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Griechenland, Grexit, bargeldloser Zahlungsverkehr

Griechenland, never ending story. Blickt da irgendwer noch durch? Klar wir Deutschen sind, wie immer und für alles, die Bösen. Muss so sein. Da kam einer vor fünf Monaten an die Regierung in Griechenland, der hat der Bevölkerung versprochen, dass man das, was von der EU verlangt wird knicken wolle, dass Griechenland sich nicht kontrollieren lasse. Er würde das stemmen, würde alles besser machen. Das vollkommen parteilos betrachtet. Was ist während dieser fünf Monate passiert?

Egal, ob ich Schäuble sympathisch finde oder nicht, ob ich für oder gegen Frau Merkle bin, eins muss man zugeben: Die haben Nerven, die lassen sich kein zweites Mal von Tsipras aushebeln und veräppeln. Das Papier fünf Jahre Auszeit im Grexit, das Schäuble aus dem Ärmel gezaubert hatte, hat seine Wirkung nicht verfehlt. Denn einerseits wollten die Griechen dem Sparpapier nicht zustimmen, auf der anderen Seite wollen sie im Euro bleiben. Der Mann, Schäuble, ist schon ein gerissener Taktiker. Die Berichterstattung ist im Moment sehr stark auf das ausgerichtet, was ausgehandelt wurde, aber wirklich wissen wir alle, weder wir noch die Menschen in Griechenland nicht, was da wirklich läuft, was während der letzten Monate gelaufen ist. Alles auf dem Rücken der Griechen. Diese Menschen dort leben seit Jahren mit einem unvorstellbaren Hü und Hott, für das ihre eigene Regierung die Verantwortung trägt, weil sie, so kommt das bei uns an, nie das getan haben, was zu tun war. Möglich, dass das Geld dort zu mächtig ist. Bezahle einer hier in Deutschland mal seine Steuern nicht. Das kommt gut. Da freut sich das Finanzamt, sein Konto ist schneller dicht als er „Wau!“ sagen kann. In Griechenland scheint, ich schreibe scheint, weil ich es nicht wirklich weiß, das so nicht zu sein. Auf der anderen Seite sind wir hier alle gläsern und wenn, früher oder später wird das kommen, jeder nur noch bargeldlos bezahlen kann, dann ist es passiert: Die Sparstrümpfe unter dem Bett, in die man so nach und nach ein paar Münzen und Scheine gegeben hat, gibt es nicht mehr. Der Staat, die Behörden wissen um jeden Euro, den wir haben, wissen genau welches Geld wir wo ausgegeben haben. Wie lernen Kinder dann sich ein Eis zu kaufen? Oder in den Supermarkt zu gehen und eine Tüte Milch zu kaufen? Wie geht das dann? Mit Handy? Wir lernen sie Geld geben, das Rückgeld zu zählen? Um die Alten muss man sich keine Gedanken machen, denn bis das Tatsache werden wird, sind jede, die nie einen Computer und/oder Handy benutzt haben, so makaber das jetzt klingen mag, ausgestorben. Wie geht das dann, dass die Oma oder der Opa den Enkelkindern mal einen Euro zusteckt? Wir geht das dann, dass man seinen eigenen Kindern mal ein Scheinchen gibt? Ist das gut? Die letzte Bastion zur totalen Kontrolle abgeben? Stellt Euch das jetzt mal wirklich vor. Jeder Trottel kann dir zu jeder Zeit vorrechnen wofür du dein Geld ausgegeben hast: Die Krankenkasse erklärt dir, dass du einen Aufschlag bezahlen muss, weil du rauchst oder gar dir ab und an ein Glas Wein oder auch zwei gönnst, außerdem lebst du bei der vielen Sahne und Creme fraiche äußerst ungesund und obendrein isst du zu viel Fleisch und lebst zu ungesund. Sport treibst du auch nicht, also musst du einen höheren Beitrag bezahlen. Der nächste kommt und erklärt dir, dass dein Auto zu viel Sprit verbraucht, du zu viele Kilometer gefahren bist, ergo musst du mehr KfZ-Steuer bezahlen. Das lässt sich beliebig fortführen.

Müssen sich aber nicht so die Griechen fühlen? Sie werden total kontrolliert. Wem haben sie das zu verdanken? Uns? Nein, ihren Regierungen, egal welcher Couleur diese auch immer war oder ist. Allerdings muss ich eins zugeben, dass die letzte Regierung dem Fass den Boden ausgeschlagen hat. Die logische Konsequenz konnte nur die sein, dass der Kurs härter sein würde, als während der letzten vergangenen Monate. Die Regierung hat hoch gepokert und verloren. So kann das nun mal passieren. Was bei all dem aber nicht passieren darf, ist das, dass die Bevölkerung unversorgt ist. Damit meine ich, dass zum Beispiel wichtige Medikamente, egal für wen und wann, da sein müssen, dass jeder die Chance haben muss, seiner Krankheit entsprechend behandelt zu werden. Vor allem muss das direkt ohne Zwischenhändler und weiß nicht noch was alles, ihr wisst was ich meine, dort ankommen wo es hinkommen soll.

Ich habe keine Ahnung ob es Sinn machen würde Griechenland ein Verwaltungssystem wie das unsere aufzudrücken. Damit meine ich, dass unsers auch nicht hammermäßig gut ist, aber es ist dort wo es gilt Geld einzutreiben effektiv und dort wo es darum Leistung zu bringen mangelhaft. Aber so ist das eben, aber so gesehen würde es passen, denn die Einnahmen würde zuerst gar nicht ausgegeben werden. Das griechische Steuersystem – wer kennt das? Ich nicht. Aber bei aller Härte und bei aller Strenge muss man aufpassen, dass die Selbstversorgung der Bevölkerung untereinander nicht gestört werden wird: Ich habe Tomaten im Garten und du die Gurken, ich gebe dir und du gibst mir. Das gibt es bei uns auch, machen wir uns nichts vor. Übrigens, wenn mal alles bargeldlos ist und wer auch immer ein paar Tomaten gibt, oder der Garten oder Balkon welche hergibt, ein Bild von einem leckeren Tomaten-Basilikum-Mozzarella-Teller postet, der muss damit rechnen, dass er gefragt werden kann, wo die Tomaten her sind, weil man die letzten vor acht Wochen gekauft hat. Das ist übertrieben, aber ein Kern Wahrheit liegt durch aus in meinen Worten. Bargeldlos, komplett ermöglicht die absolut totale Kontrolle über jeden Cent, den man hat oder auch nicht. Straßenhändler, die am Wegesrand ihre Ware anbieten, oder vor ihrem Garten, all das wird es dann nicht mehr geben. Wir laufen alle sehenden Auges in eine totale Kontrolle und Überwachung hinein und der absolut letzte Rest an Freiheit ist dahin.

So damit bin ich für heute am Ende. Was möchte ich den Menschen in Griechenland wünschen? Dass sie nicht zu sehr unter den Fehlern ihrer eigenen aktuellen und vorangegangenen Regierungen leiden, dass sie es schaffen und packen und alle anderen Länder in Europa überholen mögen, dass sie das auf die Reihe bekommen. Für den absolut bargeldlosen Zahlungsverkehr ohne Münzen, ohne Papiergeld, absolut ohne Bargeld, wünsche ich mir, dass das niemals eintreten möge. Laßt es Euch gut gehen!

 

 

 

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