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Sommerloch I

Eine Füllung für das Sommerloch ist gefunden: der geklaute Dienstwagen der Ministerin Ulla Schmidt. Weg ist er. Versichert ist er auch nicht. Das alles wäre nicht tragisch wäre er wirklich während einer Dienstfahrt gestohlen worden. Es ist unsensibel von einer Ministerin sich in einer Krisenzeit, die wir ganz zweifelsohne haben, einen solchen faux pas zu leisten. Vor allem wenn man derart unter Dauerbeschuss steht wie sie es tut.

Urlaub, Zeit der Erholung, der Ruhe, der Entspannung. Kraft tanken. Warum in Gottes Namen legt sie offizielle Termine in diese Zeit? Warum lässt sie ihren Dienstwagen an ihren Urlaubsort bringen? Sie brauche ihr Büro, habe ich heute bei Spiegel online gelesen, müsse jederzeit Zugang zu ihrem Computer haben, wo sich geschützte Daten befänden. Kein Problem, ein Laptop eingepackt, ein Handy und dann geht das. Das muss man nicht mit einem Dienstwagen nachbringen lassen.  Es besteht natürlich kein Zweifel, dass ihr als Ministerin die Nutzung ihres Dienstwagens zusteht, auch privat. Das ist üblich, auch in der Wirtschaft, warum nicht in der Politik.

Wie aber minimiere ich Kosten für meinen eigenen Urlaub? Diese Frage stellt sich jeder, der die Möglichkeit zu einer Antwort darauf hat. Die Antwort darauf ist, dass ich geschäftliche Termine, bzw. wie in ihrem Fall Vorträge und Besuche bei deutschen Rentnern darin integriere. Somit kann sie ihren Hin- und Rückflug zu ihrem Urlaubsort mindestens steuerlich geltend machen, wenn nicht gar über eine Reisekostenabrechnung komplett abrechnen und da sie nicht nur einen Termin nachweisen kann, sondern gleich mehrere scheint das glaubhaft. Wie nun schaffe ich es am Urlaubsort möglichst angenehm zu reisen? Na klar, da ich „repräsentative“ Aufgaben für die Bundesrepublik Deutschland übernehme, darf ich meinen Dienstwagen kommen lassen. Das hat den Vorteil, dass ich mir nicht über Stunden und unendliche viele Kilometer wie der ganz normale Bürger den Hintern im Auto platt sitzen muss. Kommen zu den Kosten des Dienstwagens nicht auch die Kosten für den Fahrer hinzu? Also Unterkunft, Überstunden, Kosten für Verpflegung, all das was er über die Reisekostenabrechnung ausgeglichen bekommt.

Ich erwarte von einem Politiker oder einer Politikerin und da ist es vollkommen egal, ob er oder sie Minister ist oder nicht, dass sie, wenn sie schon bei Verschwendung von Steuergeldern erwischt werden, nicht auch noch den Bürger, die Menschen seines Landes, für dumm verkaufen und alles als eine Hetze gegen ihre Person auslegen. Natürlich ist es menschlich sich zu verteidigen, ist es menschlich zu schauen, dass man mit einem blauen Auge davon kommt. Alles andere wäre einfach nur mutig.

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1 Kommentar zu „Sommerloch I“

  • Burga says:

    schlaue Kerlchen unsere Politiker, nicht wahr?

    Ist es doch so einfach, die Schuld erst einmal von sich zu weisen und sie anderen in die Schuhe zu schieben. Arme Ministerin, böse Bürger!

    Mut, haben heute nur noch wenige …

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