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Ziele

Vom Tag seiner Geburt an hat der Mensch Ziele, bewusste und unbewusste. Er lernt selbst essen, alleine laufen, das sind jene, die ich als unbewusst bezeichnen würde. Dann gibt es die Ziele, die der Mensch sich selbst steckt. Warum eigentlich? Würde es sich nicht sehr viel angenehmer leben, wenn man sich kein Ziel stecken würde?

Ziele stecken ist an Erwartungen gebunden. Ich behaupte, dass kein Kind sich das Ziel steckt, eine gute Note zu schreiben. Ich behaupte, dass Kinder gar nicht abschätzen können was Noten ganz weit vorne beim Abitur bedeuten können. Es lernt also die Erwartungen anderen zu erfüllen, nicht aber Ziele zu stecken. Wenn ich jetzt und hier und sofort beschreiben sollte, ob ich auch diese Erwartungen hatte. Ich weiß es nicht. Mein erstes Kind war geistig behindert, da lernt man, dass es andere, so viel wichtigere Dinge gibt als gute Noten, oder besonders früh stehen, gehen, rennen. Eine meiner Töchter sagte mal zu mir, dass es für sie vollkommen normal war die Schule bis zum Abitur zu machen. Ich, ihre Mutter hätte keinen Zweifel daran gelassen, dass das der Weg sei. Beide Mädchen haben das Ziel erreicht und es gab niemals eine Diskussion darüber, dass eine von beiden die Schule verlassen wollte. War das ihr Ziel oder meine Erwartung?

Wenn man jung ist, dann unterliegt man Idealen, die von der Umwelt vorgegeben sind. Individualität ist nicht gefragt. Das ist nicht der Weg, den ein Mensch gehen sollte, der führt nicht zum Ziel. Zu dieser Erkenntnis kommt man erst dann, wenn man sich einen Teufel um die Erwartungen anderer schert. Erst dann wird man in der Lage sein Ziele zu definieren, festzulegen wie man gehen möchte. Meist sind Ziele mit Zeiträumen verbunden, das muss man selbst entscheiden, ob man das so will. Es gibt Ziele, die zu erreichen von Beginn an unmöglich sind. Das aber erkennt man erst, wenn man schon auf dem Weg ist und dann muss man sie neu justieren, neu definieren. Ab und zu muss man auch mal ein Ziel weiter nach hinten auf seiner Lebensbahn schieben, weil der Weg dorthin unterbrochen ist. Dann ist das eben so. Dennoch sollte man dieses Ziel  nicht aus den Augen verlieren. Andererseits aber kann ein bestimmtes Ziel seine Wichtigkeit verlieren, es zu erreichen ist nicht mehr wichtig. Dann schlägt man eben einen anderen Weg ein.

Ich habe auch Ziele, natürlich. Sie sind nicht an Zeiträume gebunden, habe so eine eigene Dynamik. Gerne würde ich ab und zu arbeiten gehen, das möchte ich schon eine ganze Weile. Das aber wurde etwas gebremst durch gelegentliche Befindlichkeitsstörungen. Ich habe Geduld, sehr viel Geduld, also kann ich warten. Während der Wartezeit schreibe ich. Ich habe das Ziel zwei Manuskripte fertig zu schreiben, mich mehr um meine eigenen Belange zu kümmern, als um die anderer, ohne dabei Wichtiges zu übersehen. Egoistisch? Ja, klar, aber nur so kann ich meinen Weg gehen und mein Ziel finden.

Dieser Artikel ist auch zu lesen im Ava-Magazin, Link gleich hier, auf der rechten Seite.

Eines meiner Ziele war, Euch im Monat März täglich daran zu erinnern, dass der Monat März, ja jetzt kommt DAS wieder, der Monat ist der dem Kampf gegen Darmkrebs gewidmet ist. Ein sinnvoller Kampf wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann. Noch zwei Tage, dann ist er vorbei und ich lasse Euch für ein Jahr in Ruhe. Es ist nicht viel, was ich machen konnte, aber ich hoffe doch, dass es meinen Lesern hier ins Bewusstsein gerückt ist, auch wenn es vermeitlich wichtigere Weltereignisse gab, die alles Reden und Denken der Menschen eingenommen haben. So groß ein Weltereignis auch sein mag, es wird immer dnan so miniklein werden, wenn man plötzlich vor einer Diagnose steht, die man eigentlich hätte verhindern können. Dabei ist es so einfach, die Diagnose Darmkrebs zu verhindern. Ihr wisst wie es geht und wenn nicht, dann könnt ihr das hier auf diesem Blog in Beiträgen aus dem Monat März nachlesen, in fast jedem steht etwas dazu geschrieben.

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2 Kommentare zu „Ziele“

  • Ramin says:

    Schöner Artikel, vielen Dank dafür. Manchmal entdeckt man die ganz eigenen Ziele auch erst, wenn man das Ziel eines anderen verfolgt (und erreicht) hat, und sich dann denkt: hmm… das fühlt sich aber nicht so toll an wie ich mir das vorgestellt habe. Und dann fangen dir Räder an zu drehen 🙂

  • Gitta says:

    Hallo Ramin,

    danke für Deinen Eintrag. In manchen Lebenssituationen ist es egal wessen Ziel man verfolgt, Hauptsache man ist in Bewegung. Wenn aus dem Ziel eines anderes ein eigenes geworden ist und man dann daraus wiederum dann ein eigenes formulieren kann, dann ist das in Ordnung. Sich selbst nicht zu verlieren, das ist dabei wichtig.

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