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Immer noch: #stayathome

Rund 83 Millionen Menschen leben in Deutschland. Viele davon im Shut-down. Noch haben wir den Turn-around-Punkt, den Peak, den Gipfel nicht erreicht. Erst dann, wenn die Zahl der Neuerkrankungen beginnt dauerhaft zu sinken, immer weniger zu werden, könnten wir die erste Welle überwunden haben. Machen wir uns nichts vor, es ist die erste Welle von einigen. Es ist verflixt, dass ein solche kleines, für das bloße Auge nicht sichtbare Etwas, dieses Virus uns das Leben so schwer macht. Dabei kommt der Frühling immer näher. Allerdings fürchte ich, dass es sich nicht darum schert, ob wir gerade Frühling, Sommer oder Herbst haben.

Gleich vorweg, ich kann mit Verschwörungstheorien an der Stelle nichts anfangen, auch nicht mit Ausdrücken wie China-Virus, oder Wuhan-Virus, auch dann nicht, wenn das Virus dort seinen Ursprung hat. Wissenschaftler haben eine Ahnung, woher es kam, wie es übertragen wurde. Okay, es gibt zwei Theorien, aber bei keiner kann man Boshaftigkeit unterstellen. Sachlich bleiben, auch wenn es total nervig ist, zu Hause zu bleiben. Meine Töchter übernehmen seit gestern unseren Einkauf und den für meine Mama, ihre Oma, die obwohl sie in einer Seniorenresidenz lebt, gerne ihr Glas Wein am Abend trinkt, ab und an etwas Süßes mag. Sie ist 93 Jahre alt und soll ihre liebgewonnenen Gewohnheiten behalten. Ich danke meinen Töchtern, dass sie uns versorgen, jetzt, da wir auf den „Peak der Pandemie“ hier zusteuern. Dank Euch!

Es ist ein seltsames Gefühl, wenn man durch die Straßen hier läuft, im Supermarkt Einkäufe erledigt. Ja, man hält Abstand, aber irgendwo zwischen Mehl, das es nicht gibt und gemahlenen Mandeln wird das für einen Moment vergessen und man kommt sich nahe, näher als man denkt, als man zur Zeit möchte. Wir haben noch nicht ganz eine Woche hinter uns gebracht. Wobei so ganz stimmt das noch nicht, es wären zwei, aber da es immer noch Partys, Feiern und sonstige Zusammenkünfte gegeben hat, hat sie der Hausarrest verlängert. Okay, die Kanzlerin teilt das gerade mit uns. Sie hatte Kontakt und arbeitet seit vergangenem Sonntag einsam in Selbstquarantäne.

Ich wünsche ihr, dass sie keinen Infekt bekommt, weil sie älter als 60 alt ist und somit zu der Risikogruppe gehört, zugegeben, ich bin nicht frei von diesen Gedanken, dem einen oder anderen etwas mehr als Fieber zu wünschen. So viel, dass es ihn umhaut, aber keineswegs tötet. Das wäre nicht ich. Leben und leben lassen ist immer meine Devise. Es gibt da eine ganze Reihe von Staatsmännern, deren Maßnahmen gegen das Virus und für die Menschen, die sie gewählt haben und sich ihnen somit anvertraut haben, zu spät kamen, deren späte Einsicht Menschenleben kosten wird. Das ist einfach so.

In einer Pressemeldung vom 10. Januar dieses Jahres gab die WHO bekannt, dass China am 31.12.2019 die Existenz des Virus erklärt hat. Keiner dieser Staatsmänner kann mir erklären, dass er nichts davon wusste, zumal die Social Mediakanäle an der Stelle schon sehr aktiv Nachrichten darüber verbreitet haben und wir alle via TV erfahren haben, womit, oder besser, wogegen China kämpft. Aber, ich wette, dass das die meisten Regierenden aller Länder gedacht haben, dass China weit weg ist. Pustekuchen! China ist näher als gedacht, im Grunde ist es um die Ecke. Am 28. Januar wurde der erste Corona-Fall in Bayern bestätigt. Das war in sich noch kein Problem, durch die Kommunikation mit China, war bekannt, dass dieses Virus hochinfektiös ist. Die Kontaktwege waren verfolgt worden und ein Ausbruch der Erkrankung konnte verhindert werden. Am 26.02., passenderweise Aschermittwoch, zeigte sich Corona in Heinsberg, welches zu einem Hotspot wurde, zumal der Erkrankte mit seiner Ehefrau, die ebenfalls infiziert gewesen war, nicht nur zum Karneval gewesen war, sondern davor oder danach auch noch im Tropical Island in Brandenburg gewesen war. Das Paar war in China, dann in Italien gewesen. Was soll man noch dazu sagen? Das war wohl des Guten zu viel, auch wenn zu diesem Moment die Epidemie für eine kurze Zeit noch unter Kontrolle gehalten werden konnte. Dann kamen die Urlauber aus Österreich zurück. Ski heil! Kann man dazu nur sagen, es war ihnen trotzdem gegönnt. Von nun an wurde es etwas schwieriger, Kontakte nachzuverfolgen, und Heinsberg wurde zu einem Hotspot. Gefolgt von Bayern und Baden Württemberg.

Am 13.02. haben die Gesundheitsminister in Brüssel wegen der drohenden Gefahr durch Covid 19 getagt. Aber: Bereits am 10.01.2020, dem Tag an dem die WHO ein Statement abgegeben hat, hat die Berliner Firma TIB Molbiol Testkits, die sie auf der Basis von aus China übermittelten Material, per Luftpost nach China geschickt (Quelle Tagesspiegel vom 06.03.2020). Also muss davon ausgegangen werden, dass das BMG sehr und sehr viel früher wohl unterrichtet gewesen war. Das soll kein Vorwurf sein, keineswegs. Ab wann der Bundesgesundheitsminister sich um die drohende Krise gekümmert hat, werden wir wohl nie gesichert erfahren. Es gibt im Übrigen einen Pandemieplan, der immer wieder überarbeitet wird. Dieser ist allenfalls allgemeingültig, wobei das Covid 19 alles bisher Dagewesene oder erdachte sprengt, auch das muss man bemerken. Bundesminister Spahn hat dann eine Menge bewegt, das muss ich zugeben, auch wenn ich zu manch einem seiner Gesetze seine größte Gegnerin bin. Er musste das ausbügeln, was wir seit Jahren bereits wissen: Unser Gesundheitssystem krankt und das nicht erst seit gestern, sondern seit Jahren.

Fangen wir bei den niedergelassenen Ärzten, vor allem den Hausärzten an: Sie bekommen eine Pauschale für die Behandlung ihrer Patienten, diese aber nicht pro Besuch oder pro Monat, nein, sondern pro Quartal. Gebt mal eurem Installateur 50,00 Euro, die Ärzte bekommen weniger, und erklärt dem Mann, das sei der Lohn für ein Quartal und er müsse dafür aber immer dann kommen, wann er gerufen wird. Das ist ein Unding. Sicher wissen wir, dass auch mal abgerechnet wurde, was nicht erbracht worden war, schwarze Schafe gibt es überall, aber das ist eine unsinnige Kollektivstrafe. Spaß macht das dann auch nicht. Das ist nur ein Spot, was die Bezahlung der niedergelassenen Ärzte angeht, das geht noch schlimmer.

Gehen wir zu den Krankenhäusern über. Diese wurden während der Zeit, in der Seehofer Gesundheitsminister gewesen war, zum größten Teil privatisiert, mit dem Erfolg, dass sie nur noch erfolgsorientiert arbeiten, weil sie für die Gesellschafter Gewinne erwirtschaften müssen. Knieoperationen oder neue Hüften sind nun mehr an der Tagesordnung, als dies vielleicht wirklich notwendig ist. Dazu kommt, dass kein Krankenhaus mehr aus Kostengründen, Vorräte vorhält und Mangel mit Sicherheit kein Fremdwort ist. Es ist auch in der Industrie so, dass es keine Lager mehr gibt. Alles muss irgendwo bestellt werden, vielleicht werden wir das, gerade in dieser Krise noch bereuen, wer weiß das schon. So wundert es nicht, dass es Engpässe bei Schutzkleidung gibt.

Sicher Deutschland hat dringend benötigte Atemschutzmasken nach China geliefert, aber ich bin mir sicher, dass China daran interessiert ist, diese so schnell es geht zurückzugeben. Wenn wir gerade zu Wuhan zurückgekehrt sind, so sollte man heute beachten, dass durch die Auslagerung der Medikamentenproduktion es im zweiten und dritten Quartal erwartungsgemäß zu Lieferengpässen von Medikamenten kommen wird. Das ist ein Engpass, den es so niemals hätte geben dürfen. Wie kann es sein, dass die EU, denn es trifft alle europäischen Länder, es zulässt, dass nahezu alle wichtigen Medikamente in Länder gegeben wird, die uns so den Hahn an lebenswichtigen Medikamenten abdrehen können. Das muss dringend geändert werden und nicht erst übermorgen, am besten damit in der Krise beginnen.

Die Privatisierung der Krankenhäuser hat zusätzlich mit sich gebracht, dass an Personal gespart worden ist und immer noch wird und nach der Krise wieder werden wird. Es ist kein Highlight einen ausübenden Beruf in der Krankenpflege zu haben, weder als Frau noch als Mann: Bezahlung mies, Arbeitsbedingungen noch mieser. Nur mal eine Zahl, wenn eine Station voll ist, dann kann es durchaus passieren, dass auf eine Krankenschwester oder einen Krankenpfleger fünfzehn Patienten und mehr kommen. Das sind nicht ausschließlich pflegeleichte Fälle, die versorgt werden müssen, sondern eher Menschen, die intensiver Betreuung bedürfen.

Das sind nur einige Punkte, die zeigen wie krank unser Gesundheitssystem ist, dennoch waren wir all die Jahre über mit allem, auch Intensivbetten gut ausgestattet. Dennoch haben wir eins der besten Gesundheitssysteme der Welt, aber es könnte noch besser sein. Dennoch sind wir mit dieser Voraussetzung in die Pandemie gesteuert. Ich will nicht sagen, dass unser System das nicht woppen kann, aber es wird trotzdem schwer werden, da niemand die Entwicklung voraussagen kann und wann der „Peak“ erreicht sein wird. Aber und das ist etwas, das mir unglaublich gefällt: Alle Politiker, ausnahmslos alle, ziehen an einem Strang. Natürlich wird es nach der Krise Kritik hageln und es muss auch einiges aufgearbeitet werden, das darf man in einer Demokratie erwarten, aber heute nicht und morgen nicht gleich. Das ist in Ordnung so. Wir können das packen, aber nur, wenn alle auf einer Seite stehen. Ich möchte den viel geschmähten Satz an dieser Stelle schreiben: „Wir schaffen das!“.

Trotzdem geht uns noch gut. Ich verfolge täglich, was soll ich sonst auch tun, verschiedene Pressekonferenzen, so auch die des „Govenors Andrew Cuomo des amerikanischen Bundesstaates New York “. Er ist nicht gerade zu beneiden, da New York, diese wunderbare Stadt, auf eine Katastrophe zuläuft, die ihresgleichen suchen wird. Ein paar Zahlen, was weltweit los ist. Zu diesem Moment, da ich das schreibe, gibt die John-Hopkins-Universität diese Zahlen auf ihrem Dashboard bekannt: 606 975 Menschen sind infiziert. Allein 104 827 davon in den USA, 1711 Menschen sind dort an dem Virus verstorben, in Italien, ich weine mit den Menschen dort, die das Leid in diesem wunderbaren Land tragen müssen, sind aktuell 86.498 Menschen infiziert, 9.134 sind verstorben, Spanien folgt mit inzwischen 65.719 und 5.138 Verstorbenen und das Ende ist nicht in Sicht. In keinem Land ist ein Ende der Pandemie wirklich in Sicht. Auch nicht in China, dessen Zahlen ich nicht trauen kann, die Rate der Infizierten, wie die der Verstorbenen, wird deutlich höher sein. Es gibt nichts, was wir der Krankheit entgegenstellen können. Wir sind alle so machtlos.

Dennoch China und Taiwan haben den Weg gezeigt: Konsequentes „shut down“, Infizierte und Kontaktpersonen sofort in Quarantäne, nur so geht das. Es gibt hierzulande Menschen, die aus ihrer verordneten Quarantäne abhauen, nicht anzutreffen sind, wenn die Kontrolle kommt. Herrgott, das ist kein Spiel. Na ja, wenn Präsidenten großer Länder sich weigern den Tatsachen ins Auge zu sehen, wie sollen Bürger die Ernsthaftigkeit der Lage einschätzen können. In Brasilien, Präsident Bolsonaro tut das ab, in Großbritannien hat Boris Johnson sehr lange gezögert, Maßnahmen zu ergreifen. Okay, nun er sich infiziert und ist nun mit leichten Symptomen in Quarantäne. Wobei es nicht bei leichten Symptomen bleiben muss. Diese Infektion kann nach einem zunächst leichten Verlauf, schlagartig einen Weg zur Intensivstation nehmen. Das braucht kein Mensch. Leider gehört auch Donald Trump zu jenen, die das auf die leichte Schulter genommen haben. Er sagte zu Beginn der Bedrohung, dass das Virus mit Sicherheit genauso schnell verschwindet, wie es gekommen ist. Das wird es nicht, es wird für immer da sein.

Ich kann ihn nicht verstehen, auch wenn in den USA Wahlkampf ist. Er erklärt, dass der eine oder andere Gouverneur von Bundesstaaten einen schlechten Job macht, wenn die Fallzahlen dort steigen, erklärt aber mit gleichem Atemzug, dass er sich darüber freuen würde, wenn Ostersonntag die Wirtschaft wieder laufen würde. Er sagt, es können ja jene arbeiten gehen, die mit dem Infekt durch sind, oder die jung sind. Er sagt aber auch und das finde ich sehr despektierlich, dass die Alten, die Teil der Risikogruppen sind, einem laufenden, funktionierenden, erfolgreichen Amerika bestimmt nicht im Weg stehen möchten. Das geht gar nicht, das ist nicht der Geist des Amerikas, das ich kenne.

Es gibt hierzulande Stimmen, die verlangen, dass der Ausstieg für den Wiedereinstieg geplant werden muss. Klar muss er das. Aber zuerst muss das jedes Unternehmen selbst für sich organisieren. Es muss der Staat gucken, wie unser Land wieder auf die Beine gestellt werden kann, keine Frage, aber nur quatschen hilft nicht. Der Vorstandsvorsitzende von VW äußerte sich hierzu bei Markus Lanz dahingehend, dass das Unternehmen sich bereits darüber Gedanken macht, wie es den Wiedereinstieg so gestalten kann, dass die Arbeitnehmer auch während der Arbeitszeit geschützt werden können. Nicht laut nach einem Plan rufen, sondern selbst an einem basteln, um zur Stunde Null bereit zu sein. Das hat mein Land immer schon ausgezeichnet, nicht kleckern, sondern klotzen,

Verärgert bin über Äußerungen, wie sie Dietmar Gabriel gemacht hat: Die EU werde zerfallen. Okay, ich gebe zu, dass ich überzeugte Europäerin bin. Ich gebe aber auch zu, dass ich nicht immer glücklich bin, dass es Länder gibt, deren Staatsoberhäupter totalitäre Anwandlungen haben und die besser gehen würden. Aber ich glaube auch daran, dass sich Europa, trotz des Einigelns der Staaten, wieder berappeln wird und aus dem, was hier gerade läuft, lernt. Wir können nicht als einzelne Staaten überleben, was wir bald an Großbritannien sehen werden. Gerade lese ich, dass sich Friedrich Merz, ebenfalls infiziert, zu Wort gemeldet hat. Sein Orakel „Die Welt wird eine andere sein.“ Brauchen wir nicht, um das selbst zu wissen. Vergessen wir nicht, dass er gerne Kanzler werden möchte, was der Himmel hoffentlich verhüten mag. Bei ihm bin ich mir nicht sicher, ob er nicht bei den kleinsten Problemen wieder wegläuft, wie er das so gerne tut. Sorry, aber er ist kein Krisenmanager und somit ist er auch kein Kanzler für unser Land. Ich finde das höchst verwerflich sich jetzt so zu äußern. Da lobe ich mir Markus Söder, der als Politiker eigentlich so gar nicht Fall bislang gewesen war, der Mann hat zugepackt, auch wenn er Bayern zwei Tage vor den anderen in den shut down geschickt hat, er war da, er hat die Kritik ausgehalten und ist nicht weggelaufen. Natürlich wird die Welt eine andere sein. Nein, nicht die Welt, vielleicht aber die Menschen, weil sie erfahren haben, dass niemand alleine kann, dass alles nur gemeinsam geht. Dass man gemeinsam vorsorgen muss. Ich weiß, das klingt nach Träumerei. Aber vielleicht werden Probleme angepackt und gelöst werden können, die heute noch unlösbar erschienen und wir, positiv betrachtet, bislang nur träumen konnten.

Heute werden sechs weitere, beatmete Corona Patienten nach Deutland geholt. Bleibt zu Hause, damit wir mehr helfen können, lasst uns unser Herz zeigen. Das lässt doch auf Europa hoffen, auf offene Grenzen. Italien wird ein anderes Italien sein, ebenso wie Spanien, Frankreich und jedes andere Land auch. Auch mein Land wird ein anderes sein, wenn wir da durch sind.

Wir alle sind uns unserer Verletzlichkeit bewusst geworden, dass Familien nichts ohne einander sind, dass Nachbarn nichts ohne einander sind, dass der Staat nichts ohne seine Bürger ist, dass Bürger aber auch nichts ohne ihre Regierung sind, dass Politiker auch mal gemeinsam an einem Strang ziehen können, egal zu welcher Partei sie auch immer gehören. Wir lernen, dass wir auch Kontinent übergreifend zusammen arbeiten können, dass gerade alle Pharmaunternehmen an einem Impfstoff arbeiten für alle, sich austauschen. Na gut, fast alle. Die Tests, um das Virus testen zu können, arbeiten immer besser, immer zuverlässiger und hoffentlich gibt es bald einen, den wir zu Hause einsetzen können, denn meine Kinder und Enkelkinder fehlen mir so sehr. Es ist nicht so, dass wir uns täglich gesehen haben, aber immer dann, wenn wir das wollten, konnten wir uns treffen. Meine Freunde fehlen mir auch, es fehlt mir einfach der direkte Umgang mit euch allen! Aber ich halte durch! Wir halten durch!

stayathome #staythefuckhome #wirpackendas #gemeinsamsindwirstark #daswirgefühl

Viele arbeiten für uns, müssen täglich raus. Tut etwas für sie und bleibt zu Hause. Passt auf Euch auf! Laßt es Euch gut gehen.

Stop! #staythefuckhome

Stop!

25 in Worten fünfundzwanzig, nach einer Bilanz aus dem Jahre 2002 eher 50 (fünfzig) Millionen Todesopfer, von einer damaligen Weltbevölkerung von ungefähr 1,65 Milliarden Menschen. Das sind Opferzahlen der Spanischen Grippe, die von 1918 und 1920 gewütet hat. Ihre Besonderheit war die, dass es Menschen der Altersgruppe der 20- bis 40-jährigen betroffen hat. Diese Pandemie verlief in Wellen über die Erde, die erste 1918, die moderat verlief, die zweite im Herbst 1918 und die dritte im Frühjahr 1920.

Das klingt vertraut, oder? Heute heißt das Virus CoVid-19, besser bekannt als Coronavirus. Einzig, dass die Risikogruppe eine andere ist, heute sind es die Alten und Kranken, bei denen es zu einem schweren bis tödlichen Verlauf kommen kann. Ich habe den Bericht einer Ärztin in Italien gelesen, der mit Tränen in meine Augen getrieben hat. Es ist nicht lustig, wie man an Corona stirbt! Heute hören wir, wenn wir den Pressekonferenzen des RKI zuhören, wenn wir den verschiedenen Spezialisten unseres Landes zuhören, Worte, die an den Verlauf der Spanischen Grippe erinnern. Aber, wir haben heute eine andere Möglichkeit, uns dagegen zu stemmen, was aber nur dann funktionieren wird, wenn wir unseren Verstand einschalten. Wir haben Kommunikation, wir haben Forschung, wir haben das RKI, die WHO, die John-Hoppkins-Universität, die warnen, die Regierungen auffordern, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen. Das hatten die Menschen zwischen 1918 und 1920 nicht. Erstaunlich aber finde ich, dass immer noch viele Menschen all die Warnungen, all die Maßnahmen, die Regierungen ergriffen haben, ignorieren und draußen unterwegs sind, so dass Regierungen zu Maßnahmen gezwungen sind, die sie gar nicht ergreifen möchten. Unverständlich!

Gestern haben wir ein Novum erlebt, es hat Bundeskanzlerin Angela Merkel zu uns direkt gesprochen, das erste Mal in ihrer Amtszeit ohne Neujahr und darüber sollten wir nachdenken, auch wenn sie heute in der Presse dafür kritisiert, was sie nicht gesagt hat. Für mich aber war das wichtig, was sie nicht gesagt hat, das, was sie zwischen den Zeilen gesagt hat, ein Satz war, dass wir, die Bürger, über alle Maßnahmen informiert werden, dass sich die Politik transparent, für die Bürger nachvollziehbar zeigt. Also hören wir auf das, was sie nicht gesagt hat: An all jene, die sich bislang nicht an die Vorgaben gehalten haben, über das, was notwendig in dieser Krise ist, hinweggesetzt haben und immer noch hinwegsetzen: Wenn ihr so bescheuert seid und nicht das tut, was angeordnet wird, bleibt uns nichts anderes übrig als euch zu Hause einzusperren. Wollen wir das? Wollen wir wirklich dazu gezwungen werden? Wollen wir uns wirklich unmündig zeigen?

Immer noch gruppieren sich Menschen, die nicht sowieso zusammen sind, immer noch hebelt jeder, so gut er kann, diese Anordnungen aus, die Zahl der Infizierten schnellte gestern in die Höhe, der Count down zur Überlastung des Gesundheitssystems hat begonnen. Was geschieht, wenn Behörden das Verhalten der Bürger nicht über deren Vernunft in den Griff bekommen, haben wir gestern erlebt: In Bayern hat die erste Stadt eine Ausgangssperre bekommen. Ist der Bürger so doof, will er es nicht verstehen, um was es geht? Wenn nicht, wenn das Einsehen fehlt, dann wird es eben für das ganze Land kommen. Wenn sie sich wieder per Bildschirm meldet, dann um über das Land eine Ausgangssperre zu verhängen und den Notstand zu erklären. Wenn ⅔ der Bevölkerung immer noch draußen herum turnt, in Gruppen ohne den notwendigen Abstand zusammensteht, dann muss es diese Ausgangssperre geben. Ich möchte darauf wetten, dass das in Bayern heute oder morgen passieren wird und dann rasch auf den Rest des Landes ausgeweitet werden wird. Ach und es wurde bemängelt, dass es keine Zeitvorgaben gibt. Die kann niemand geben, denn es hängt von uns ab, wie schnell die Maßnahmen greifen können.

Bayern handelt, will Zeit gewinnen, ich finde das richtig gut, was sie dort machen, stringent seine Bürger schützt, tut der Berliner Senat nicht, er verplempert wertvolle Zeit: Er hält Spielplätze offen. Genauso wie er den Zoo und den Tierpark offen halten wollte, was aber zum Glück die Leitung beider nicht mitgemacht hat. Gut so! Ich liebe den Föderalismus unseres Landes, aber nicht jetzt, nicht heute. Mensch einigt euch darauf alle Schotten dicht zu machen, macht es wie in Bayern, wir Bürger in Berlin halten das aus! Mir fällt da gerade eine sehr gute Freundin ein, die auch zur Risikogruppe gehört: Locker erzählte sie mir gestern, dass sie unterwegs gewesen war und was sie getan hat. Es war nicht wirklich notwendig. Sie hat somit sich selbst gefährdet. Es kann nicht so schwer sein auf sich selbst zu achten. Mensch, wenn dieser Spuk vorbei ist und das wird passieren, dann werden wir rausgehen, werden uns treffen wie eh und je. Je länger wir zetern und zaudern, nach dem Gedanken ‚ich muss noch eben schnell …‘ verfahren, so lange bekommen wir diesen Mist, diese Epidemie nicht in den Griff.

Dass, selbst dann, wenn das jetzt erst mal vorbei sein wird, im Herbst wieder kommen wird, keine Frage, aber bis zu dieser Zeit werden wir es doch hoffentlich schaffen, einen Impfstoff in einem verkürzten Verfahren zulassen zu können. Die Aussichten hierfür sind gut, es besteht eine reale Chance, dass das klappt. Einige Unternehmen signalisieren, dass sie weit vorangekommen sind und by the way an die Ultras der Fußballclubs: Ausgerechnet euer Lieblingsfeind Dietmar Hopp, den ihr für die kommerzielle Wende im Fußball verantwortlich macht (was eh nicht korrekt ist, das ist mit dem ersten Werbevertrag bereitsgeschehen, mit der ersten Bandenwerbung auch), ist der Hoffnungsträger für uns alle. Er hat das dollarschwere Übernahmeangebot Donald Trumps für das Unternehmen CureVac abgelehnt. Wenn es dieses Angebot von D.T. für dieses Unternehmen gegeben hat, woran ich keinen Zweifel habe, und dieses Unternehmen für Dollars dann hätte ausschließlich für die USA produzieren sollen, dann muss es in seinen Bestrebungen einen Impfstoff zu finden bereits ziemlich weit sein. Sonst hätte es dieses Angebot aus den USA nicht gegeben.

Gehen wir zurück zum Anfang. Wuhan, Ausgangspunkt der Epidemie. Inzwischen schieben sich China und die USA gegenseitig die Schuld zu, für den Ausbruch verantwortlich zu sein. Lächerlich das Verhalten der beiden großen Nationen. Wir alle haben es mitbekommen, wie viele Tote es dort gegeben hat, wie sehr das System zugebrochen ist, wie sehen Italien vor uns, wir erleben, dass jedes Land sich abschottet, seine Vorbereitungen für den „Worst Case“ betreibt. Wir erleben die Ausgangssperren in den letztgenannten Ländern und begreifen scheinbar nicht, dass alles davon abhängt, zu Hause zu bleiben. Machen wir das, bleiben wir zu Hause, zwingen wir rasch die Kurve der Neuerkrankten nach unten. Vielleicht bleibt dann Kapazität unseren europäischen Nachbarn in der der Bewältigung ihrer Krise zu helfen, das ist Europa für mich. Im Moment muss jedes Land seine Bürger schützen, das tut auch jedes Bundesland auf seine Art auch, aber wir alle, wir Bürger sind jetzt, hier und heute gefragt, können das Unsere dafür leisten unserem Land durch unser Verhalten zu helfen. Wir sind gut vorbereitet, nutzen wir den Faktor Zeit, nutzen wir die Möglichkeiten, die wir haben, bleiben wir zu Hause, um dann schnellmöglichst unseren Nachbarn helfen zu können. Gemeinsam, wenn alle an einem Strang ziehen, bekommen wir das hin.

Machen wir uns jetzt Gedanken um unsere Gesundheit und wenn wir das überstanden haben, Gedanken um unseren Einzelhändler um die Ecke. Vielleicht stunden oder verzichten gar Vermieter auf ihre Kaltmiete und helfen so mit, unsere liebenswerten Geschäfte um die Ecke zu erhalten, in denen wir auch mal auf einen Plausch verharren. Heute verharren wir nicht, heute und die nächsten Tage und Wochen und wenn wir es nicht langsam raffen, die nächsten Monate nicht. Es gibt nur einen einzigen Weg: Bleiben wir zu Hause, zeigen wir, dass wir die Bemühungen derer achten, die unser Gesundheitssystem aufrecht erhalten, dass wir auch in einer Demokratie den Anordnungen der Politiker folgen können. Zeigen wir ihnen unsere Solidarität, zeigen wir, dass wir ihre Arbeit, den Einsatz aller, die uns da durch führen wollen, achten und schätzen.

Bleibt zu Hause! Bleiben wir alle, die wir das können, zu Hause und gehen nur dann raus, wenn es gar nicht anders geht, wenn wir zum Arzt gehen müssen, wenn wir niemanden haben, der für uns einkauft. Aber wenn wir wirklich rausgehen müssen, dann halten wir Abstand, rücken uns nicht auf die Pelle, geben uns keine Hand, geben uns kein Küsschen zur Begrüßung, auch nicht zum Abschied, bleiben auf Abstand, selbst mit Menschen, die man liebt und mag. Unsere Welt wird deswegen nicht kälter, Freundschaften, gute Nachbarschaften überstehen das. Und: Hände waschen nicht vergessen! Sich außerhalb nicht ins Gesicht fassen! Diszipliniert Euch! Zeigt, dass ihr verstanden habt.

Hören wir, egal welcher politischen Anschauung wir sind, auf die Kanzlerin, setzen die ergriffenen Maßnahmen, bis ins kleinste Detail um. Ich werde es tun, bleibe zu Hause, gehe nur raus, wenn es nicht anders geht, weil ich zu einer der Risikogruppen gehöre, weil ich leben will und weil ich dazu beitragen will, dass unser System nicht kollabiert, weil ich will, dass wir schnell da durch kommen, Zeigen wir, dass wir das können. Vielleicht können wir dann auch den europäischen Gedanken wieder aufleben lassen und unseren Nachbarn zu helfen, wenn sie der Hilfe noch bedürfen. Wer glaubt, dass die Regierungen untereinander nicht kommunizieren, der irrt, beweisen wir, dass auch wir Europa verstanden haben. Beweisen wir, dass wir mehr können, als Klopapier und Nudeln zu horten, dass wir das gemeinsam woppen können: #stayathome #staythefuckhome #againstcorona

Ach übrigens, die Kanzlerin hat nicht gesagt „Wir schaffen das!“. Wer das erwartet hat, der war enttäuscht worden, sie hat, nicht offen aber zwischen den Zeilen, gesagt: Wenn ihr es jetzt immer noch nicht begriffen habt, dann werdet ihr es auf die harte Tour begreifen müssen, denn, wenn sie das nächste Mal auf unseren Bildschirmen erscheint, dann um uns zu erzählen, dass die Ausgangssperre verhängt werden wird! Denkt darüber nach, überlegt, ob ihr wirklich mündige Bürger seid und ob ihr versteht oder verstanden habt, worum es gerade geht. Nicht die in der Regierung sind für unser Handeln verantwortlich, wir Bürger selbst sind es. Bleibt vor allem geduldig, es wir rund zwei Wochen brauchen, um anzuzeigen, ob wir gewinnen werden.

Packen wir es an, machen wir dem Virus den Garaus! Passt auf Euch auf! Laßt es Euch gut gehen!

März gehört der Vorsorge gegen Darmkrebs

Der Monat März ist da und wie immer ist dieser Monat der Vorsorge gegen Darmkrebs gewidmet. Krebs. Immer noch ein Schreckgespenst für viele Menschen. Eins, das Leid und Schmerzen bringt, das eine Behandlung mit sich bringt, die nur schwer zu ertragen ist, vor allem, wenn man noch jung ist. Vor allem kommt diese Krankheit schleichend, ohne sich anzukündigen, ist sie zack! da. Es gibt derzeit nur eine Chance dem zu entgehen und das ist die rechtzeitige Vorsorge.

Der Darm ist ein Organ, das, wenn es erkrankt ist, sich durch vielerlei Symptome auszeichnet. Man spricht nicht gerne darüber und schon gar nicht wenn man sich in der Öffentlichkeit bewegt. Wer möchte, während er sein Essen beim Italiener genießt schon vom Nachbartisch hören, dass der Mensch da mit Verstopfung oder gar Durchfällen und Flatulenzen geplagt ist? Also verschweigt man das und häufig vergeht wertvolle Zeit, bis Betroffene sich ihren Ärzten anvertrauen. Man sucht nach Ursachen und einmalige Begebenheiten ignoriert man dann sehr gerne.

Mein Vater hatte Darmkrebs, aber er hatte damals eine Menge Glück dabei. Bemerkt hat er es recht spät, aber trotzdem musste er keine Chemo haben. Meine Eltern waren damals zu Besuch bei uns und er klagte, was in sich schon ein Wunder gewesen war, über Verdauungsprobleme und so arrangierte ich von Berlin aus, dass er einen schnellen Termin zu Hause bekommen hat. Meine Schwester dagegen hatte dieses Glück nicht, dass da etwas ist, das nicht hingehört, war es bereits zu spät gewesen und sie hatte kaum mehr Zeit alles zu regeln. Sie hatte nur wenig Beschwerden, wenn überhaupt, und hat den Tumor beim Duschen gefühlt. Das war grausam, aber vermeidbar.

Ich selbst gehe regelmäßig zur Koloskopie, okay ziemlich regelmäßig, gelegentlich schiebe ich das auch mal ein paar Wochen, zumal die Vorbereitung zur Koloskopie blöder ist, als die Spiegelung selbst. Es ist gut, dass ich das mache, denn gefährdet bin ich auch, obwohl es genmäßig bislang keinen genetischen Nachweis hierfür gibt. Man bedenke, dass noch nicht alle Gene vollständig entschlüsselt sind.

Jeden kann es, unabhängig vom Alter, treffen, auch, wenn ältere Menschen eher betroffen sind. Allerdings habe ich den Eindruck, dass die Altersgrenze Betroffener immer mehr nach unten geht. Was ich aber ziemlich sportlich finde, ist das, wenn eine Ärztin sagt, dass man, obwohl es Betroffene in der Ahnengalerie bis zu den Urgroßeltern gibt, dann kommen soll, wenn es Beschwerden gibt und so eine vorsorgliche Koloskopie ablehnt. Das ist deutlich vermessen, würde ich sagen, denn dann kann es bereits zu spät sein. Wenn es in einer Familie gehäuft Fälle an Darmkrebserkrankungen gibt, die dann auch noch immer früher im Lebensalter der Betroffenen auftreten, dann sollte man sich eine Koloskopie antun und einen Gastroenterologen oder eine Gastroenterologin aufsuchen und sich dort beraten lassen. Ich glaube, die Gastroenterologen haben ausreichend zu tun, man wartet drei bis vier Monate mitunter auf einen Termin, und zwingen nicht jeden gleich zu seinem Glück. Vorsorge ist in jedem Fall besser, als sich eine Chemotherapie antun zu müssen. Viele Informationen hierzu gibt es auf den Seiten der Felix-Burda-Stiftung.

Apropos, was mir unverständlich ist, da fliegt die Menschheit zum Mond und die Vorbereitung zur Darmspiegelung ist schlicht und ergreifend eklig und egal wie viel Geschmack die Pharmafirmen da reinwerfen, das Zeug ist und bleibt salzig, wer trinkt schon gesalzenen Orangen- oder Zitronensaft? Sie, die Pharmaunternehmen schaffen es einfach nicht, das Medikament auf ein Minimum an Einnahmemenge zusammenreduzieren. Ekelhaft. Daran kann ich mich wohl nie gewöhnen. Aber was solls, es geht immer vorbei, ich bekomme das immer irgendwie geregelt, zumal ich auch eine tolle Ärztin habe.

Ich lege Euch Eure Gesundheit ans Herz, geht zur Vorsorge, vor allem auch dann, wenn es bereits betroffene in der Familie gibt. Bei meiner Familie ist das so, auch dann, wenn es (noch) keinen genetischen Beweis gibt, so sehe ich, dass Erkrankte von Generation zu Generation beim ersten Auftreten der Erkrankung jünger sind, als die Generation davor gewesen war. Ich hätte ohne die vorsorglichen Koloskopien mit Sicherheit inzwischen längst schon ein Darmkarzinom entwickelt. Das ist so sicher wie das Armen in der Kirche und daran sollten meine Kinder bitte auch denken.

Ich wünsche Euch für das nächste Jahr eine gesunde Zeit, bleibt mir gewogen und: Laßt es Euch gut gehen!