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Es brannte in der Klosterstraße

Tag danach

Heute weiß ich gar richtig wo ich anfangen soll. Man sollte es nicht schreiben, aber ich bin richtig heftig müde, werde gar nicht richtig wach und komme mit dem, was ich eigentlich heute schreiben wollte gar nicht nach.

Ich wollte darüber schreiben, dass ich Mittwoch im Kino gewesen bin und habe den Film „The King’s Speech“ gesehen. Darüber wollte ich schreiben, aber dann brannte gestern in mittelbarer Nachbarschaft, aber in Sichtweite der Dachstuhl eines Hauses. The King’s Speech kommt dann etwas später, weil ich gegafft habe. Immerhin dauerte es gut drei Stunden bis das Feuer gelöscht war. Ab welchem Zeitpunkt es die Feuerwehr unter Kontrolle hatte, das weiß ich nicht, aber kann sie es unter Kontrolle haben, wenn das Feuer sich weiter ausbreitet? Wäre für mich nicht verständlich.

In der Umgebung hier ist ein Mix aus alten, älteren und neuen Häusern. Dieses Haus gehört zu meinen Lieblingen, einzig man hätte es restaurieren können, die Farbe etwas aufgefrischt, es hätte so schön strahlen können. In der Morgenpost steht heute, hat einen Freundin mir gerade erzählt, dass der Brand in einer Wohnung im vierten Stock ausgebrochen sei, die Anwohner den Brand gegen 15 Uhr bemerkt und per Notruf der Feuerwehr gemeldet hätten und diese nach Stunden schließlich den Brand unter Kontrolle gebracht hätte.  Menschen kamen nicht zu Schaden. Das ist die Hauptsache.

Das Haus, es könnte sicher unzählig viele Geschichten erzählen, gleicht, von außen betrachtet, einer grauen Maus. Mir hat es immer gefallen, weil es nicht gleichmäßig war, nicht ein Stockwerk dem anderen gleicht. Unten im Erdgeschoß ein Waschsalon in dem die Menschen der Umgebung fast rund um die Uhr ihr Wäsche waschen konnten. Links daneben der Eingang und daneben „Kristall“ ein Dönerladen, der scheinbar gut, denn dort hat man oft Polizisten ihren Döner kaufen sehen.

Der erste Stock ziemlich normal, alles eckig wie gewohnt, die Fenster, die Balkone. Dann das zweite Stockwerk, die Balkone haben Rundbögen, stören so das Bild der Eintönigkeit. Im dritten Stock, dann wieder alles eckig. Neben den Balkon sind in jedem Stockwerk Erker, bis nach oben, auf einer Seite mündet das in einem kleinen eigenen Spitzdach. Aber nur auf einer Seite. Vielleicht hat es halbwegs den Krieg überstanden und sieht deshalb so ungleich aus, weil man danach mit dem was man hatte das wieder aufgebaut hat, was kaputt war. So sieht es jedenfalls für mich aus. Es ist kein Haus, das optische Perfektion sein eigen nennen kann.  Gerade das ist es was mir so gefällt.

Das Feuer ist gelöscht, war es gestern Abend schon. Die Gutachter müssen nun ihre Arbeit tun, entscheiden, ob es zu reparieren ist oder nicht. Ob die Bewohner wieder in ihre Wohnungen dürfen? Ich weiß es nicht. Ob sie das je wieder tun dürfen? Auch das weiß ich nicht. Ich würde es dem Haus wünschen, dass alles wieder in Ordnung kommt.

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2 Kommentare zu „Es brannte in der Klosterstraße“

  • tanne says:

    das ist das haus, in dem ich wohnte…bis freitag.
    meine wohnung ist die rechte. ich habe heute erfahren, dass es mein stockwerk nicht mehr gibt. nichts steht mehr an seinem platz und alles ist zusammengebrochen. zum zeitpunkt des brandes war ich beruflich in peking. ich kam wieder- und hatte nichts mehr. ich weiss gar nicht, was ich machen soll und wo ich anfangen soll. ich denke ständig daran, wo meine sachen liegen können, unter welchem schutthaufen. die obersten stockwerke dürfen nicht mehr betreten werden, ich habe mein haus und vor allem meine wohnung mit all meinen persönlichen sachen so sehr geliebt. in dem kleinen erker stand mein bett. ich kann mir nicht vorstellen, dass mein schmerz jemals vorbeigeht… 🙁

  • Gitta says:

    Das tut mir sehr leid zu lesen und mir fällt einfach nicht ein, wie ich Dich trösten könnte. Ein klein wenig kann ich das Gefühl der Ohmacht einer Situation gegenüber nachempfinden, aber nicht wie es sich anfühlt alles verloren zu haben. Ich drücke Dir die Daumen, dass sich das alles für Dic irgendwie auflöst.

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