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Lob

Die Mutter, der Vater sie loben ihr Kind, feuern es an, wenn es seine ersten Schritte auf wackeligen Beinen versucht, sie toben vor Freude, wenn Worte wie „Mama“ oder „Papa“ fallen. Bastelwerke mitgebracht aus dem Kindergarten werden bestaunt und behütet und manchmal aufgehoben bis Enkel da sind, denen man zeigen kann, was ihre Mütter, ihre Väter im zarten Kindesalter vollbracht haben.

Eltern loben gute Arbeiten, wenn sie aus der Schule mit nach Hause gebracht werden, schimpfen aber auch mal, wenn was aus Faulheit daneben gegangen ist. Hand aufs Herz, wer hat da  nicht auch schon mal den „bösen Blick“ aufgesetzt? Irgendwann lässt das mit dem Loben nach, aber Kinder brauchen das immer, egal wie alt sie sind.

Wir selbst möchten doch für gute Arbeit auch beachtet werden, man hätte natürlich gerne, dass ich das in barer Münze auszahlt. Aber jedes Mal beim Chef vorstellig zu werden und um eine Gehaltserhöhung zu bitten? Na ja. Selbstständige haben es da sehr viel schwerer, ihr Lob ist die Weiterempfehlung einer guten Arbeit, der Zuverlässigkeit in der Abwicklung eines Auftrages. Ein Autor freut sich, wenn sein Werk weiter empfohlen wird.

Wenn ein Braten  gut gelungen ist, dann möchte man das gerne hören, aber auch, wenn er nicht ganz so gut schmeckt ehrliche Kritik. Wenn Frau oder Mann sich abrackert, Fenster putzt, das Auto poliert, den Frühjahrputz absolviert, dann kann man verlangen, dass das nicht als selbstverständlich hingenommen wird. Auch wenn man das gemeinsam macht, kann an dann nicht auch mal sagen, dass es Spaß gemacht hat, auch wenn ich Hausarbeit als etwas wenig produktives empfinde.

Es freuen sich selbst die Oma und der Opa, wenn man feststellt, dass sie noch gar nicht so alt aussehen wie sie tatsächlich sind. Das ist jetzt keine Unkerei, aber ein wenig ist da schon etwas dran. Oder? Niemand will hören, dass er oder sie alt aussieht. Das lässt die persönliche Eitelkeit nicht zu. Man geht spazieren, genießt das Leben, achtet auf das Äußere. Zugegeben, mit zunehmendem Alter drehen sich die Gespräche, die man mir Freunden hat viel schneller um Krankheiten als früher. Die Liste der Zipperleins wird länger, die Ausführungen dazu ebenfalls. Da wird über das Herz, den Blutdruck ebenso gequatscht wie über den „Zucker“ und dass man nur noch ein Stück, statt der üblichen drei Stück Kuchen essen kann. Beliebt sind auch die Knochen und Gelenke und  OPs daran, die man vor ewigen Zeiten oder aktuell gerade hatte, werden immer mehr ausgeschmückt. Wenn man sich mit Freunden zum Essen trifft, so gehört die erste Zeit immer der Frage nach dem Befinden und den Ausführungen hierzu.

Wer aber spricht über ihn? Er ackert und rackert, bewegt sich laufend, er arbeitet pausenlos vom ersten bis zu seinem letzten Tag? Er ist lang zugegeben, man könnte auch kürzer, aber alles hat seinen Grund. Er wird manchmal gequetscht, dass ihm schlecht wird und zweigeteilt, dass er sich fast entscheiden muss ob er oben oder unten mehr hinpackt. Er wird gefüttert, mit Gutem und Schlechtem, mit Dingen, die er mag und solchen, die er gar nicht mag. Manchmal ist er zu aktiv, manchmal auch zu träge. Über ihn sprechen? Nein, niemals nicht. Ihn für seine pausenlose Arbeit loben oder gar streicheln? Nein, niemals nicht. Das Ergebnis seiner Arbeit begucken, nicht wirklich, das wird rein technisch schon verhindert. Er ist riesig und doch nimmt er wenig Raum ein. Er verteilt was er bekommt so gut er das kann und soweit das seine Aufgabe ist. Er beseitigt gleich den Müll mit dem man nichts anfangen kann. Und doch er wird selten pfleglich behandelt.

So ist das mit unserem Darm. Er leistet seine Arbeit tagtäglich, mal schneller mal langsamer. Wir füttern ihn mit dem wonach wir Lust haben, was wir mögen. Aber beachten wir ihn? Kaum einer wird sich hinstellen, sich im Bewusstsein, dass er darunter ist über den Bauch streichen. Das tun wir nur, wenn wir ordentlich gegessen haben und satt sind.

Was wenn er nicht mehr will, wenn er krank wird, an Darmkrebs erkrankt, das, wenn rechtzeitig erkannt ohne Folgen bleibt. Das kann auch anders sein, wenn zu spät erkannt wird, das der Krebs angekommen, der Tumor zu groß geworden ist und Teile entfernt werden müssen. Dann plötzlich ist er im Gespräch, einem traurigen Gespräch, weil der Krebs dann oftmals schon gestreut hat und das das Leben kosten kann.

Nutzt das Angebot zur Vorsorge, geht zur Darmspiegelung. Es gibt genügend Ideen, wie man auch in jungen Jahren die Untersuchung machen lassen kann. Verspielt diese Chance nicht. Geht pfleglich mit ihm um, um wenn ihr satt seid, euch über den Bauch streicht, dann denkt auch mal an ihn, wenn es auch nur für einen Moment ist.

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