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Donnerstag – Klatschtag

Seit meine Mama nach Berlin gezogen ist, habe ich jeden Donnerstag die ehrenvolle Aufgabe sie mit allem, was klatscht und tratscht zu versorgen. Nur nicht falsch denken, sie wird 85 Jahre alt, liest immer noch jeden Tag die Zeitung, schaut sie Nachrichten im Fernseher an und sich jede Woche einige Ausgaben der Yellow Press zu ihrem Amüsement. Also beglückte ich meinen Bäcker damit, dass ich nicht nur Brötchen, sondern auch mehrere Zeitungschriften kaufe.

Wenn ich dann zurück bin, werfe ich natürlich zuerst einen Blick in die Hefte. Mir ist immer wieder ein Rätsel und wird es wahrscheinlich für den Rest meines Lebens bleiben, was den Kollegen dort alles in die Tasten fließt. Diese Woche erfreut es uns zu lesen, dass Carolines Tochter bei ihrer Mama bleiben darf. Sie ist 11 Jahre alt und angesichts dessen was der Hannoveraner sich alles geleistet hat, ist das für mich keine Frage. Außerdem, mal ehrlich, haben ihre Eltern keine Probleme das Kind in den Flieger zu setzen, weder finanziell noch organisatorisch. Es gibt sehr viele Kinder, die zwischen ihren Eltern hin- und herfahren oder fliegen. Wie gut oder wie schlecht das für ein Kind ist, kommt auf das Kind und nicht zuletzt auf dessen Eltern an. Ich erinnere mich, dass ich Caroline von Monaco, wir sind so in etwa eine Altersklasse, immer schick fand. Tauschen möchte ich nicht mit ihr, aber einen Cappuccino würde ich schon mal mit ihr trinken wollen.

Die Schwarzeneggers trennen sich für den Moment. So, so. Vor einigen Monaten ging durch die Presse ein Bild auf dem sie zusammen zu sehen waren und das signalisierte für mich, dass da nichts so zu sein scheint, wie man gerne glauben mochte. Aber Arnie, mal ehrlich, ausgerechnet mit dem Hausmädchen? Da muss er es sehr dringend nötig gehabt haben, der Mr. Universum Schwarzenegger. Auf der anderen Seite scheint er seinen Nachwuchs, den er da gezeugt hat, gut und ordentlich versorgt zu haben, denn die Hausangestellte hat nie ein Wort darüber verloren. Auch jetzt nicht. Möglich, dass die richtigen Angebote noch nicht vorliegen. Alle Welt will doch unbedingt wissen wo er es getrieben hat. Wäschekammern sollen es in sich haben. Hut ab, dass über die Jahre alles so diskret behandelt wurde. Dabei sollten wir es dann auch belassen.

Roy Black – nach zwanzig Jahren erfahren wir nun endlich was geschehen war, wie er zu Tode gekommen war. Jüngere werden sich nun prompt fragen Roy Black? Roy Black? Wer war das? Für alle, die es nicht wissen: http://bit.ly/kt0ToY das war Roy Black. Ich erinnere mich noch, mein großer Bruder, der so seine Probleme mit dem Wecker hatte, siehe vorangegangener Artikel, drehte seinen Radiowecker auf volle Lautstärke auf, um ja wach zu werden. Dieser, der Wecker, brüllte wie befohlen pünktlich zur eingestellten Zeit los und plärrte genau obiges Lied. Das weckte die ganze Familie auf, nur nicht meine Bruder. Er schlief selig und süß weiter. Roy Black starb also vor zwanzig Jahren, das brach Frauenherzen, löste wahre Tränenbäche aus. Nein, nicht bei mir. Gerhard Höllerich, so hieß der Gute mit bürgerlichem Namen, starb, wie jetzt bekannt wurde, an einem Herzversagen. Neue Information? Letztendlich nicht.

Ich weiß jetzt wo Kate und William flittern und wie sie künftig leben werden. Nein, ich weiß es natürlich nicht, habe nur die Überschriften gelesen. Irgendwo auf einer Insel, in der Nähe von unzähligen Inseln, wo Prominente unbemerkt von der Öffentlichkeit ihre Auszeiten nehmen. Lassen wir ihnen das Vergnügen. Euch würde das auch nicht gefallen auf Schritt und Tritt verfolgt zu werden. Oder?

Gunter Sachs ist ebenfalls Thema. Ob nun seine Angst vor Alzheimer in den Tod trieb, oder ob er Parkinson hatte, wie man nun unter der Hand ganz vertraulich als Stille Post weiter gibt, spielt keine Rolle. Er wird seine Gründe gehabt haben. Seiner Familie gegenüber war das sicher nicht fair und ich wünsche ihnen von Herzen, das sie lernen damit umzugehen. Er war kein Playboy, er war ein Gentleman. Das Bild, das ich von ihm habe und das ist schon ein altes Bild, vor Jahren aufgenommen, weicht sehr deutlich von dem Bild des Playboys, das die Presse von ihm gemalt hat ab. Als ich in den Nachrichten hörte, dass er sich erschossen habe, war mein erster Gedanke, den ich auch geäußert habe, dass er Angst vor Krankheit gehabt haben könnte. So scheint es auch gewesen zu sein. Belassen wir es dabei, lassen wir ihn seinen Frieden.

Ansonsten werden wir alle pudelgesund, steinalt und rappeldürr werden, wenn wir alle Tipps und Tricks, die jede Zeitschrift inne hat, befolgen wollen. Kreuzworträtsel als Gedächtnistraining runden diesen Teil der Zeitschrift ab.

Zu guter Letzt darf man all die wahren Geschichten und Schicksale von und über Lieschen Müller aus nebenan nicht vergessen, die so wahr sind, dass sich die Balken biegen. Kurz nachdem meine Kurzgeschichte im SZ-Magazin erschienen war, erschien in einem dieser Blätter exakt diese Geschichte nur mit Ilona F., blond und Friseurin, als Erzählerin. Die Journalistin damit konfrontiert, druckste verlegen rum und wusste nicht was sie dazu sagen sollte. Also wenn Ilona F. oder Magdalena Z. irgendwas erzählen denkt an mich.

Damit endet mein kurzer Gang durch einige Ausgaben der Yellow Press. Wer weiß, vielleicht lesen wir uns nächste Woche wieder.

 

 

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4 Kommentare zu „Donnerstag – Klatschtag“

  • barbara2 says:

    deiner mutter geth es wieder gut udn sie kann alleine leben? und ernst august und caroline scheiden sich? das war mir neu. das war doch damals die grosse liebe.
    also berühmt sein muss eine last sein, daman immer mit paparazzi rechnen muss

  • Gitta says:

    Liebe Barbara,

    meiner Ma geht es wieder gut und es war zweifelsfrei keine Demenz, was die Docs uns mit ihrem mitleidigen Dackelblick klar machen wollten, sondern ein durch ein Antibiotikum ausgelöstes Delir. Nun lernt sie gerade wieder zu laufen, könnte auch lernen alleie zu leben, hat sich aber gerade entschieden in der Residenz von Nova Vita zu bleiben, wo sie sehr sehr gut versorgt ist und sich obendrein super wohl fühlt.
    Würde ich diese Gazetten nicht für meine Ma kaufen, ich schöre Dir so manches würde auch an mir vorbei gehen. So überlege ich gerade, ob ich dauerhaft den Donnerstag zum Klatschtag machen möchte, entsprechend kommentiert natürlich :-).

    Dir einen schönen Tag.
    Herzlich
    Gitta

  • barbara2 says:

    ein glück, dass es ihr wieder besser geht und sie sich entschieden hat, nicht slleine zu wohnen. je später wer in ein wie auch immer betreutes wohnen wechselt, desto schwerer.
    was ist denn nun mit ernbst august und caroline?

  • Gitta says:

    LIebe Barbara,

    ich muss gestehen, dass es auch für mich ein Gedanke ist, an den ich mich erst gewöhnen muss, dass meine Ma nun diese Entscheidung getroffen hat, auch wenn ich sehr froh darüber bin. Bei all dem Pech, das sie hatte, hatte sie doch eine Menge Glück,
    dass wir alle da waren als sie ihren Infarkt hatte, der all dem Mist vorausgegangen war.

    Wie das so ist er wurde beim „Fremdeln“ erwischt, der Ernst August…. Nicht der Erste und auch nicht der Einzige. Ich denke mal, dass das nicht sein erster Seitensprung war und auch nicht sein letzter sein wird. Nun denke ich hat sie einfach die Reißleine gezogen und wird Leine ziehen. Vielleicht finde ich ja kommenden Donnerstag eine Gazette in der mehr zu dem Thema steht 🙂

    Herzlich
    Gitta

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