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Es twittert all überall

Es zwitschert und trällert und manchmal wird man davon auch früh am Morgen geweckt, vor allem dann, wenn man länger schlafen könnte. Aber das macht nichts, es ist schön dieses Gezwitscher zu hören, wenn die Sonne im Begriff ist aufzugehen so sie es denn nicht hinter Wolken tut.

Es zwitschert und trällert aber auch in den Weiten des Internets: man twittert. Also wenn alle twittern, will ich zumindest wissen was es ist. Also rein zu twiiter.com, angemeldet. Irgendwie passierte da wenig und ich bin wieder gegangen, habe es gänzlich vergessen. Das ist nun schon einige Zeit her. Vor einigen Tagen dann habe ich einen zweiten Anlauf unternommen und mich mal wieder eingeloggt, nachdem ich einige Berichte darüber gesehen und gelesen habe. Vor allem wer da so alles twittern soll.

Ich sitze also vor dem Bildschirm, es war schon spät, und denke krampfhaft über prominente Namen nach, die ich mal eingeben könnte. Da fällt mir schlagartig keiner ein. „Komm“ dachte ich „das kann doch so schwer nicht sein.“.  Es war schwer und dauerte dann noch eine Weile und mir fielen Namen wie Reiner Calmud ein, der in dieser Reportage als Twitterer genannt worden war.  Mir sind dann noch einige Namen mehr eingefallen bis hin zu in- und ausländischen Politiker. Schon witzig wer da so alles zwitschert und vor allem Zeit müssen die haben, unglaublich. Schätze mal die meisten lassen twittern, auch gut wieder ein Arbeitspaltz gesichert.

Aber ich sehe es vor meinem geistigen Auge: Sitzung im Bundestag, irgendwer steht am Rednerpult und müht sich ab irgendetwas Intelligentes von sich zu geben, was sowieso niemand hören will. Die meisten Abgeordneten tun das was sie immer tun, glänzen mit Abwesenheit, der Rest sitzt da und twittert. Wann hätten sie sonst Zeit dafür?  Ich glaube immer.

Schauspieler bei Dreharbeiten haben es da schon einfacher: die meiste Zeit verbringen sie damit zu warten und können entweder ihren Text lernen oder twittern. Reporter, Journalisten  twittern berufsmäßig, Kabarettisten auch. Schüler twittern anstatt zu lernen. Die Oma twittert, der Opa auch, die Kinder, die Enkel, der Chef tut es und seine Angestellten auch, alle Welt twittert, schickt Nachrichten, die 140 Zeichen nicht überschreiten, hinaus in die weite Welt. Schaffen sich eine unübersehbare Menge an Kontakten, die sie niemals persönlich kennen lernen werden. Warum auch nicht, was ist so schlimm daran? Nichts solange die andere, die direkte Kommunikation mit Freunden, Verwandten, Kunden und Kollegen nicht darunter leidet.

Nachrichten, ob richtig oder falsch, verbreiten sich in Windeseile, Kommentare dazu sind schnell gegeben. Auch das ist nicht weiter schlimm sofern sie niemandem schaden. Ist es die Schnelligkeit, die jeden Nachrichtenserver toppt, die so faszinierend ist? Was habe ich davon, wenn ich etwas erfahre, das die Welt erst Minuten später erfährt? Was habe ich davon die Welt in Windeseile wissen zu lassen was ich gerade tue, wie ich gelaunt bin, ob an meinem Wohnort die Sonne scheint und mein Hund Nachbars Katze den Baum hinauf gejagt hat, von dem sie dann schließlich nicht mehr herunter kam? Ich weiß es nicht und ob ich es je erfahren werde? Wen interessiert das wirklich?

Und das alles weil einer mal damit angefangen hat zu sagen: „Follow me https://twitter.com/GittaBecker.

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