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Kleiner Klatschtag

Donnerstag, der kleine Bruder des Freitags. Wieder fast eine Woche vorbei. Die Zeit läuft schnell, ich will nicht sagen, dass sie rennt. Diese Woche war ereignisreich gewesen, auch, wenn sie noch nicht zu Ende ist. Die Katalanen wollen eigenständig werden. Die Hälfte von ihnen, vielleicht nicht mal die Hälfte. Die anderen sind Katalanen, aber auch Spanier.

Erstaunlich finde ich, dass man dann hört, dass sie erwarten, dass sie gleich mal zu den gleichen Konditionen wie Spanien Mitglied der EU sind. Man muss das bis über den Tellerrand hinaus denken und auch mal einen Blick nach Großbritanien werfen, wo der Brexit doch mehr Probleme aufwirft, als sie das selbst erwartet hatten. Die Erwartung war dort die, dass sie aus der EU austreten, aber ansonsten alle Vorteile von ihr nutzen können. Wenn das auch die Hauptbefürworter gedacht haben, dann waren sie recht naiv gewesen. Ich stelle mir die Frage, ob das Referendum nicht doch noch mal durchgeführt werden kann. Abgesehen davon war das kein Beschluss, den die Regierung zwingend hätte umsetzen müssen. Aber im Grunde ist es egal was tun oder nicht tun, es wird immer falsch sein.

 

 

Boris Becker, es war zu erwarten, dass seine Verbindlichkeiten enorm sein werden und Gerüchte, dass er ins britische Dschungelcamp würde gehen wollen, nein, Herr im Himmel lass sie nicht wahr werden. Nein, die britische Ausgabe des Dschungelcamps hat wohl angefragt, aber das hat er zum Glück abgelehnt. Ich weiß nicht wie er in den ganzen Schlamassel hineingeraten ist, auch, wenn ich eine Idee habe, die ich in meinem Blog einige Male beschrieben habe. Es wird so ausgehen, dass er nach einem Jahr im englischen Insolvenzverfahren seine Schulden los sein wird. Das haben wir in der Vergangenheit bei Verona Poths Mann und einigen mehr gesehen.

 

 

Allerdings hat Boris Becker auch irgendwie Glück in Unglück, denn ist die Insolvenzphase hierzulande deutlich länger, was man bei der Schnelligkeit der Wirtschaft, insgesamt in Frage stellen muss. Jüngstes Beispiel Air Berlin: Insolvenz – Bürgschaft aus unseren Steuergeldern – teilweiser Verkauf – Massenentlassungen Ende. Kein wirkliches halbes Jahr. Wobei ich das Gefühl habe, dass hier irgendetwas faul ist, das war von langer Hand vorbereitet, dass die Lufthansa ordentlich zuschlagen kann. Zurück zu den Insolvenzverfahren: Die vielen befristeten Arbeitsverträge in der Wirtschaft, die Unsicherheit, ob man morgen noch einen Job hat, müsste auch in Deutschland die Zeit eines privaten Insolvenzverfahrens drastisch verringern. Bei allen öffentlich wirksamen Wahlkampfthemen gehen solcherlei Probleme unter, die gesamten Verfahren, wie Mahnverfahren, Vollstreckung, Insolvenz müssen, angesichts der veränderten Bedingungen des kleinen Mannes, schnellstens und drastisch überarbeitet werden.

 

 

Ich habe mich vor langer Zeit mal mit einem Juristen darüber unterhalten, er meinte es ginge um den Schutz des Gläubigers. Ist ja alles recht und schön, der gleiche Gläubiger knebelt seine Mitarbeiter mit Zeitverträgen und entlässt Leute, wenn er seine nächste Tantieme gefährdet sieht, oder den Aktionären sagen muss, dass die Dividende geringer ausfallen wird. Sparmaßnahmen sind immer zuerst Entlassungen von Arbeitnehmern. Nun denn, so ist das eben und Boris Becker kann sich glücklich schätzen auf der britischen Insel zu leben.

 

 

Ein Thema, das mich diese Woche sehr berührt, nein falsch ausgedrückt, dass mich so wütend gemacht hat, dass mich innerlich so aufgewühlt hat, dass ich Rachegedanken entwickelt habe, die eigentlich nicht meine sind, hat mich so aufgewühlt, dass ich kaum schlafen konnte. Bevor ich den Einzelfall beschreibe ganz klar: Wer ein Kind missbraucht und so eine Kinderseele tötet, wer ein Kind misshandelt, ihm schweren Schaden zufügt, muss hart bestraft werden. Nicht, absolut gar nichts rechtfertig eine gewaltsame Handlung gegen Kinder.

 

 

Am vergangenen Montag bat das BKA die Öffentlichkeit um Unterstützung und zeigte das Bild eines kleinen Mädchens, das missbraucht worden ist, schwer missbraucht worden ist und das mehrfach. Der Täter hat das gefilmt, dachte, dass er vorsichtig genug ist, dass man ihn nicht erwischt, und stellte diese Filmaufnahmen im Darknet ein. Das BKA hat das Gesichtschen des Mädchens gezeigt und diese braunen, riesigen Augen werde ich nie vergessen. Ich habe kein Mitleid mit einem solchen Täter, der übrigens selbst Vater eines Sohnes ist, dem die Mutter des Mädchens ihre Tochter anvertraut hat. Er wurde gefasst und ich wünsche von ganzem Herzen, dass ihm jeden Tag im Gefängnis das Grauen widerfährt.

 

 

Das Darknet ist in aller Munde. In der Vergangenheit haben wir erfahren müssen, dass man hier alles bekommen kann, was die normale Welt nicht hergibt. Es ist aber auch Plattform für Menschen, die sich für Freiheit einsetzen und von ihren Regierungen nicht gefunden werden dürfen. Also eine zweischneidige Angelegenheit. Ich muss aber die Frage stellen: Sind wir überhaupt in der Lage das Darknet irgendwie zu kontrollieren. Rein technisch, ist das BKA dazu in der Lage. Sie haben den Tipp, dass hier ein Mädchen in Deutschland missbraucht wird, von den amerikanischen Behörden erhalten. In Australien unterhalten die Behörden selbst eine Kinderpornoseiten, sie haben sie von einem Verhafteten übernommen, um möglichst viele Pädophile aus dem Verkehr zu ziehen, aber reicht das aus, dass wir diese Tipps aus dem Ausland bekommen?

 

 

Auf der anderen Seite mus sich sagen, dass es für die Beamten, die hier ermitteln, die sich das anschauen müssen, sehr schwer sein muss, diese Bilder nicht mit nach Hause zu nehmen, nicht daran zuverzweifeln. Ich meine, das diese Männer und Frauen, die hier an den Bildschirmen sitzen, auch besonders betreut werden müssen, oder nach einer gewissen Zeit abgelöst werden müssen, was auch immer. So leid mir diese Beamten auch tun, irgendwer muss diese Drecksarbeit machen.

 

 

Das Wetter lässt auch zu wünschen übrig. Wo ist der Goldene Oktober, der „auch der Herbst hat schöne Tage“? Wo sind die letzten Sonnenstrahlen, die man im Café sitzend abarbeiten kann, wo man sein Vitamin D- Haushalt für den kommenden Winter noch ein wenig auffrischen kann? Bei dieser Gelegenheit: Wo war eigentlich der Sommer? Ich hatte kaum eine nette Begegnung mit ihm. Das war nix, das war lau, das war ätzend. Wenn der Sommer so gewesen war, vielleicht wird der Winter besser? Aber wenn er besser wird, ob er dann einem Winter gerecht wird, da kann ich nur sagen, dass wir das im Alltag nicht gebrauchen können. Ein wenig Schnee an Weihnachten ist vollkommen ausreichend, es darf auch ordentlich kalt sein, aber ansonsten kann der Winter moderat sein. Wenn wir schon so einen bescheidenen Sommer hatten, muss der Winter nicht gerade reinknallen.

 

 

Es gäbe so viel worüber ich schreiben könnte und die drei Themen von heute finde ich durchaus symptomatisch für unsere gerade komische Zeit. Ja, das tun wir, wir leben in einer außerordentlich komischen Zeit. In Berlin beginnt man langsam in Medias res zu gehen. Die Verhandlungen für Jamaika beginnen. Seehofer hat seine Obergrenze bekommen, ohne, dass man das Obergrenze nennen darf, Merkel hat ihre Zugeständnisse daraus bekommen. Die Grünen wettern dagegen, dass bei begrenzter Aufenthaltsdauer der Zuzug der Familien ausgesetzt wird. Ich finde das im Moment mal, bis man die Lage noch besser überblicken kann, so in Ordnung.

 

 

Menschen die eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis hierzulande haben, dürfen eh ihre Familien nachkommen lassen, ich meine das war so oder so schon festgeschrieben. Wenn nun die Grünen dagegen wettern, dann wollen sie entweder einen Verhandlungsjoker haben, oder sie haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt und werden bei der nächsten Wahl das zu spüren bekommen. Ich habe bei Jamaika Bauchweh, eindeutig. Der Wählerauftrag hat wohl weniger Stimmen für die GroKo ergeben. Aber da sie immer noch die Mehrheit hatte, sehe ich keine Grund, dass sie weitergemacht hätte.

 

 

Der ADAC hat vor einiger Zeit eine Studie in Auftrag gegeben: Tempo 30 in Städten und Tempo 50 eben dort. Heraus ist gekommen, dass der Ausstoß an bösen Stoffen bei Tempo 50 geringer ist, vor allem bei Dieselfahrzeugen, aber die Berliner Stadtsenatorin dafür will ab November in Hauptverkehrsstraßen Tempo 30 einführen. Sorry, die hatte nicht mehr alle Latten am Zaun. Da fehlen einige Tassen im Schrank. Mönchengladbach hat, unabhängig vom ADAC, eine Studie darüber gemacht, wie sie die Feinstaubkonzentration verhält, wenn man wieder mehr grüne Wellen im Verkehr schaltet. War wunderbar, die Werte waren ordentlich gefallen. Ich weiß, die Grünen möchten die Menschen in die öffentlichen Verkehrsmittel zwingen. Ich finde die grausam, da müssten sie sich eine ganze Menge mehr einfallen lassen.

 

 

Im Übrigen, was immer das Ergebnis der Verkehrsenatorin sein wird, es wir nicht wahr sein. Sie wird sagen, dass sie sehr zufrieden mit der Entwicklung der Abgaswert an diesen stellen ist. Aber wer einen gesunden Menschenverstand hat, der denkt nach und muss feststellen, dass das niemals korrekt sein kann. Ich lasse mich jetzt nicht darüber aus weshalb, aber wenn es soweit ist, werde ich das hier ausgiebig besprechen. Unserem Senat hier in Berlin kann man nicht weiter trauen, als man ihn sieht. Es ist logisch, wenn man sich die Studie vom ADAC anschaut und die von Mönchengladbach, da wird man keinem kommenden Bericht des Senats Glauben schenken können, weil so wie der gestrickt ist, das Ergebnis jetzt schon klar zu sein scheint.

 

 

Lernen die Politiker eigentlich nicht aus solchen Geschichten? Der Senat von Berlin tut alles, um, keine zweite Amtsperiode haben zu müssen. Es fühlt sich immer katastrophaler in der Stadt an, wenn man sieht, was die Leute da verbocken. Leider wählen wir so schnell noch nicht. Keine der Parteien, die da im Moment einen Schrott produzieren, kann mal jemand an der Uhr drehen, dass wir hier wieder wählen dürfen? Oder zurückdrehen dass wir noch mal den Mist korrigieren können?

 

 

Es gibt so viel Mist, den der Senat gerade zur Zeit verzapft, das ist eine Katastrophe und eigentlich gehören die alle in die Wüste geschickt. Damit will ich es heute wirklich belassen. Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende, viele angenehme Stunden und: Laßt es Euch gut gehen!

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