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Harry Potter – das Ende

Ich bin durch mit Harry Potter, meine Kinder auch, nun sind sie erwachsen. Sie haben sich durch alles Bände gelesen, in Deutsch und teils in Englisch, sind mit Harry, Hermine und Ron durch Höhen und Tiefen marschiert, haben deren Schulalltag erlebt und erlitten, Tüten mit Popcorn, Mineralwasser und Cola konsumiert, sind meilenweit mit ihnen durch magische Wälder gelaufen, haben gegen böse Mächte und vor allem Lord Valdemort gekämpft. Und ich mitten drin und Samstag auch noch in 3D.

Die Saga, die Geschichte um Harry Potter ist durch, der Held lebt, seine Freunde auch. Gut so. Ich nehme das Ende des Filmes vorweg – ich setze voraus, dass jeder das Buch kennt – Potter kommt mit Rons Schwester zusammen, der wiederum mit Hermine und alle haben sie Kinder, die sie auf dem Bahnsteig 9 3/4 nach Hogwarts verabschieden. Die Grundlage für eine neue Runde der Geschichten um die Potters?

Ich fange mit der 3D-Brille an. Wie gut, dass irgendwann im Kino das Licht ausgeht, den mit dem Modell „3D“ der Kinowelt sieht man alles andere als knuschelig aus. Orange kleidet mich nicht, zumindest im Gesicht nicht. Im Ernst, wer die Vorführungen der MGM- Studios in Amerika kennt, wo einem pausenlos irgendwelche Trümmer um die Ohren fliegen, der sieht sich getäuscht, da fliegt vielleicht 2 oder 3 Mal etwas in den Zuschauerraum, scheinbar. Ansonsten bleibt der Zuschauer unberührt. Dennoch hatte ich das Gefühl mehr im Geschehen zu sein, mehr mitten drin. Es ist alles plastischer, realer, 3D eben. Und nach kurzer Zeit hat man vergessen, dass man Modell „Unmöglich“ auf der Nase trägt. Es hat mich begeistert in 3D zu gucken.

Zur Handlung. Dieser Zweite Teil des letzten Buches hat das gehalten, was der erste versprochen hat. Er war genauso kurzweilig, genauso gut gemacht, super gut umgesetzt. Ich hasse es mich durch Bücher lesen zu müssen, wo man stundenlang in der Gegend rumläuft und nix passiert. Das sind für mich Blätterbücher, da lese ich quer und blättere fleissig. Das ist mir bei einigen der Potterbücher passiert, dass ich geblättert habe, weil der Autorin augenscheinlich gerade nichts eingefallen war und sie aber Deadline hatte. Da lässt man dann halt seine Protagonisten seitenweise laufen oder beschreibt stundenlang wo es im Grunde nichts zu beschreiben gibt, weil alles schon gesagt ist.

Die Autorin Joanne K. Rowling hat eine ganze Generation Kinder dazu bewegt ihre Bücher zu lesen. Allein das war es wert, dass Potter geschrieben wurde. Die Filme waren das Schmankerl dazu, das in zweierlei Hinsicht die Geschichte abgerundet hat: einerseits bekam Potter ein Gesicht, andererseits füllte er, mit samt dem Drumherum die Kasse der Autorin in erheblichem Maß. Die Schauspieler Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint sind inzwischen erwachsen geworden, haben einen erheblichen Teil ihres bisherigen Lebens ihren Filmfiguren geopfert und damit Berühmtheit erlangt. Vielleicht erinnern wir uns mal wer Potter war, aber nicht wer Daniel Radcliffe ist. Was sie daraus machen werden? Man wird es sehen. Wobei, wenn ich ganz ehrlich bin mein Held immer Ron gewesen war. Er hat die meiste Prügel einkassiert, hat Harry oftmals den Weg frei geräumt. Harry hat dagegen immer nur den Ruhm kassiert. Wie im richtigen Leben, die einen ackern und malochen, die anderen streichen dafür den Ruhm ein.

Die beiden letzten Filme haben die Geschichte abgerundet. Das war wie in den Büchern: die ersten waren der Hit, die mittleren na ja, das letzte hatte enorme Längen, die ersten Filme waren genial, die mittleren na ja, aber die letzten beiden waren einfach nur gut. Harry Potter hat ein Ende und das ist gut so, auch wenn ich am Ende mit ein wenig Wehmut nach Hause gegangen bin, vermissen werde ich ihn nicht.

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