatsanwalt ermittelt hat. Ich glaube auch, dass niemand in diesem Land verstehen würde, wenn es bei diesen Differenzen und der Höhe der hinterzogenen Steuerschuld von 900.000 Euro nicht zu einem Verfahren kommen würde und ich nehme an, dass es auch darum gehen wird, ob 900,000 wirklich das Ende der Fahnenstange ist, oder ob von der Gesamtsumme hinterzogener Steuern, man munkelt von 3,2 Mio. Euro die Summe, die nicht verjährt ist nicht doch eventuell höher sein könnte und über die Millionengrenze kommt. Dann wird das eng für Uli Hoeneß. Ich fand ihn in seiner Rolle als Präsident des FC Bayern sehr oft zu überheblich und ich mochte das absolut nicht wie er sich nach Spielen seiner Mannschaft geäußert hat. Meist ein wenig abfällig was den Gegner angeht. Tut er mir leid? Nein, tut er nicht, absolut nicht.

Ein dritter im Bunde, abseits von all dem Rummel: Rummenigge wurde diese Woche zur Zahlung von 250.000 Euro verurteilt, weil er zwei Rolex Uhren, die man ihm in Katar geschenkt hat, in Deutschland ohne über den Zoll zu gehen, eingeführt hat. Ich gebe ehrlich zu, dass ich sehr wahrscheinlich auch eingereist wäre und nicht im Traum daran gedacht hätte, dass ich ein Geschenk von Wert angeben muss. Das ist so. Das soll nicht entschuldigen, dass er das getan hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass sowohl Hoeneß als auch Rummenigge sich gerne, wegen dem Geschehenen, in den A… beißen würden, könnten sie es, aber Geschehenes kann man nicht ungeschehen machen, so gerne man dies auch tun würde. Nun ist Rummenigge vorbestraft. Hat das für ihn irgendwelche Folgen? Nein hat es nicht. Bei Ferdinand Schulz um die Ecke wäre das anders, der hätte immer und überall Probleme, wenn jemand Wind davon bekäme. Das ist der Unterschied zwischen unten und oben.

Bleiben wir auf der dunklen Seite der Prominenten. Sabia ist nun in den Fokus einer der Gazetten gerückt. Sie ist die neue Freundin von Rafael van der Vaart, die ehemalige enge Freundin von Sylvie van der Vaart war, sich deren Mann, zugegeben dazu gehören immer zwei, geangelt hat und nun von ihm schwanger ist. Sie soll laut der Gazette: ein Alkoholproblem haben, Mietschulden, dazu Schulden an die Kita haben. Obendrein soll sie ihre Kinder per Taxi in die Kita schicken und an eine Nanny abschieben, wobei es gelegentlich besser sein mag, wenn die Kinder von einer Nanny betreut werden. Na ja, ich weiß nicht … man muss vielleicht abwarten wie sich das weiter entwickeln wird. Wenn an dem Gerücht etwas dran ist, dann dürfte Rafael van der Vaart sich ein ordentliches Problem angelacht haben. Ich wünsche es ihm nicht.

Die Gazetten überschlagen und widersprechen sich. Eine erklärt, dass Prinzessin Kate von England wegen Sorgen und Stress graue Haare hat, ergo hat sie Depressionen, die andere stellt fest, dass sie Mittelscheitel, rundere Wangen und eine gequälte Miene hat ergo ist sie wieder schwanger. Ich weiß nicht was sie hat, ob sie etwas hat, man wird abwarten, ob sie was hat.

Wer kenn ihn nicht? Wer mochte seinen Lieder nicht lauschen, wer hat nicht mitgesungen, wenn er sang „Es geht eine Träne auf Reisen“ oder, das ist mein persönlicher Favorit „Inchalla“. Ich meine Adamo. Er wurde gerade 70 Jahre alt, hat vor Jahren schon eine Bypass-OP hinter sich bringen müssen und einen Schlaganfall verarbeiten müssen, der ihn wochenlang ins Koma geschickt hat. Er gibt Konzerte, immer noch, aber ist ruhiger, bewusster geworden seit seinem Schlaganfall. Ich wünsche ihm alles Gute und noch eine lange, gesunde Zeit.

Biografie, das ist aus meiner Erinnerung, ein geschriebener Lebenslauf über einen bedeutenden Menschen nach dessen Verbleichen. Heute schreibt jeder eine Biografie und wenn es geht in seinem Leben mindestens fünf. Zugegeben, ich habe auch eine Biografie geschrieben, eine über meinen Sohn, aber erst nach dessen Tod. Wir werden alle von Biofragien überschüttet, das mag man nicht glauben, alle und jeder schreibt eine, wodurch sie den Buchmarkt für die richtig guten Autoren blockieren. Das ist einfach so. Es gibt so viele wundervolle Autoren, die genau deswegen den Zugang zu einem großen Verlag nicht finden. Vielleicht sollten die großen Verlage ein wenig die Aktivitäten der lebenden prominenten Menschen stoppen, von denen man ausgehen kann, dass sie noch gut und gerne mindestens 30 – 40 Jahre schaffen. Die Ehefrau von Rieu hatte eine über ihren Mann geschrieben, Michelle Hunziker genauso, Boris Becker, wir wissen das auch und und und. Natürlich gibt es interessante Leben, aber holla, nicht jeder muss ein Buch darüber schreiben.

Geflügel-Gerichte. Es gibt diese Woche Federvieh. Wer erinnert sich nicht daran:

                                                        Mancher gibt sich viele Müh‘

                                                        Mit dem lieben Federvieh;

                                                        Einesteils der Eier wegen,

                                                        Welche diese Vögel legen;

                                                        Zweitens: Weil man dann und wann

                                                        Einen Braten essen kann;

                                                        Drittens aber nimmt man auch

                                                        Ihre Federn zum Gebrauch

                                                        In die Kissen und die Pfühle,

                                                        Denn man liegt nicht gerne kühle.

                                                        Seht, da ist die Witwe Bolte,

                                                        Die das auch nicht gerne wollte

                                                        Ihrer Hühner waren drei

                                                        Und ein stolzer Hahn dabei.

Aus Max und Moritz von Wilhelm Busch.

Es gibt Knusper-Hähnchen, saftige Putenkeule, Geflügel-Eintopf, Entenbrust mit Linsen, Hähnchen-Rouladen, Gefügel-Gyros, Mexiko-Schnitzel (ich glaube, die gab es schon mal in der Beilage der Gazette aus der ich das entnehme), Nusskrusten-Schnitzel u.v.m. Geschafft, das war dann der Klatschtag, gar nicht so übel, obwohl ich anstatt der sonst üblichen vier Zeitschriften, gerademal zwei hatte. Hier scheint die Sonne und ich mach mich gleich auf und gehe raus, nutze das helle Licht draußen aus. Wer kann sollte das tun, in der Mittagspause vielleicht? Nicht durch die einkaufscenter hetzen, sondern draußen sein. Übrigens ist bei uns hier am 19. November der letzte Markttag, dann wird der Platz für den Weihnachtsmarkt gebraucht. Ich freue mich darauf gemütlich über den Markt zu schlendern und hoffe ihr tut das auch: Laßt es Euch gut gehen!

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