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Ein Häkchen zu viel, Create Space und Currywurst mit Champagner

Wenn mir jemand erzählen will, dass es einfach ist, dann … Was dann? Nix dann? Natürlich nicht. Es ist nichts mehr einfach. Wer sagt, die elektronische Welt vereinfacht alles, der hat es entweder erlernt und kann ohnehin damit umgehen, oder ist ein Naturtalent. Hat es etwas mit dem Alter zu tun? Nein hat es auch nicht. Das hängt mit so Vielem zusammen, greift ineinander hinein und wehe, wenn da vielleicht ein Häkchen fehlt, oder das Format ein anderes ist, oder Text in ein Feld muss, der da gar nicht hinein möchte, dann kann man daran verzweifeln.

Wenn ein Programm plötzlich an einer Stelle ein Häkchen setzt, das dort nicht hin gehört und niemand das weiß und unter der Auswirkung ein anderer zu leiden hat, dann ist der ein armer Tropf, ist der Dumme und hat die Lauferei. So geschehen. Weil B gemeldet hat, bekam A ein Häkchen gesetzt und C sagt, bei ihm ist aber alles so, wie es zuvor gewesen war und D, der arme Tropf verzweifelt, bis er per Zufall bei C, nach zwei Wochen und zweitem Besuch dort, auf die richtige Frau trifft, die lächelnd sagt, das haben wir öfter und sodann zum Telefon greift, um A anzuleiten das Häkchen, das B verursacht hat, zu entfernen. Verstanden? Ich auch nicht. Nach gut zwei Wochen hin und her und hoch und runter klappt es dann doch. Abgelegt, behalten wir im Auge.

Schon mal probiert mit Create Space ein Buch zu installieren? Nein, na dann mal los und wenn es nur zum Spaß ist. Das alleine wäre schon eine ganze Story. Create Space eingerichtet, Titel „Rosenspiel“ und gleich noch „Rose Game“ für die englische Version eingegeben. Als nächstes war die Story selbst einzugeben. PDF wird erbeten und angenommen und formatiert wird automatisch. Prima, alles erledigt und los geht’s. Alles perfekt. Perfekt? Weit gefehlt. Die Vorschau öffnet sich und schwups der Druck ist überall, nur nicht komplett und nicht dort wo er sein soll. Abermals bearbeiten. Einfügen. Sieht genauso aus: drüber, drunter, daneben aber nicht darin. Falsches Buchformat gewählt? Na gut, ein anderes ausgesucht. Nochmal, sieht genauso aus. Nun bin ich nicht so die Tüftlerin am PC und bin froh darüber, dass ich das, was ich im Normalfall brauche, auch beherrsche. Wann aber ist an einem PC schon mal der Normalfall? Eigentlich nie, oder? Was nun? Frau liest genauer, ja auch das sollte man tun, genau lesen, was sich aber, trotz guter Englischkenntnis, gelegentlich dennoch als schwierig erweist, erweisen kann. Ich bin kein Buchdrucker, nehme bei einem Bekannten, der das beherrscht, einen kurzen Einführungskurs. Um das abzukürzen nach stundenlanger Tüftelei, an drei verschiedenen Tagen, endlich, sieht das wie ein Buch aus. Gleich in englischer Sprache nochmals, nicht ganz so lange gebraucht. Fällt mir die Geschichte mit der Truthahnbraterei ein, ihr kennt die bestimmt, bei der die Köchin oder der Koch mit dem Fortschreiten der Garzeit des Puters sich am Whiskey labt und labt und labt und labt. Klar? Ist aber nicht und so schaffe ich das irgendwann, dass die Geschichten eingestellt sind. Das war innen und nun außen, alles soll easy gehen. Nicht doch, geht nicht. Ein Buch hat zwei Seiten und somit das Cover auch, vorne und hinten und hinten steht dann auch noch einiges geschrieben. Verdammt! Ich bekomme von meinem Grafiker ein leeres Blatt geschickt, in gleicher Farbe wie der Hintergrund vorne. Text einfügen, das geht, aber das ist so klein geschrieben, das eine Lupe nicht reicht um es lesen zu können. Vergrößern? Geht nicht. Wieder probiert, und wieder und wieder und aufgegeben, weil das eine Frage des passenden Programms ist, das ich nicht habe. Nun ist der Grafiker wieder am Zug, weil ich das einfach nicht kann. Punkt.

Wer nun denkt, dass ich mich alleine nur so anstelle, der irrt, denn ich habe mich unter meinen Kollegen und Kolleginnen umgehört, die selbst verlegen, und stelle fest, dass jene, die auch Prints anbieten, auch Probleme hatten. Aber die Anzahl der selbstverlegenden Autoren wir mehr und mehr steigen und man muss kein Prophet sein, aber der Buchmarkt unterliegt einem Wandel, weil der Geldfluss an den Autoren vorbeifließt und wenn man pro Buch um einen Euro herum bekommt und obendrein die PR selbst machen muss, dann braucht man keinen Verlag. Das ist jetzt keine Jammerei oder so, aber alle, die schreiben, egal, ob Journalisten, Autoren erleben seit Jahren einen Preisverfall ihrer Arbeiten und selbst wer bei einem Verlag unterkommt, kann nur dann stechen, wenn er regelmäßig die Bestseller-Listen erklimmt und selbst dann wird es für ihn nicht unbedingt einfacher. Das ist so und das wird sich nicht mehr ändern. Anstatt zu einem kleinerer bis kleinen Verlag zu gehen, für fast lau, dazu die eigene PR am Hals, kannst Du das alles selbst machen, auch wenn es nervig ist, immer und immer wieder die Werbung für das Werk zu posten, nervig nicht nur für die anderen, nein auch für die Autoren selbst. Ich noch keinen Autoren, auch keine Autorin getroffen, der gerne PR macht.

Während der letzten zwei Wochen kam mir immer und immer wieder Murphys Gesetz in den Sinn:

„Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonst wie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen.“ („If there’s more than one possible outcome of a job or task, and one of those outcomes will result in disaster or an undesirable consequence, then somebody will do it that way.“)

Kommt bekannt vor? Richtig, ist immer so, ein Fehler hat sich eingeschlichen und alles endet im Chaos. Aus diesem Chaos heraus gehe ich nun ins Wochenende. Fast jedenfalls, bevor das beginnt geht das heute zu Currywurst und Champagner. Scherz? Nein ganz bestimmt nicht. Ich habe keine Ahnung was ich davon erwarten kann und hoffe nur, dass die Curry über ihre Rundungen keinen Abgang macht und wenn, dann aufs Nachbars Hose und das Glas mit dem Champagner sich nicht über dem Tisch ergießt, was kein Problem wäre, weil das nicht mein Getränk ist. Als dann raus in den Biergarten und die Zeit genießen. Wer weiß wie viele dieser lauen Abende noch kommen werden. Laßt es Euch gut gehen!

 

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