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Morgenstund‘ hat Gold im Mund …

…sagt der Volksmund. Da ist schon etwas dran. Ich stehe gerne früh auf, genieße meinen ersten Kaffee, wenn alles noch ruhig ist. Im Sommer ist es dann schon hell und wenn dann noch die Sonne scheint kann nichts mehr schief gehen. Dachte ich heute auch als ich kurz nach sechs Uhr aufgestanden bin.

Dem war aber nicht so. Um fünf Uhr habe ich nach unserer Oma geschaut. Das mache ich immer, wenn ich während der Nacht oder am frühen Morgen wach werde. Ich fand sie unterwegs und habe sie zurück ins Bett verfrachtet und zugedeckt und ihr erklärt, dass es früh um fünf Uhr noch kein Frühstück gäbe. Ich bin dann selbst auch noch mal ins Bett und hörte es irgendwann rumsen. Nun haben in Lucky und Loreley zwei Katzen, die sich drum scheren ob wir noch schlafen oder nicht, wenn sie miteinander spielen und sich jagen.

Wie das so ist, man hat ein inneres Gefühl und das sagte mir, dass ich doch noch mal nach Oma gucken sollte, inzwischen war es auch ungefähr sechs Uhr, Zeit für meinen Frühkaffee. Als ich in ihr Zimmer kam, dachte ich, dass ich gerade im falschen Film bin. Sie saß blutend auf dem Fußboden. Wenn ich sage blutend, dann ist das auch so und zwar richtig. Ich habe mir Handschuhe geholt, habe sie untersucht wo das herkam und dann die Kopfwunde entdeckt und die Lache hinter ihr. Mein nächster Griff war der zum Telefon und die Feuerwehr anrufen. Zur Erklärung in Berlin werden die Noteinsätze bei Personenschaden von der Feuerwehr abgedeckt.

Ich erklärte worum es ging, wie alt die Oma, was passiert usw. All das, was man eben in einem Erste-Hilfe-Kurs lernt. Ich habe die Feuerwehr vor dem Haus erwartet, nein die Oma war nicht allein. Und dann kam die Feuerwehr. Drei Mann. Auf dem Weg nach oben, habe ich kurz angerissen was ich vorgefunden habe, denn was passiert war, weiß ich nicht, ich war nicht dabei gewesen.

„Sind Sie sich sicher, dass das genäht werden muss?“

„Hätte ich Sie sonst gerufen?“

Das sind die Sätze, die ich liebe, morgens inzwischen kurz nach sechs Uhr. Mir ist klar, dass die Feuerwehr oft genug umsonst gerufen wird und die Männer können nicht wissen, ob sie jemanden vor sich haben, der das beurteilen kann oder nicht. Immerhin kam er nach Begutachtung zu dem gleichen Schluß wie ich. Kopfverband anlegen war auch nicht seine Welt, erst fiel die Mullbinde runter und lag sie über ihren Augen, was er immerhin bemerkte und ihr Sichtfeld wieder frei machte.  Er hievte dann die arme Frau alleine auf ihr Bett, stöhnte dabei kräftig, sie auch. Verstehe ich nicht weshalb sie das nicht zu zweit gemacht haben. Unserer armen Oma stand inzwischen die Angst in den Augen, wusste gar nicht wie ihr geschah. Vielleicht haben wir noch den Nachtdienst erwischt und es war eine anstrengende Nacht, dann es ihm verziehen.

Sie haben die Oma, wie  nicht anders zu erwarten war, mitgenommen. Nun bin ich dabei mich selbst etwas zu sammeln, gleichzeitig zu frühstücken und alles umzuorganisieren, das in der Planung stand.  Wir würden angerufen werden, wenn sie fertig ist. So lange werde ich wohl nicht warten wollen, werde mich fertig machen und in die Erste Hilfe des Lynarkrankenhauses fahren, an das ich keine gute Erinnerung habe.  Das habe ich in meinem Buch „Gänseblümchen“ ab Seite 87 beschrieben.

Heute Abend, ist noch lange bis dahin, muss ich frisch und munter sein, lese aus meinem Buch „Das Rosenspiel“.  Ein vollkommen anderes Thema und das ist gut so. Zum Glück bin ich mit meinen Vorbereitungen fertig geworden und wenn nichts klappt, dann improvisiere ich, das geht immer.

Inzwischen haben wir unsere Oma wieder nach Hause geholt und die Erfahrung, die ich heute mit der Ersten Hilfe dort gemacht habe, war sehr viel besser als damals.

 

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2 Kommentare zu „Morgenstund‘ hat Gold im Mund …“

  • Ute says:

    Hallo Gitta,
    war wohl eher Schreck in der Morgenstund…
    Wünsche Euch allen besonders der Oma gute Besserung und erhole dich von dem Schreck.
    Ich drück die Daumen auch für heute abend.
    lg
    Ute

  • Gitta says:

    Liebe Ute,

    ja, das war wirklich Schreck in der Morgenstund‘. Oma war sehr schnell versorgt worden. Kaum, dass wir die Umorganisation abgeschlossen hatten, rief das KH an, dass wir sie wieder abholen können. Es geht ihr gut. Die Lesung war toll gewesen, mein Konzept, das ich dafür entwickelt hatte war gut und mal gucken was passiert.

    Dir frohe Ostern, laß‘ es Dir gut gehen.
    Herzliche Grüße
    Gitta

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