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Whistleblower

Gestern Abend lief im ZDF der Politthriller „Whistleblower“, ein Film, der mich mit einer Menge an Fragen zurückgelassen hat. Ein Film, der mich wütend und traurig macht und gleichzeitig ein ordentliches Maß an Hilflosigkeit erzeugt, es unmöglich macht darüber hinweg zu gehen. Es geht im Kern um Mädchenhandel der übelsten Art, die nicht nachzuvollziehen ist, die sprachlos macht. Es ist nicht nur, dass die Mädchen Sexdienste leisten mussten, die wurden außerdem auch noch maßlos misshandelt, gequält physisch und psychisch, da waren Sadisten in Reinkultur am Werk und wie immer wenn es die Schwächsten trifft, schauen alle weg. Ich wollte ich wäre vor dem Film schlafen gegangen, nun beschäftigt er mich und das ganz sicher noch eine Weile.

Ich habe öfter schon gesagt, dass ich Gewalt in jeder Form, außer, wenn man sein Leben verteidigen muss, ablehne. In jeder Art. Es gibt kein Argument für Gewalt, kein Argument das Gewalt in welcher Form auch immer rechtfertig. Es gibt auch keinen Grund Kindern, Mädchen, junge Frauen ihrer Freiheit zu berauben um sie zu prostituieren. Nicht falsch verstehen, ich habe kein Problem damit, wenn eine Frau ihren Körper aus freien Stücken verkauft, aber ich habe ein starkes Problem damit, wenn junge Mädchen zur Prostitution gezwungen werden, wenn sie nicht nur missbraucht, sondern auch noch misshandelt, gequält, geschlagen werden, nur weil irgend so ein Affe von Zuhälter glaubt er müsse Mädchen für sich arbeiten lassen. Ich schließe hier jeden Missbrauch ein, ein Mensch, der Jungen oder Mädchen in dieser Art zwingt Handlungen über sich zu ergehen lassen, die sie gar nicht wollen, der begeht in meinen Augen eine Art von Mord, denn jedes Mal stirbt etwas in diesem Kind, wird ein Stück dieses schutzbedürftigen Menschen getötet. Der Film zeigte aber auf wie diese Mädchen, die wie so oft mit falschen Versprechungen auf ein besseres Leben von zu Hause weggelockt wurden, wie brutal in diesem Fall, wie abartig die Männer waren. Die Mädchen wurden geschändet, in einer Art und Weise gequält, da fehlen die Worte. Der Film zeigte aber auch, dass in diesem Fall, wie sehr wahrscheinlich in noch sehr viel mehr Fällen, alle weggeschaut haben, bis in Politspitzen hinein sogar beteiligt waren und obendrein noch alles getan haben, um zu verhindern, dass dieses Geschehen in die Öffentlichkeit getragen wird. Daraus ergibt sich für mich, dass nicht nur die Menschenhändler hart bestraft werden müssen, sondern und gerade auch jene, die sich auf das Spiel mit diesen jungen Menschen einlassen. Ausreden wie wir wussten gar nicht diese Kinder als Ware gehandelt werden können nicht mehr gelten und die im Verhältnis zu diesen Wesen alten Säcke müssen aus dem Verkehr gezogen werden, egal welche Stellung, welchen Rang sie haben.

Der Film ist ein Beispiel für viele und mit Blick auf alle die vielen offenen Grenzen ist es an der Zeit harte Gesetze zu schaffen und das nicht nur hierzulande, sondern innerhalb Europas einen Gleichklang zu finden, der eindeutig sagt, dass das gar nicht geht, nicht geduldet wird, dass diejenigen, die geschützt werden müssen, tatsächlich auch geschützt werden und wenn Eltern es nicht können, und wenn Lebensumstände das nicht können, dann muss es das Gesetz tun. Anfangen muss man damit, dass man Freier von minderjährigen Zwangsprostituierten als Vergewaltiger anklagt und verurteilt, Argumente, die mit „Ich wusste nicht, dass…“ gar nicht erst gelten lässt. Das läuft dann dumm für ihn, aber das war es bislang für das Mädchen auch. Jede Art von Menschenhandel egal wo und zu welchen Zweck kann und darf nicht geduldet werden. Nirgendwo.

Ich gebe zu, der Film hat mich sehr beschäftigt und ich bin auch froh, dass meine Töchter nicht in die Fänge solcher Typen geraten sind. Ich habe keine Ahnung was ich gemacht hätte, wenn dem so gewesen wäre und auch, wenn es ein wenig anders gelegen war, aber mir fällt dann immer der Fall „Bachmann“ ein. Geht zur Mediathek im ZDF, zieht Euch den Film rein, hier der Link zur Beschreibung: http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/7e6db719-97cc-33d7-ba5a-74a37df71e49/20264295 Lest es Euch durch. Seid aufmerksam für Eure Umgebung, vielleicht gibt es da ein Kind, ein Mensch, der Eurer Hilfe bedarf. Laßt es Euch gut gehen!

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