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Griechenland, Pegida – unruhige Zeiten

Allerhand los dieser Tage. Die Griechen hätten Angela Merkel gestern abgewählt. Ich frage mich dabei aber, wie sich der gute Mann das alles vorstellt und ich glaube, wenn er zehn Prozent dessen, was er versprochen hat dann halten kann, dann wird er gut sein. Wäre ich EU, dann würde ich da ganz gelassen reagieren und ihn erst mal kommen lassen. Was stellt er sich eigentlich vor? Zurück zu alten Mechanismen und wir bezahlen das? Schuldenschnitt und wir bezahlen die Schulden und die elf Milliarden aus Zeiten, die längst vergangen sind? Was mit dem Geld, dass das Land bekommen hat? Aus dem Topf der früheren EWG. Ich meine mich ganz dunkel daran zu erinnern, dass das Land bereits mehrere Schuldenschnitte bekommen hat.

Ich meine man darf gespannt sein, was da alles aus dem Hut gezaubert werden wird, was gehen wird und was nicht. Aus dem Euro aussteigen will er aber auch nicht und wenn, mir scheint, dass da heute für die restliche Staatengemeinschaft keine nennenswerten Folgen mehr entstehen werden.

Pegida, in meinen Augen eine gefährliche Vereinigung. Wenn ich dann lese, dass gestern Jubel ausgebrochen war, als Kathrin Oertel das Mikrofon übernommen hat, dann ist das für mich verkehrte Welt. Sie war Sonntag vor einer Woche bei Jauch und mit Verlaub hat sie eine Menge gequirlten Mist losgelassen. Schicken wir alle Muslime raus. Und dann? Zum Verständnis: Ich bin gegen jede Art von Gewalt, bin für Freiheit, in jeder Form, für Gleichheit und Gerechtigkeit, aber mal im Ernst Frau Oertel, gehen Sie dann auch in ein Pflegeheim und wischen pflegebedürftigen Menschen den Hintern? Oder steigen Sie auf dem Müllwagen auf oder fahren Streife mit der Polizei, setzen sich in ein Amt oder backen früh um vier Uhr Brötchen? Wie Sie wollen die Menschen, die dauerarbeitslos sind dazu zwingen diese Arbeiten zu verrichten? Na dann gute Nacht! Ich möchte dann nicht pflegebedürftig sein, vor leeren Brötchenkörben stehen, oder drei Stunden darauf warten, dass die Polizei kommt, wenn ich sehe, dass unten auf der Straße eine Schlägerei im Gange ist. Damit wir uns verstehen gewaltbereite Islamisten haben hierzulande nichts zu suchen, solche die meine Freiheit einschränken, meine Rechte als Frau aushebeln wollen schon gar nicht. Aber verdammt noch mal, eine Pegida, die ein unsichtbares, braunes Deckmäntelchen trägt will ich gleich drei Mal nicht. In keiner Form.

Ich bin in Freiheit aufgewachsen, kann mich an den Bau der Mauer nur ganz dunkel erinnern, aber dafür umso besser an die Risse, die sie durch die Montagsdemonstrationen bekommen hat, bis hin zu ihrem Einsturz. Ich möchte keine neue Mauer, nicht dort wo sie stand, noch eine neue um unser gesamtes Land herum, wofür Pegida glaubt bereits den Mörtel anrühren zu müssen, möge es ihnen verwehrt bleiben dafür auch noch Steine zu bekommen.

Unruhige Zeiten sind das, auswandern hilft auch nicht, dann nicht immer ist das Traumland der Traum schlechthin. Irgendwann wird man auch hier aus seinen Träumen erwachen. Also bleiben wir, sitzen wir diese Zeiten aus, gehen da durch, überstehen Pegida und andere Genossen, beäugen, was in Griechenland passiert und freuen uns auf ruhigere Zeiten, die ganz sicherlich auch wieder kommen werden. Bald ist Frühling, eine freundlicher Zeit, heller, lichter, netter: Laßt es Euch gut gehen!

 

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