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November

November. Grauer, trister Monat, der graueste, obwohl nicht der dunkelste. Ob das an den vielen Gedenktagen für längst verblichene Mitmenschen liegt? Gelegentlich wird man dann in den Strudel mit hinein gezogen, ob man will oder nicht, man wird sich bewusst, auch wenn das vielleicht nur für kurze Moment ist, wie endlich, wir vergeßlich man selbst ist. Peng! Weg! Aus und vorbei! Sei es drum.

Ja, ich weiß klingt ein wenig melancholisch, aus gegebenem Anlaß nur allzu verständlich. Aber wer sind wir, was sind wir und was wird von uns bleiben? Mal ehrlich, Hand aufs Herz, kann uns das nicht wurscht sein? Ist nicht nur das wichtig welche Bedeutung das Leben für uns hatte? Nicht welche Bedeutung wir für die andern hatten? Wäre doch blöd so zu leben, ich meine so, dass ich den anderen gefalle. Was hätte ich davon immer lieb und nett zu sein? Nichts. Was aber hätte ich davon ein Ekelpaket zu sein? Auch nichts. Ich glaube die Mischung macht’s.

Jeder kennt diese Situation, wenn man mit einem anderen Menschen zusammenprallt, warum auch immer, auseinander geht und dann erst so dir richtige knallige Antwort im Kopf formuliert hat. Großer Mist, oder? Na ja, gelegentlich begegnet man sich ja zwei Mal und dann… Dann wird man wieder die falsche Antwort haben, oder das, was letztens war längst schon abgelegt hat. Aber im Ernst mich ärgert das schon, wenn ich dann überlege, was ich alles hätte sagen können. Ja, ja im Moment tappt da einer rum, der mir mit Sicherheit demnächst ins Netz gehen wird, ich habe mich schon darauf vorbereitet. Zwei Mal hat mich dieser Mensch schon aufs Glatteis geführt, ein drittes Mal wird ihm das nicht gelingen. Ich freue mich schon auf diese Begegnung, egal ob ich dann wieder den Kürzeren ziehen werde, aber wir werden sehen, bald schon.

Ehrlich, auch wenn ich nicht mehr die Jüngste bin, ich suche mich da immer noch zwischen fassungslosem Non-Verbalismus, weil es mir die Sprache verschlagen hat und gnadenlosem Austeilen, weil mir das nicht gegeben ist und ich daran immer arbeiten muss. Ich arbeite da sehr viel lieber mit diesen kleinen eleganten Spitzen, wenn sie mir denn einfallen. Zur rechten Zeit. Aber frau ist halt auch nicht immer in Form. Wie auch? Frau ist auch nur Mensch. Nun sollte ich noch die Kurve zum November bekommen, der auch nicht mein Thema war, der aber irgendwie da rein gerutscht ist, was in der Natur der Sache ist, weil eben November ist und samt und sonders alle Trauer und Totentage, die wir sie haben diesen Monat durchlaufen. Vielleicht wäre der November viel besser zu ertragen, wenn all das nicht wäre. Warum im November und nicht im zum Beispiel im Juli, da wäre die eine Hälfte im Urlaub und die andere läge am See und niemand wäre deswegen depressiv. Übrigens hörte früher in den Discos die Musik Punkt Mitternacht auf zu spielen, wenn am nächsten Tag einer dieser Sonntage war. Was war das ärgerlich. November halt, da musste man dann seine eigene Party machen.

Fünf Tage hätten wir dann schon geschafft, fast jedenfalls, na gut, vier und den Rest von heute. Aber man denn dieser Art der Tristesse trotzen: Video-Abende mit den Kindern, gemeinsam Essen mit den Freunden, sich beim Italiener oder ins sonstigen Kneipen treffen, gemütlich bei Kerzenschein und Tee ein Rendezvous mit einem guten Buch veranstalten, sich auf der Couch einkuscheln und einen alten Schinken anschauen, bei dem man vor Jahrzehnten so herrlich flennen konnte. Es gibt also so einiges um nicht in tiefe Depression zu fallen und ruckzuck ist der November erledigt und der Dezember leuchtet uns an, Kinderaugen strahlen, Weihnachtsmärkte laden ein. Also Kopf hoch, wir schaffen das! Laßt es Euch gut gehen.  

 

 

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