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Altersgerechtes Anziehen

Da wäre dann noch der Job der Modeberaterin. Vor unendlich vielen Jahren habe ich das mal in Anspruch genommen und mit mir meine Töchter. Heute tummeln sich bei Instagram eine unendliche Menge an „Modeberaterinnen“, solche, die wirklich Ahnung haben, solche die gerne Ahnung hätten und solche aus dem Tal der Ahnungslosen und jene, die nicht mal für sich selbst in den Spiegel gucken, nachdem sie sich in Klamotten gestopft haben, die …. hmm … äußerst fragwürdig sind und nach nix Ganzem oder auch Halbem ausschauen.

Na ja ich habe, vor langer Zeit schon mal eine dieser Frauen kontaktet und für mich entschieden, dass ihr Aussehen und Preisvorstellung nicht mit meinen zusammenpassen. Nein, ich würde nicht im Ansatz so puppig und wenig glaubwürdig aussehen wollen. Wer nun annimmt, dass es sich bei den Beraterinnen um junge Frauen handelt, der sieht sich geirrt. Was macht eine Stilberatung? Nun sie guckt nach passenden Farben und Formen, in die sie das packen muss, das man selbst liebt. Aber genau das, ist, wie ich meine das Problem.

Ich bin weder ganz jung, noch bin ich taufrisch, womit ich absolut kein Problem habe. Womit ich allerdings ein Problem habe, das ist meine Figur, die bedingt durch die Schwerkraft heute stark beeinflusst ist. Könnte man vielleicht gut mit Muster kaschieren, aber ernsthaft jetzt, als ich mit meiner Freundin mal eine kleine Shoppingtour gemacht habe, da gab sie diesen Teilen einen Namen, der mir nun immer dann einfällt, wenn ich das sehe: Putzfrauenmuster. Ohne diese Berufssparte schlecht reden zu wollen, ich habe allergrößten Respekt vor ihr. Ich kann machen, was ich will, meine Hand zuckt beim fröhlichen Betatschen dieser Teile sofort zurück, sobald das Signal des Stoffes in meinem Gehirn angekommen ist.

Dank Instagram haben wir heute die modische Beratung der dritten Art: Stilberaterin. Ein Heer von ihnen ist da und scheinbar machen sie alle ihren verdienten Umsatz. Eine von ihnen, erinnerte mich den Sommer über an Alice im Wunderland. Wobei zugegeben, sicher bin ich mir nicht, ob es bei Alice gewesen war, das Bild tanzender, unförmiger Teetassen ging mir nicht mehr aus dem Kopf, gleich nebenan, im nächsten Kinosaal tanzte das Michelin Männchen, wir erinnern uns an den fröhlichen Gesellen? Bestimmt.

Natürlich muss ich so nicht rumlaufen, aber mich hat ihr Outfit an den Film erinnert und das ist der Punkt, wie verkauft sie sich und ihren Job, wenn sie so auftritt? Ich jedenfalls hatte in diesem Fall nicht unbedingt den Eindruck, dass der Blick in den Spiegel die Erkenntnis gebracht hat, dass das Gewand einfach nur schlecht aussah. Nicht alles, was auf dem Bügel, auf dem Bild schön zu sein scheint, ist es in der Realität, am Körper tatsächlich auch mal nicht. Es stellt sich mir die Frage: Möchte ich so rumlaufen?

Ist es nicht so, dass Stilberater und Stilberaterinnen ihren Stil verkaufen? Ist es nicht so, dass sie sich irgendwie duplizieren, potenzieren, egal wie auch immer.

Was aber ist Stil? Das, was mir gefällt? Das, was mich kleidet, das, was altersentsprechend ist? Das, was bequem ist? Das, was … Nur, dass wir uns richtig verstehen, das ist nicht meine kardinale Lebensfrage, das ist nichts, das mich tagtäglich beschäftigt. Ich hasse es shoppen zu gehen, ich kann es einfach nicht leiden. Anprobieren, in einer engen Kabine, das ist nicht mein Ding. Im Internet shoppen und zu Hause anprobieren und dann wieder zur Post zu latschen und zurückzuschicken, wenn es nicht passt oder in Natura nicht gefällt, auch irgendwie nicht der Hit.

Was ist altersentsprechend? Meine Oma wäre entsetzt, wenn sie sehen könnte, dass sowohl meine Mama Jeans trägt, wie ich auch. Ich mag fließende Stoffe. Mag sehr gerne klare Farben, komme aber auch mit Pastelltönen zurecht. Was ich aber während der letzten Wochen bemerkt habe, dass einen Knaller zu tragen auseichend ist. So habe ich ein Paar Schuhe, preisgünstig im Internet bestellt, die so der Hammer sind, dass sie Aufmerksamkeit auf sich ziehen und wenn dann die Ausstrahlung noch stimmt, dann ist doch alles in Ordnung. Sandaletten im Winter, das ist etwas, das natürlich nicht geht, aber es gibt so viele Kleinigkeiten, die toll aussehen und die mit wenig Aufwand zu tragen sind. Eycatcher – warum nicht?

Ich hatte von unendlichen Jahren, wie ich oben geschrieben habe, eine Stilberatung. Ich meine man muss das real machen. Vielleicht bin ich altmodisch, aber damals, ja es ist lange her, da konnte man direkt sehen, welche Wirkung welche Farbe hat. Ob man sich dann danach richtet, das kann man fallweise entscheiden. Ich mag das Internet, ich mag Instagram, keine Frage, aber das ist etwas, da sollte man leibhaftig hingehen.

Herbst/Winter, es gibt dieses Jahr tolle Farben in Kombinationen, die man sich früher gar nicht getraut hätte, sie so zu tragen. Heute sind Kombinationen aus blau/grün oder gelb und rot um zwei Beispiele zu nennen, kein Problem mehr. Das sieht einfach super aus, dazu eine dicke Holzkette wer das mag und fertig ist Frau angezogen.

Stilberater können wirklich einen guten Job machen, aber ich denke, dass man sich genau anschauen soll, wer da beraten will, sich überlegen soll, vielleicht doch einen Termin ausmachen zu können, wo man sich sehen und, was wichtiger ist, auch fühlen kann.  

Was soll man tragen, wenn dann doch etwas älter und gesetzter ist? Weiß ich nicht, ich bin wohl älter, aber keineswegs gesetzter. Ich trage, was mir gefällt, verzichte auf Mickey Maus und Co. Auf den Shirts, war eh noch nie meine Wirkliche Welt. Ich wünsche Euch immer den richtigen Griff in den Schrank und vor allem, dass ihr Euch in Eurer Kleidung wohlfühlt. Laßt es Euch gut gehen!

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