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Nein, wir zeigen keine Angst

Mein Mitgefühl gehört den Eltern, deren Kinder bei dem Anschlag in Manchester gestorben oder verletzt worden sind, den Angehörigen, der Erwachsenen, die nicht wieder nach Hause kommen, den Verletzten und jenen, die noch um ihr Leben kämpfen wünsche ich die Kraft zu gewinnen. Kein Wort kann den Schmerz beschreiben, den sie haben, kein Mitgefühl kann sie trösten. Ein steiniger Weg liegt vor ihnen.

Vielleicht sollten wir, die wir Pressekonsumenten sind, die Presse auffordern nicht mehr darüber schreiben oder berichten, dass da ein Anschlag stattgefunden hat, egal wo und egal wann. Das ist Wasser auf alle Mühlen dieser Verbrecher, die Allah vorschieben, in der Hoffnung er würde ihnen dieses Verbrechen verzeihen und Absolution erteilen. Vielleicht sollten wir dazu übergehen verschlüsselt zu schreiben: Heute sind am Ende eines Konzertes, bei einer Explosion unbekannter Ursache in Manchester 19, inzwischen sind es 22 Menschen ums Leben gekommen. Die Explosion ist auf einen technischen Defekt zurück zu führen. Ich habe verdammt noch mal etwas dagegen, wenn diese Schlappschwänze, die Waffen brauchen, weil sie nicht argumentieren können, sich mit solchen Taten beweihräuchern können.

 
Ich weiß, das ist illusorisch, weil es irgendwann doch mal rauskommt, dazu ist die Konkurrenz unter den Verlagen zu groß. Ich gebe zu, es würde mir gefallen, wenn man eine solche Nachricht herausbringen würde, so einen terroristischen Anschlag verneinen, sie Lügen strafen. Die würden Gift und Galle spucken. Jedes Mal, wenn so etwas geschieht, immer die gleiche Nachricht vertreiben, die geht schnell um die Welt und danach kann man nach und nach die Wahrheit herausbringen, dann ist zumindest der erste Hype vorbei. Oder aber man schreibt, dass ein Verrückter beim Bohren in der Nase explodiert ist. Und bitte kein Name, keine Info über den Täter. Ich will seinen Namen nicht lesen, sein Bild nicht sehen. So viel Beachtung hat kein Täter verdient. Aber jedes Opfer hat es verdient genannt zu werden, als Held bezeichnet zu werden. Berichterstattung ein wenig verkehrt, ich weiß, aber träumen ist in einer freien Welt nicht verboten.

 
Worum geht es bei diesen Terroranschlägen überhaupt? Es geht außer darum, dass auf der ganzen Welt nur eine einzige Religion herrschen wird, um Neid. Nicht um Gott, nicht um Allah, sondern um Neid und nur das. Warum um Neid? Warum sonst will man das zerstören wollen, das andere lieben, das nehmen wollen, das man selbst nicht besitzt: Freiheit, Glaubensfreiheit, Demokratie, Freude, Lebensfreude. Sie sind auf all das neidisch. Es gibt keinen anderen Grund. Kein Gott will solche Hassaktionen haben. Alles andere, du liebe Güte, das ist alles nur vorgeschoben. Warum, das muss man sich fragen, geht da durch die muslimische Welt nicht ein Aufschrei, wenn wieder ein Terrorist den Islam verhöhnt?

 
Konstruieren wir das mal: der Typ, der sich da getötet hat, warum hat er das gemacht. Er ist in England geboren worden, dort aufgewachsen. Warum tut er das dann? Integrationsprobleme? Wenn ja, dann hat er sich nicht integriert, obwohl er dort geboren wurde. Wenn er in einem anderen Land leben möchte, dann hätte er jederzeit gehen können. Was sagt man den Menschen, die nach Syrien kommen und dort zu Menschen geformt werden, die blöderweise ihr Leben wegwerfen, damit die anderen in deren Auftrag sie handeln, sich freuen können. Erlaubt das der Islam überhaupt? Ich möchte das bezweifeln. Kein Gott kann das gut finden und nur weil irgendein Imam erklärt hat, dass ein ganz bestimmter Zweig des Islam irgendwann die ganze Erde beherrschen wird, können doch nicht alle losrennen und Bomben zünden. Was bleibt? Neid. Neid, purer Neid. Warum aber arbeiten die Leute nicht, bauen etwas auf, was auch immer, lernen, geben Bildung weiter, ich meine Bildung nicht Fanatismus. Etwas erschaffen, anstatt zu zerstören, Liebe zu säen, statt Hass zu ernten. Niemals wir allein ihr Glaube auf dieser Erde herrschen, das ist für mich sicher. Sie können ihren Glauben haben und leben, können unfrei bleiben, und nicht wie wir, die wir in Freiheit geboren sind und diese leben, sondern gefesselt in der Scharia, die so unsinnig, wie antiquarisch ist, wie ihr Handeln.

 
Ihr größtes Ziel ist es, dass wir Angst haben. Natürlich ist es verständlich, für viele von uns, zu einer Massenveranstaltung zu gehen, mit dem Gedanken, dass irgendein Depp eine Bombe zündet, oder sonst einen Scheiß macht. Gestern Abend habe ich Markus Lanz‘ Talkshow gesehen und einer Gäste sagte sinngemäß, dass die Angst uns längst schon im Griff hätte. Ich glaube er hat Recht. Ich habe keine Angst, mich hält sie nicht im Griff, irgendwann muss jeder sterben und wenn es mich erwischen sollte, sei’s drum. Ich stürze mich jeden Tag in den Verkehr, wenn ich unterwegs bin, nutze die Bahn, oder auch das Flugzeug… muss ich weiterreden? Züge verunglücken, Flugzeuge fallen vom Himmel und Autos rasen ineinander hinein, Fußgänger kommen zu Tode. Habe ich deswegen Angst? Nein, habe ich nicht. Denken wir an die vielen Menschen, denen die Love Parade das Leben gekostet hat, oder die Panik im Heysel-Stadion, oder die Hillsborough Katastrophe in Liverpool, Brände in Discos und Clubs, die Liste der Unglücke, ohne die Beteiligung Bomben bestückter Körper, lässt sich unendlich lange fortsetzen. All das hat niemand je davon abgehalten wieder in ein Stadion zu gehen, in einer Disco zu tanzen, zu einem Konzert zu gehen, sich wieder des Lebens an einem Fußballspiel und weiterer Love Parades, die es immer noch irgendwo gibt, zu feiern. Warum um Himmels Willen sollen wir uns jetzt von einer Angst geiseln lassen, die umgepolte Menschen verursachen? Nein, absolut nicht.

 
Ich weiß, das ist natürlich kein Vergleich, das kann kein Vergleich sein, aber wenn man sich das vor Augen hält, dann lässt sich jeder Angriff aus den Reihen der ISIS überstehen, ohne in Angst zu versinken und degradiert den Anschlag zu einem Unglück. Das wiederum relativiert ein wenig die Angst derer, die welche haben und das wiederum zerstört die Idee, den Wunsch der Terroristen uns in Angst und Schrecken versinken zu lassen. Ich habe dieser Tage gelesen, dass aus Russland viele terroristischer Gruppen finanziert werden und ich stelle mir die Frage, warum passieren so wenige Anschläge dieser Glaubensgruppen in Russland.

 
Ich wäre Unmensch, würde ich mir nicht Sorgen machen, wenn eins meiner Kinder auf eine solch große Veranstaltung gehen würde, aber ich würde sie auf keinen Fall zurückhalten. Ich wünsche mir, dass die Medien in ihren Interviews, die sie glauben machen zu müssen, die Frage nach der Angst ausklammern würde. Denn nach einem solchen Anschlag und da ist mir der Breitscheidplatz allgegenwärtig, wurde in der Hauptsache gefragt: „Haben Sie jetzt Angst …?“ und brav wie die Menschen waren, haben sie „ja“ gesagt und jene Interviews, in denen die Befragten „nein“ gesagt haben, waren gar nicht gesendet worden. Die gab es nämlich auch.

 
Machen wir uns nichts vor, es gibt keine hundertprozentige Sicherheit, niemals, auch nicht, wenn es hundert Sicherheitsstufen gäbe und die hundertste genau jetzt aktiviert wurde. Es gäbe trotzdem keine hundert prozentige Sicherheit, nicht auf der Straße, nicht in der Bahn, im Flugzeug, in einem Stadion, in einer Disco oder gegen Attentäter, die im Grunde gar nicht wissen warum sie das tun. Was bringt es Angst zu haben? Nichts, absolut nicht, das ist verschwendete Lebensenergie, die man auf Angenehmeres lenken kann, dorthin, wo sie Sinn macht.
Ich wäre kein Mensch, würde ich mir keine Gedanken um meine Lieben machen, aber die mache ich mir auch, wenn sie ganz normal im Alltag unterwegs sind, wenn sie auf Reisen sind, wenn sie krank sind, wenn sie gesund sind. Warum also soll ich mehr Angst haben, wenn sie auf einer Veranstaltung sind? Oder ich auf einer solchen bin. Nein, lassen wir uns unsere Lebensfreude, die jene Menschen uns absolut neiden, nicht nehmen und durch Angst ersetzen. Diesen Sieg wollen wir ihnen nicht gönnen!

 
Geht raus, genießt die Sonne, den Wind, das Leben da draußen: Laßt es Euch gut gehen.

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