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Versuchung und Betrügereien

Mein Projekt hier https://www.startnext.com/gaensebluemchen durchläuft gerade den Übergang in die Finanzierungsphase, was ich nunmehr beantragt habe. Bis das soweit ist, muss ich mich mir die Zeit irgendwie vertreiben und habe diesen Artikel geschrieben. Wir alle sind im täglichen Leben tagtäglichen allen möglichen Versuchungen ausgesetzt, denen wir entweder widerstehen oder erliegen können. Der Liebe zu erliegen ist eine der schönsten Versuchungen sofern es sich bei dem Objekt der Begierde nicht um den Mann oder die Frau eines anderen handelt. Ob es die Situation verbessert, wenn beide das wollen, das mag dahingestellt sein. Ich habe mich über Seiten- und Bocksprünge der besonderen Art bereits in meinem Roman „Rosenspiel“ ausgelassen und dabei bei der Recherche im Vorfeld, einiges aus dem Freundes- und Bekanntenkreis erfahren, auf das ich nur allzu gerne verzichtet hätte. Aber sei es drum, ich hätte ja den Roman, in den ich solche Tatsachen geschmuggelt habe, nicht schreiben müssen. Habe ich aber und ich gestehe es hatte mir riesigen Spaß gemacht, ihn zu schreiben.

Versuchungen der Liebe, aus Liebe, wir kennen sie alle und gelegentlich verwechseln wir an dieser Stelle diese Versuchungen mit schlichter körperlicher Begierde, mit der Lust auf einen bestimmten Mann, eine bestimmte Frau. Die Lust der Begierde. Frauen unterstellt man, dass ihre höchste Lust der Kauf neuer Schuhe und Handtaschen ist. Klar es gibt eine Menge Frauen, die eine Menge Schuhe und Handtaschen haben. Aber das hängt gar nicht mit dieser Begierde, dieses oder jenes Paar Schuhe haben zu müssen zusammen. Nein, das liegt daran, dass Frauen außerordentlich sparsam sind, denn wir können einfach nicht die Schuhe aus dem Jahr davor und den anderen Jahren vor diesem letzten Jahr entsorgen. Kaum getragen, fast wie neu zieren sie nach wie vor den Schrank. Nein, das geht gar nicht, absolut nicht. Vor allem kann passieren, dass wir auf dieses eine Paar aus dem Vorjahr, oder dem Jahr davor, das zeitlos wirkt und immer noch modern ist, zurückgreifen müssen und hätten wir sie entsorgt, müssten wir ein neues Paar kaufen. Das zeigt eindeutig, dass wir sparsam sind. Sage einer etwas gegen unsere Sparsamkeit.

Es gibt allerdings auch Menschen, die materiellen Versuchungen unterliegen, obwohl sie sich das gar nicht leisten können und gelegentlich geraten sie, geben sie dieser Versuchung nach, auf die schiefe Bahn. Irgendwann fliegt das auf und dann geht das unglaublich schnell, bricht ihr Gebilde um sie herum wie ein Kartenhaus, gebaut auf einem wackeligen Kneipentisch, zusammen. Was ist das, das Menschen dazu treibt, sich irgendwelchen Kram zu kaufen, den man nicht wirklich zum Leben braucht, aber den man unbedingt haben muss? Warum? Warum geht man so weit Straftaten zu begehen? Nicht? Oh doch, ich denke, dass das sehr viel häufiger geschieht, als wir das annehmen. Das ist doof und im Grunde vollkommen unnötig. Ich bin da ehrlich, ich kann noch Verständnis aufbringen, wenn sehr sehr arme Menschen aus Hunger ein Brötchen stehlen, auch, wenn wir alle wissen, dass es Stellen gibt, die diese Not lindern können. Ich kann aber kein Verständnis aufbringen, wenn sich jemand auf Kosten anderer zum Beispiel ein Auto leistet, das dazu noch drei Nummern zu groß ist. Oder sich gar etwas über das Internet kauft, das so unnötig ist wie ein Kropf.

Nehmen wir an ein Unternehmer sah die Einnahmen gleich als Gewinn und hat sich deswegen aus einer eigenen Kasse bedient hat, dann bestellte Waren und Leistungen nicht mehr bezahlen kann, woraus ganz zwangsläufig die Folge entstehen muss, dass die Firma Pleite geht und man obendrein an der Erkenntnis nicht vorbei kommt, dass die Lieferanten und das Finanzamt stärker ist als man selbst und die Schotten irgendwann dicht sind. Der normale Mensch zieht sich dann erst mal zurück, denkt darüber nach, dass das alles, aus eigenem Unvermögen dumm gelaufen ist und schaut, dass er aus dieser Misere wieder herauskommt. Er lebt ein paar Nummern kleiner, meldet vielleicht noch private Insolvenz an, verhält sich ordentlich und damit ist irgendwann gut. Okay das ist die Theorie, denn die Praxis sieht, wie ich dieser Tage durch eine Talkshow im Fernsehen erfahren musste anders aus, dass nämlich nach einer privaten Insolvenz keineswegs alles wieder in Ordnung und vergessen sei, was eine andere Baustelle ist. Wer dann aber durch allerlei ungesetzliche Aktionen glaubt er müsse sich für sein Wohnzimmer, trotz absoluter Pleite einen Kronleuchter für tausende von Euro leisten, wer damit die Konten anderer belastet, der muss einen gewaltigen vor der Klatsche haben oder über eine ganz enorm hohe kriminelle Energie verfügen. Die Gier das zu bekommen, was nicht der Geldbeutel nicht hergibt und man im Grunde nicht haben kann, aber unbedingt haben will, verleitet dazu kriminelle Energie freizusetzen. Zwangsläufig? Ich glaube nicht wirklich, denke, dass da noch sehr viel mehr zusammen kommen muss. Neid? Das berühmte „unbedingt haben müssen“? Mit den großen Hunden pinkeln wollen? Ich weiß nicht was einen Menschen dazu treibt.

Ich glaube aber auch, dass es heute leicht ist sich betrügerisch zu verhalten, auf anderer Menschen Namen im Internet zu bestellen, sich liefern zu lassen und dann auch noch mit deren Namen zu unterschreiben. Wer lässt sich hier schon, bei Lieferung, einen Personalausweis zeigen? Die Verführung ist groß, das Procedere leicht. Ich verdamme das Internet nicht, auf keinen Fall, denn ich nutze es selbst, nicht um zu bestellen, das eher selten, sondern um mich zu informieren, was ich mir dann doch nicht kaufe. Aber ich nutze es bei wichtigen Projekten, treibe mich bei Autorenkollegen herum, lerne, klaue gelegentlich ein Bild bei FB, indem ich es teile, habe ganz wunderbare Kontakte knüpfen können. Nein, verdammen will ich das Internet nicht dort, wo es ehrlich und sinnvoll eingesetzt wird. Ich rufe nicht den Gesetzgeber, sondern meine, dass die Unternehmen gefragt sind, die Kontrollfunktionen nutzen könnten, vor allem bei größeren Beträgen. Bei Lieferungen, die über eine bestimmte Summe hinausgehen, sollten durchaus Identitätsprüfungen stattfinden, die sind einfach, das geht recht fix. Es gibt einfache Maßnahmen, die auch die Unternehmen selbst einfach handhaben können, um Betrug zu vermeiden, Schaden zu verhindern, denn im Endeffekt werden sie auch zu den Geschädigten gehören. Ich meine da muss nicht erst der Gesetzgeber eingreifen, das können Unternehmen selbst regeln, ohne große Probleme dabei helfen die Versuchung in Luft aufzulösen etwas, durch den Griff in den Geldbeutel anderer, haben zu wollen, was man sich nicht leisten kann.

Gelegentlichen Versuchen zu unterliegen, kann etwas sehr Schönes sein, etwas sehr Erfüllendes, etwas unglaublich Motivierendes, aber bitte nicht und in keinem Fall auf Kosten anderer. Ich wünsche Euch allen prall gefüllte Auftragsbücher, alle Autorenkollegen sollen einen Bestseller landen und Hammer verdienen und ich wünsche Euch, dass am Ende dann auch so viel übrig bleibt, dass ihr Euch das leisten könnt, was ihr im Auge habt, vielleicht ein Paar neue, ganz besondere Schuhe. Laßt es Euch gut gehen!

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