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Artikel-Schlagworte: „Virus“

Alles hat seine Zeit

Da wären wir dann also wieder. Vielen Dank an die Partygänger, Hochzeiter mit Großfamilien, Aluhutträger, Impfgegner, Verschwörungstheoretiker, Reichsbürger und andere Demonstrationsteilnehmer, dass wir hier wieder gelandet sind. Gut gemacht!

Es war abzusehen, dass das passieren wird, jeder wusste es, nur ihr Pappnasen und jene, die im Senat hier in Berlin sitzen nicht. Die einen dachten alles Blödsinn und die anderen, dass der Krug an Berlin vorbei gehen wird! Könnt ihr alle nicht lesen und schreiben? Okay, es gehört mehr als lesen und schreiben können dazu, sich mit dem Virus und seinen Folgen auseinander zusetzen, man muss auch verstehen können. Das hat wohl nicht richtig geklappt. Weder in der Szene, noch im Senat.

In Berlin zum Beispiel schließt das Vivantes ab dem 12.10. Besucher aus. Ich würde, hätte ich zum Beispiel meine hochaltrige Mutter dort, einen Eilantrag auf Aufhebung gestellt. Wir wissen, dass das eine unglaubliche, nicht zu vertretende Härte darstellt. Wir wissen aber auch, dass der Ruf des Vivantes denkbar schlecht ist und ich mir gut vorstellen kann, dass man sich über diese Gelegenheit kritische Besucher auszuschließen, geradezu freut. Aber: Solange Besucher die Regeln einhalten, nicht in Scharen auftreten und sich normalerweise nicht darin dauerbewegen, das Risiko gering ist, etwas hineinzutragen. Aber Vivantes gehört Berlin, mehr muss man nicht sagen. Die Stadt stünde nicht so schlecht da, hätte man drei Wochen schon reagiert, mehr auf Maske und Abstand gesetzt, die Größe der Partys beschränkt und Vorbereitungen für das Unausweichliche getroffen. Stattdessen hat man abgewartet, zu viel beraten, zu lange gebraucht, bis zu Umsetzung. Das dauerte alles viel zu lange.

Leidtragende des Fehlverhaltens einiger, sind wie immer alle anderen. Danke sehr. Jeder wusste und weiß, worauf es ankommt, niemand nahm das wohl gerade ernst genug. Dazu kommen jene, die ich sehe, wenn ich mal unterwegs bin, Menschen begegne und sehe, wie Masken getragen werden. Unterhalb der Nase hilft das nix. Schon vergessen? Nase – der Spreader und Empfänger des Menschen schlechthin. Mein Gott so schwer kann das nicht sein, eine Maske ordentlich zu tragen uns so schlimm ist das nicht, es gibt fürwahr sehr viel Schlimmeres. Es erschreckt mich auch, wie wenig Menschen die APP doch wirklich nutzen, am lautesten lehnen sie jene ab, die permanent mit Karte bezahlen, den elektronischen Perso aktiviert und bei sich tragen haben und dann nach Hause gehen und beim Betreten ihrer Wohnung laut „Alexa Musik an!“ rufen. Ich habe gestern mit einem Freund telefoniert, der meinte, es tut nicht weh, sich diese App herunterzuladen.

Ich schreibe jetzt nicht über Schwubbler, Aluhutträger und 711er, es ist die Mühe nicht wert. Ich schreibe über jene, die ihnen folgen. Die Schwubbler sind die einen, die ihnen blind, folgen die anderen. Das ist für mich ein Phänomen und es gibt eine Bemerkung, die D.T. lange vor seinen Anstrengungen gemacht hat Präsident zu werden: Wenn er sich um dieses Amt bewerben würde, dann bei den Reps, denn diese folgen blind. Ohne zu hinterfragen. Den Beweis hierfür hat er auf eine makabere Art und Weise und mit über 210.000 Toten erbracht. Er sagte übrigens, er wisse nicht, wer oder was QAnon ist, aber sie würden ihn lieben und das reiche ihm aus. Auch das spiegelt wider wessen Geistes Kind er und seine Anhänger sind.

Damit wären wir bei den Schwubblern hierzulande. Ich hatte vor Kurzem eine Begegnung dieser Art, die ich nicht weiter im Detail wiedergeben will. Es fehlen ihnen einfach die Argumente, wenn man mal etwas tiefer nachfragt, ein Warum, eine Frage nach dem Nutzen für z.B. Bill Gates in den Raum stellt. Statt einer Antwort, erfolgt ein Angriff auf die Person, das weiteres Diskutieren ab absurdem führt. Es fehlt schlicht und ergreifend Wissen. Ein Punkt aus dieser unerfreulichen Begegnung war die Theorie, dass das Virus gar nicht da ist und dass die Maßnahmen nur der Machtergreifung durch die Nazis dienen würden und wir Ende 2021 eine Diktatur im Sinne des Dritten Reiches hätten, begünstigt durch Nazis, wie ich einer wäre. Was soll man dazu sagen? Keine Gegenargumente von mir wurden zugelassen. Das wäre so. Ich empfehle in einem solchen Fall das: Lasst euch infizieren, sperrt euch zu Hause, fordert keine medizinische Hilfe an, denn Symptome, die ihr haben könntet, können dann nur eingebildet sein, denn das Virus gibt es ja nicht. Ich glaube, das war erst das zweite Mal in meinem Leben, dass ich jemand aus meiner Freundesliste, obwohl ich seit Jahren mit ihr so verbunden war, geworfen und sie obendrein blockiert habe. Muss ich nicht haben.

Der absolute Burner an folgsamen Schwubblern aber sind Leute von QAnon. Sie stellen Behauptungen auf, ohne Beweise für ihre Theorien zu liefern, und trotzdem laufen ihnen Menschen scharweise nach. Scientology noch eine Ebene weiter. Kinder würden unter der Erde… Warum? Beweise hierfür? Wenn es das gäbe, ich schwöre euch, dann würden wir alle das wissen, denn es wird immer Menschen geben, die sich anstrengen, so etwas aufzudecken, ans Tageslicht zu zerren. Diese Menschen sind taff, bleiben standhaft und werden niemals den Theorien von Schwubblern zum Opfer fallen. Ohne Beweis keine Überzeugung. QAnon macht das mit den Menschen, was D.T. gemacht hat, als es darum ging, dass er seine Steuererklärung nicht offen legen wollte: Das ist so kompliziert, das würdet ihr gar nicht verstehen. Dabei ist das so einfach. Damit haben sie sich zufriedengegeben. Ohne jeden Beweis. So arbeitet QAnon, Beweise zeigen wir Euch nicht, das wäre zu heavy für Euch. Das würde bei jenen nicht ziehen, die aufdecken möchten, sie ruhen nicht, bis sie die Wahrheit kennen.

Zu den Schubbern gehören Leute, die gerade aus dem Nichts auftauchen und deren Namen ich bislang nicht kannte, wie zum Beispiel Wendler, wer immer das auch ist, der gerade mit Theorien à la Hiltmann, durch die Presse läuft. Diese Menschen leben durch die Krise mit Aufmerksamkeitsdefiziten, sind im Grunde bedeutungslos, aber müssen unbedingt von sich reden machen, also erzählen sie Schrott. Das Virus, ich habe gelesen, es kann auch im Gehirn zu Schäden führen, wer weiß, vielleicht war das bei ihnen der Fall.

Ach und by the way, bin ich der Meinung, dass wir alle mit den unterschiedlichen Regelungen der einzelnen Bundesländer, entgegen der Meinung der Zeitung mit den großen Buchstaben klar kommen können. Wenn in Mecklenburg Vorpommern die Zahlen niedrig sind und ich, die ich aus Berlin komme dort ein Hotel gebucht habe, dann rufe ich einfach dort an und frage nach, ob ich kommen kann und wenn ja mit oder ohne Quarnatäne. So einfach geht das. Wir sind nicht blöd, wir können das, wir können mit unterschiedlichen Regelungen klar kommen. Einheitsbrei ist eh langweilig. Natürlich werden wir im Fernsehen immer nur die Menschen sehen, die das beschwerlich finden, jene, die auf der Straße sagen „na und, kein Problem, es gibt Telefon und Internet“ sehen und hören wir nicht. Das ist natürlich für einschlägige Presse uninteressant.

Was für mich persönlich aber erschreckend ist, und da spielen auch die Medien eine wesentliche Rolle, ist der Hass, der gerade auf unseren Straßen unterwegs ist. Ich habe immer noch Bilder von der letzten Demo hier in Berlin vor Augen, die zeigen, dass erwachsene, eher biologisch alte Frauen, junge Polizisten, die ihre Söhne sein könnten anschreien, weil diese ihren Job machen. Ja, ich weiß, unsere Polizei hat selbst gerade ein rechtes Hassproblem, das beendet werden muss, aber deswegen weigere ich mich dennoch alle Polizisten über einen Kamm zu scheren. Ich schere auch Demonstranten nicht über einen Kamm, wenn sie wirklich wissen, wofür sie demonstrieren, wenn sie die Rechte anderer respektieren. Sollen Schwubbler schwubbeln, sollen sie demonstrieren, aber wenn sie das tun, dann mit den auferlegten Regeln, um Andersdenkende eben nicht zu gefährden, sollen demonstrieren, ohne Menschen zu beleidigen oder Journalisten zu bedrohen.

Beleidige ich einen Schwubbler, weil ich ihn oder sie so nenne? Ich habe eine Meinung, ja, ich bin aber in der Lage das auszudiskutieren und wenn es sein muss Quellen anzugeben, deren Aussagen auf Richtigkeit geprüft werden können. Ich bin der Meinung, dass es die „unter der Erde gefangen gehaltenen Kinder“ nicht gibt. Ich habe noch niemals einen Beweis dafür gesehen, noch niemals ein Kind gehört, das dem entkommen ist. Ich habe aber Bilder von Dutzenden Menschen gesehen und deren Berichte gehört, die eine Infektion durchlebt haben. Das kann jeder selbst prüfen. Ich weiß von Angehörigen, die um ihre Lieben trauern, immer noch, weil es bliebt immer dieser eine Platz leer. Ist das nicht Grund genug, um vorsichtig zu sein?

Alles hat seine Zeit, das steht, mag es von mir nicht glauben, so steht es in der Bibel geschrieben, jeder mag das selbst nachlesen, ich reiße diese Zeile aus dem Kontext heraus, es sei mir erlaubt: Alles hat seine Zeit, lieben und hassen hat seine Zeit, allein sein hat seine Zeit, gemeinsam sein hat seine Zeit. Lachen und weinen hat seine Zeit. Partys und Hochzeiten haben ihre Zeit. Masken haben ihre Zeit, wie Distanz und Hygieneregeln auch. Gemeinsam gehen, hat seine Zeit. Es ist aber nicht die Zeit für Zwist, für Streit um des Kaisers Bart, es ist nicht die Zeit für Zweifel am Vorhandensein des Virus, es ist die Zeit des Wartens auf Medikamente und Impfstoffe, die Zeit des gemeinsamen Kampfes gegen das Virus, es ist die Zeit gemeinsam zu gehen, durch den Winter zu kommen, ohne ihm allzu viele Opfer zu geben. Es ist nicht die Zeit, durch Leichtsinn zu opfern, es die Zeit alle auf dem Weg da durch mitzunehmen, niemanden alleine zu lassen.

Laßt es Euch gut gehen!

Wie ein kleines Virus uns Klopapier kaufen lässt – Oder ich habe keine Lust mehr auf Isolation von der Familie

Es ist winzig, mit dem Auge nicht zu erkennen, es ist aggressiv wie die Eifersucht und brutal wie sinnlose Gewalt. Es bewegt sich nicht selbst, wird getragen durch den Atem, das gesprochene Wort, durch den Husten, den es selbst auslöst. Hat es einen Wirt gefunden, macht es sich bequem und beginnt seine heute noch unaufhaltsame Wirkung. Wir sind ihm schutzlos ausgeliefert.

Es lehrt uns, dass alle Menschen gleich sind und egal ob Staatspräsident oder Arbeiter, ob Asiat, Afrikaner, Amerikaner oder Europäer, auch Australier, Südamerikaner, ob wir schwarz oder weiß, gelb oder grün, rot oder schwarz sind. Es greift sich, wen es bekommen kann. Gut zu wissen. Klopapier ist wichtig.

Überall auf der Welt, so das möglich war, haben die Menschen begonnen Vorräte anzulegen. Denn Hand aufs Herz, wer hat heute einen übergroßen Vorratsschrank, wenn gleich nebenan der Supermarkt seine Ware feilbietet. Ich denke, dass fast jeder eine Einkaufsliste schreibt und diese abarbeitet. Nun wurde uns erklärt, das wir zu Hause bleiben sollen, #stayathome, Vorrat zulegen sollten, das wird übrigens ohnehin empfohlen, für zwei Wochen Vorrat zu halten, aber wer hat schon für Wochen Klopapier gelagert und so passierte es, dass Klopapier des Deutschen liebste Kind geworden ist. Ich glaube, viele Psychologen haben sich Gedanken darüber gemacht, warum zur Hölle kauft der Deutsche Klopapier. Aber nicht nur wir haben das so gemacht, auch Menschen anderer Nationen auch. Nicht viele, aber einige schon.

Warum hat der Deutsche, die Deutschin (frei nach Gendervorschrift, abartig und entsetzlich ist das!) zum Klopapier gegriffen und nicht zum Weltuntergangsrotwein, zum Tequila, dem frischen Pils aus der Dose, den Pralinen zum Naschen? Klopapier? Hallo? Ich glaube, man muss gar nicht so weit ausholen. Menschen haben die Supermärkte gestürmt und noch vor der Abstandsregel kaum Abstand zueinandergehalten. Auf der Einkaufsliste stand neben Butter, Schinken, Käse, Brot und im zweiten Schritt dann auch noch Mehl, Nudeln und Reis. Und Klopapier. Nein, das wird gar nicht auf dem Zettel gestanden haben.

Aber warum zur Hölle Klopapier? Ganz einfach: Zettelbepackt ging man, der kommenden Krise tapfer entgegen, einkaufen, wahrscheinlich mehr als üblich. Dann läuft da jemand vorbei, der oder die Klopapier aufgeschrieben hatte und dann auch noch gleich zwei Pakete eingekauft hat. Oha! Klopapier, ja richtig, habe ich vergessen. Schnell zurück zum Regal, oh ja, da ist doch gerade das bevorzugte Papier im Angebot und zack sind zwei Pakete im Wagen und die Kettenreaktion beginnt. Isolation ohne Klopapier? Never ever! Regale leer! Ach herrje, kein Klopapier! Der Run auf das Papier war nicht mehr zu stoppen, war durchgestartet und es ist passiert. Deutschland wurde zur Nation der Klopapierhorter! Sei es drum, damit können wir gut leben. Immerhin wir haben jetzt bestimmt alle Klopapier bis zum Sankt Nimmerleinstag.

So langsam nervt es mich, nicht das tun zu können, was ich möchte. Es hängt mir zum Halse heraus. Es geht jetzt nicht um Maßnahmen, die ergriffen worden sind, um die Infektionen im Griff zu halten, es geht um das, was da jetzt kommen mag. Ab und an brauchen wir für den ganzen Mist Klopapier, um den wegzuwischen. Doch keine falsche Entscheidung, das zu horten.

Nein im Ernst. Die Maßnahmen, die ergriffen worden sind, um die Lieferketten des Virus zu unterbrechen, waren in Ordnung. Allerdings wissen wir jetzt mehr als zu Beginn der Epidemie. Dass unser Gesundheitssystem nicht überfordert werden darf, das ist keine Frage, das liegt auch in unserer Verantwortung dafür zu sorgen, die liegt nicht nur bei den Politikern. Aber daraus sollten wir jetzt Nutzen ziehen können. Es macht sich bemerkbar, dass es etwas besser wird, weil die Bereitschaft zu streiten, bei den Politikern gerade wieder steigt. Auch nicht schlecht, das bringt uns voran. Während Söder mit Maßnahmen der Verschärfung droht, kein Wunder, Bayern hat ordentlich Corona abgegriffen, wird in Berlin von Verlängerung der bestehenden Maßnahmen über den 20. April hinaus gesprochen, während in anderen, nicht so stark betroffenen Bundesländern von Lockerung gesprochen, wobei die Diskussion um Masken oder nicht, stark ist. Ausgerechnet Laschet ist gegen Maskenpflicht. Verstehe ich gerade nicht.

Betrachten wir die allgemeine Lage: #stayathome. Okay ja, in der Hauptsache schon. Aber: In den Anfängen der Epidemie hierzulande, war die Maßnahme zu Hause zu bleiben und das, was die Politik getan hat in Ordnung. Masken zu tragen schütze nicht, aber der Träger schützt andere, war die Kernaussage. Zugegeben, es gibt gerade nicht genug Masken, um das Personal in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zu schützen. Das ist leider so, vielleicht lernen auch die Betreiber all der privatisierten Krankenhäuser, dass es schlau sein kann, nicht nur Toilettenpapier zu horten, sondern auch für ausreichend Schutzkleidung für den Notfall zu sorgen. Hier liegt die „Schuld“ nur insofern beim Bund und den Ländern, da sie keine entsprechenden Vorgaben gemacht haben. So eine Pandemie hatte niemand auf dem Schirm, obwohl es hierfür einen Notfallplan gibt.

Aber was nutzt der beste Notfallplan, wenn alle Produktionen, die das Gesundheitswesen betreffen, irgendwo dort liegt, wo gerade auch die Hütte gebrannt hat? Seit Jahren machen Verbände die Politik darauf aufmerksam, dass es immer und immer wieder zu Lieferengpässen für wichtige Medikamente gekommen war. Gehör hat das leider nicht gefunden und nun haben wir den Salat. Nicht nur wir, anderen Ländern geht es auch so. Auch wenn Europa gerade nicht so gut funktioniert, so sollten sie sich darin einige werden, Produktionen für unser aller Gesundheit und Krankheit wieder nach Europa zu verlegen. Das muss nicht nur hierzulande sein. Man kann sich das aufteilen, zum Beispiel in den Süden Italiens, wo es nicht wirklich gut ist. Oder nach Spanien und Frankreich dorthin, wo Arbeitsplätze gebraucht werden. Diese Anlagen sollten über die EU finanziert werden. Ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin eine Option. Eurobond finde ich auch nicht ganz so gut, es sollte nicht so sein, dass ein Land Schulden bis zum Anschlag macht und die anderen dafür dann gerade stehen. Aber ich bin zuversichtlich, dass es eine Lösung geben wird.

Masken. Ja oder nein. Es ist ganz einfach: Ich schütze durch das Tragen einer Maske andere. Andere schützen durch das Tragen einer Maske auch, also sollte das einen fast 90 %igen Schutz für alle ergeben, denn wir alle nicht anstecken können, dann sollte wir in geschlossenen Arealen mit Publikumsverkehr Masken tragen. So einfach ist das.

Ein weiterer Punkt ist der, dass wir „Home-Tests“ haben sollten. Ich weiß, dass Unternehmen sich damit beschäftigen. Eine Frage des Preises und der Zuverlässigkeit von uns Bürgern. Klar, es werden immer einige Holdoven dabei sein, die sich dann nicht daran halten und vielleicht glauben Geschäfte machen zu können. Man wird sie finden und die Strafen hierfür dann, sollten saftig sein. Man muss nicht immer testen. Keinesfalls, aber selbst dann, wenn jemand bei Verdacht keinen Self-Test gemacht hat, so schützen dann in geschlossenen Areal die Masken.

Auch könnten und das wäre dann total eigennützig und egoistisch, sich Familien wieder treffen und ich könnte meine Mutter besuchen. Im Moment liegt sie im Krankenhaus, wo ich sie witzigerweise besuchen kann und in ihrer Seniorenresidenz aber nicht. Ich glaube auch nicht, dass unbedingt Besucher das Virus in Einrichtungen schleppen, sondern eher das Pflegepersonal, das ja auch neben ihrer Arbeit irgendwie einkaufen muss, das irgendwie den Alltag stemmen muss. Ich schätze sie alle würden auch sehr viel lieber zu Hause bleiben.

Vor allem aber rennen immer noch so viele „Alte“ draußen rum, deren Verständnis für die Situation eingeschränkt zu sein scheint, weil sie keine Masken oder ähnliches tragen, keinen oder kaum Abstand halten und sich von den Enkeln zum Einkaufen fahren lassen, okay sie steigen hinten ein, was aber per se keinen Nutzen hat. Ihnen sei ganz laut gesagt: #staythefuckathome! Ihr versaut die ganze Statistik, die den Weg in die Freiheit ebnen kann.

Es hängt mir gerade alles zum Hals heraus. Heute haben mein Mann und meine Enkeltochter Geburtstag, vorletzte Woche hatte meine große Enkelin Geburtstag. Da wird einem als Oma das Herz schwer. Keine Geburtstagsfeier, nichts. Angedachte Verlängerungen der Maßnahmen…ich weiß nicht, wie das durchzustehen sein soll. Ich habe keine Ahnung, wie ich das durchstehen kann ohne Familie, wie andere das durchstehen können. Wenn ich an meine Mutter denke, okay, es ist klar definiert, wer besucht werden darf und wer nicht und man sich die Mühe machen, das durchzulesen. Aber was muss sie gedacht haben, wie muss sie fühlen, wie muss ein alter Mensch sich fühlen, der wohl nicht dement ist, aber der aus seiner gewohnten Umgebung, aus seinem gewohnten Rhythmus herausgeholt worden und fremden Menschen ausgeliefert ist, Untersuchungen über sich ergehen lassen muss, die vielleicht gar nicht zwingend notwendig sind.

Kommen wir zu der App, der sogenannten Corona-App.. In diesem Fall würde ich mir diese App sofort herunterladen, um den Beschränkungen zu umgehen. Maskenpflicht + Corona-App und vielleicht noch #hometests ist in meinen Augen der Weg aus dem Schlamassel, ein schneller Weg aus der Isolation, der Weg, um Bewohner von Pflegeeinrichtungen besser schützen zu können, Krankenhauspersonal vor Ansteckung außerhalb zu schützen. App+Masken+zu Hause testen können. So kann es gehen.

Ich wünsche Euch ein gutes Durchkommen durch diese Zeit. Irgendwie kommen wir da durch und am Ende feiern wir eine große Party. #bleibtgesund noch #stayathome und an die richtig „Alten“ #staythefuckathome, wegen euch, um euch zu schützen machen die Jungen den ganzen Zirkus mit. Passt auf euch auf! Laßt es euch gut gehen!

Wir gehen in die Verlängerung

Es ist seit vorgestern Nachmittag amtlich, was uns, sofern man die Infektionszahlen ein wenig im Blick hat, allen klar gewesen sein muss: Der ‚shut down‘ geht in die Verlängerung und das bis mindestens zum 20. April. Ich finde, bis jetzt geht das alles gerade noch und wird bis zum 20. April auch weiter funktionieren. Warum auch nicht? Wir sind alles erwachsene Menschen, die wissen sollten, worum es wirklich geht.

Natürlich, wenn man an die jährliche Grippeepidemie denkt, die von der Bevölkerung gar nicht wahrgenommen wird, erregt das Virus schon ziemliche Aufmerksamkeit. Aber halten wir uns vor Augen, dass über das Virus nur wenig bekannt ist, außer, dass es extrem aggressiv ist. Das ist wie ein wildgewordener Bulle, der aus einem Schlachthof entkommen ist. Nein, ich meine damit nun nicht, dass es gezüchtet worden ist. Das zu behaupten wäre meiner Meinung nach vermessen. Auch gehen mir die Verschwörungstheoretiker gewaltig auf die Nerven, die behaupten, dass man nicht unterscheiden kann, ob ein alter, vorerkrankter Mensch ohnehin gestorben wäre, oder ob er an den Folgen der Coronainfektion verstorben ist. Ihnen sei gesagt, dass sie sich anschauen soll, wie ein an Corona infizierter Mensch stirbt und vor allem was spricht dagegen, dass diese vorerkrankten Menschen nicht noch eine ganze Weile gut hätten weiterleben können. Meine Mutter ist 93 Jahre alt, hat einige Vorerkrankungen und lebt gut damit und das hoffentlich noch eine ganze Weile, aber sie leidet unter dem Besuchsverbot.

Was wissen wir überhaupt? Gut, die Wissenschaftler sind sich im Konsens einig, in der Feinjustierung aber nicht unbedingt. Auch das ist in Ordnung, auf jeden Fall sind sie bemüht, uns alle immer auf dem aktuellen Stand zu halten. Die Politiker sind sich einigermaßen einig. Es steht jedem von uns zu, sich umfassend zu informieren. Nicht unbedingt über die Zeitung mit den vier Buchstaben. Eine ihrer Schlagzeilen von vorgestern fand ich dann durchaus zweifelhaft, wie sie auch insgesamt Formulierungen hat, die weniger dem Zweck dienen zu informieren, als aufreißerisch zu sein. Beispiel: Vorgestern wurde Manu Dreyer, nach der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Merkel, gefragt: Frau Dreyer, dürfen wir keine Ostern mehr feiern? Hallo?? Wäre es nicht besser, auch für die Menschen draußen, die nun mal diese Zeitung, nein, dieses Blatt, mehr ist das nicht, mal das „mehr“ rauszunehmen? Ich empfinde das als negative Stimmungsmache. Oder das „Todes-Virus“ und und und …, etwas schlauer zu formulieren wäre der Hit. Es ist mir klar, dass alles nicht leicht ist und auch, dass wir Bürger aufpassen müssen, was weiter geschieht. Aber um Himmels Willen nicht so! Übrigens natürlich dürfen wir Ostern feiern, warum auch nicht? Halt nur ein wenig anders als sonst.

Im Moment wissen wir noch nicht wirklich, wie es weiter gehen wird. Natürlich weiß ich, dass es bei einer normalen Grippeepidemie Tote gibt, aber man sollte das nicht als Vergleich anführen und sollte sich nur mal fünf Minuten mit der Inkubationszeit, mit dem Krankheitsverlauf der beiden Epidemie-Arten beschäftigen und mit der Grundimmunität in der Bevölkerung, dann muss jedem klar werden, warum die Maßnahmen so strikt sind, weshalb wir alle uns durch diese Zeit quälen. Vor allem aber ist es so, wenn Du an dem Coronavirus Covid 19 erkrankst, einen etwas komplizierteren Verlauf hast, wird es sehr schwer werden, wieder in das normale Leben zurückzukehren. Leider wird bei heftigen Verläufen die Lunge geschädigt, ob das reversibel ist, bleibt im Moment noch offen. Im schlimmsten Fall stirbt man, egal wie alt man auch immer ist. Fakt ist auch, dass auch junge Menschen ohne Grunderkrankungen und mit durchtrainiertem Körper an der Virusinfektion versterben können und das leider auch tun.

Sich beim Frisör anzustecken – nicht möglich? Ich wage das zu bezweifeln, nur weil kein Fall bisher bekannt ist, bedeutet das nicht, dass es nicht doch möglich ist. Sich beim Einkaufen nicht infizieren zu können? Auch hier sei kein Fall bekannt, warum dann soll man sich nicht ins Gesicht fassen, wenn man unterwegs ist? Ich halte die Aussagen von Herrn Prof. Streeck als sehr gewagt, solange nicht noch mehr Daten ausgewertet sind. Beispiel Frisör: Nehmen wir an die Mitarbeiterin eines Frisörs war auf einer Party und hat sich dort infiziert, weiß aber nicht, dass sie infiziert sein könnte, weil sie noch keine Information darüber hat, dass ihr Gastgeber positiv getestet worden ist. Sie hat keine Symptome. Sie wäscht mir die Haare, wofür, wie das üblich, der Kopf rückwärts auf dem Waschbecken liegt. Sie atmet fröhlich über der Kundin ein und aus und verteilt die Volldosis. Ah ja …. kann er mir eine Garantie geben, dass ich mich da nicht infizieren kann? Um das behaupten zu können, muss man erst wissen, ob es eine infizierte Mitarbeiterin gegeben hat, die – unwissentlich infiziert zu sein – gearbeitet hat. Von der Logik her und wissend um den Übertragungsweg, halte ich diese Aussage für sehr gewagt. Denken wir an Italien, hier sind infizierte Frisöre von Haus zu Haus gegangen und das war keine gute Idee. Frisöre sind keinesfalls in sich immun gegen das Virus und können das somit weitertragen. Nein Herr Professor, das überdenken wir dann doch noch mal. Ich meine, solche unbelegten Thesen schaffen unnötige Unruhe.

Unser wirtschaftliches, gesellschaftliches Leben liegt brach. Ob es nach dem 20. April zum Leben erweckt wird, das wissen wir noch nicht, das hängt auch von uns selbst ab. Schlagartig für alle werden die Ausgangsbeschränkungen nicht aufgehoben werden. Wir werden sehen, zumindest dürfen wir bis zum 20. April alle erwarten, dass sich Wirtschaft und Politik Gedanken darüber machen, wie die Rückkehr aussehen kann. Sie sollten einen Plan A und einen Plan B entwickeln. In Dänemark ist man bereits in dieser Planungsfrage drin und hat zumindest ein mögliches Modell angerissen. Wobei ich mir schon sicher bin, dass auch hierzulande bereits an solchen Plänen gebastelt wird, würde mich wundern, wenn nicht. Es macht übrigens nur wenig Sinn, alles wieder hochzufahren, weil wenn es keine Rohstoffe oder Absatzmärkte im Ausland gibt, Lieferketten unterbrochen sind, können wir hochfahren so viel wir wollen, das läuft dann trotzdem nicht hoch. Ich würde mir wünschen, dass unsere Bundesregierung sich nicht ziert, den am heftigsten betroffenen Ländern Europas unbürokratisch finanzielle Mittel zukommen zu lassen, das macht Sinn, damit auch sie wieder aufstehen können. Ohne Absatzmarkt keinen Umsatz, ohne Umsatz weniger Produktion und mehr Arbeitslose. Erst dann, wenn alle Länder auch wieder da sind, holen wir das auch wieder auf.

Bei allem gilt, uns nicht verrückt machen zu lassen, wir werden das alle hinbekommen. Aber und das schicke ich an jene, die glauben bei warmem Wetter per Völkerwanderung Parks und öffentliche Plätzen belagern zu müssen, schadet uns allen. Wegen solchen Spakies müssen wir, die wir die Regeln weitestgehend befolgen, länger unter den Maßnahmen leiden. Es ist kein Spaß seine Kinder und Enkelkinder, Freunde und Freundinnen nicht sehen und berühren zu können. Ich kann jedenfalls darüber nicht lachen und wenn ich mir die Handydaten des letzten Wochenendes anschaue, dann sind es gerade die Bewohner im Süden unsers Landes, die fleißig unterwegs gewesen waren.

Ich bin absoluter Gegner sich eine App mit Gesundheitsdaten auf das Handy zu laden und das absolut. Auf meinem Handy ist in dieser Art nichts zu finden. Wir alle wissen, dass jede App von den Anbietern ausgelesen werden kann und nicht nur das. Das entspringt keinem Verfolgungswahn, das ist so. Ich würde meine Einstellung dazu ändern und eine einzige Ausnahme machen und das wäre die sogenannte „Corona-App“, also jene App, die warnen soll, wenn man mit einem infizierten Menschen Kontakt hatte. Das macht in meinen Augen Sinn.

Das Wetter wird am Wochenende schön werden, nächste Woche wohl auch. Nichts spricht gegen einen Spaziergang draußen, aber bitte haltet es aus, euch nicht auf die Wiese oder die Bank zu setzen, befolgt einfach die Auflagen, ihr schadet uns allen damit: den Menschen, die in Einrichtungen leben und keinen Kontakt mehr mit ihren Familien haben dürfen, jenen die älter und in ihren Wohnungen isoliert sind, jenen, die Vorerkrankungen haben und ebenfalls zu Hause sind, der Wirtschaft, die nicht wieder hochfahren darf, den Kindern, die nicht in die Kita oder Schule dürfen, den Mehrkosten, die wir am Ende alle tragen müssen. #stayathome #staythefuckhome.

Lasst Euch nicht von Verschwörungen terrorisieren, von Übernahmeerklärungen die behaupten, dass die Erde von Alliens übernommen werden wird oder eine diktatorische Macht sich anschickt, die Weltherrschaft übernehmen zu wollen. Glaubt das bitte nicht und vor allem tragt solche Nachrichten, die nahezu täglich auf dem Handy oder als Mails aufschlagen, nicht weiter. Sie sind es nicht wert.

Die Zahlen sprechen dafür, dass die Maßnahmen langsam zum Erfolg führen, die Zahl der Neuinfizierten sinkt weiter, das ist gut und den Rest packen wir auch noch! Bleibt zu Hause, passt auf Euch auf! Laßt es Euch gut gehen und bleibt gesund!