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Am Ende war es doch so gut

Manchmal sitze ich vor der Tastatur, schaue diese hypnotisierend an, damit sie selbst einen Text eintippt, den ich dann als den meinen einstellen kann. Es sind so viele Dinge, die sich manchmal ereignen, denen man mal kopfschüttelnd, mal zornig, mal ratlos gegenüber steht. Dann kommt eben ein Gemischtwarenladen mit mehreren Themen heraus wie heute. Nun habe ich die drei Kapitel des Gemischtwarenladens gelöscht und will etwas erzählen, das mich einerseits berührt, andererseits auch zum Lachen gebracht hat. Ich muss etwas ausholen. Habt ihr Zeit?

Vor kurzem, o.k. das war bereits im vergangenen Jahr, wurde im Fernsehen ein Beitrag darüber ausgestrahlt, dass sich mehr und mehr Menschen im Ausland ihre Zähne erneuern lassen. Dabei ist es egal, ob es sich um Implantate handelt, Brücken, Kronen oder weiß der Kuckuck was. So auch in meinem verwandtschaftlichen Umfeld. Wir unterhielten uns darüber und dieser Verwandte meinte er habe so eine Menge Geld gespart und sei hochzufrieden. Ich kann mich noch dunkel erinnern, dass in dem Filmbeitrag ein Paar gezeigt wurde, das seinen Urlaub zwecks Gebißsanierung in Osteuropa verbrachte. Zurück in Deutschland waren sie bereit sich einem hiesigen Zahnarzt zu stellen, der natürlich etwas, wenn auch minimal auszusetzen fand. Das hätte er bei jeder Arbeit, die nicht in seiner Praxis gemacht worden ist, auszusetzen gehabt.

Wenn man hierzulande eine Gebißsanierung durchführen lassen möchte oder muss, weil man nunmehr keine andere Wahl hat, dann hole man sich einen Kostenvoranschlag. Dies habe ich getan und ehrlich es hat mich vom Stuhl gehauen, denn ohne noch das, was nebenbei so anfällt müsse ich eben mal schlappe 35.000 Euro Eigenanteil hinlegen, ohne, dass mein Speisezimmer im Mund mit Gold und Diamanten geschmückt wäre. Zwar Implantate, aber ansonsten ohne Schnickschnack.

Das ist wahnsinnig enttäuschend, ich habe es mir schon schlimm vorgestellt, aber so schlimm auch wieder nicht. Der Materialwert in diesem Betrag ist verschwindend gering, das nebenbei. Nur mal so eine Rechnung, dass man versteht in welchen Dimensionen wir uns bewegen: Ich müsste von heute an von meinen beiden Büchern mindestens 50.000 Exemplare verkaufen. Warum so viele? Nun Brutto für Netto zu rechnen macht kein Kaufmann, weil da ja auch Steuern und Abgaben jedwelcher Art anfallen, die auch noch bezahlt werden müssen, das muss schlichtweg einkalkuliert werden. Mit dem Blog verdiene ich nichts, da es hier keine Werbung gibt. Natürlich hab ich das eine oder andere Projekt gerade angeschoben, aber kann ich einen Kuchen verteilen, der noch gar nicht gebacken ist? Nein, das geht auch nicht. Mal drüber schlafen, dann nimmt so etwas leichter.  

Und dann, heute Morgen kam meine Tochter, obwohl sie an ihrem Ausbildungsplatz im Moment selbst eine Menge Mist zu leben hat, weil Menschen, die Auszubildende beurteilen nicht unterscheiden können zwischen persönlicher Voreingenommenheit und wahrer Leistung und machte einen Vorschlag, den ich natürlich nicht umsetzen werde, aber den ich so toll fand, vor allem weil sie sich so ihre Gedanken gemacht hat und weiß wie gerne ich würde.

Sie war so süß, so lieb und sagte aus heiterem Himmel: Weißt du Mama, du hast deinen Bruder durch Krebs verloren als du 20 Jahre alt warst, deine beste Freundin ist tödlich verunglückt, deine Schwester an Krebs gestorben, dein Sohn ist gestorben, du bist selbst ziemlich krank, hast eine Selbsthilfegruppe gegründet um anderen Betroffenen zu helfen, du jammerst nie, meckerst nie deswegen, hast niemals aufgegeben, warst immer da. Du hast doch  zwei Bücher geschrieben, die das hinbekommen sollten, die gut sind. Eins davon erzählt auch noch das Leben meines Bruders, ist es das etwa nicht wert? So viele jammern und zetern wegen nichts und das tun sie obwohl ich meine es steht ihnen nicht zu. Das musst du mal 94,3 rs2 erzählen, den hören wir doch immer. Du wirst sehen dann werden so viele von deinen Büchern gekauft und du kannst das machen lassen. Du hast doch deine Bücher anzubieten, willst keine Almosen und wenn es jemand verdient hat, dann du!

Kloß im Hals, schwer schlucken. Tränen schießen in meine Augen. Das wärmte mein Herz, erfreute meine Seele. Im Blog von Jens Schönlau habe ich gestern einen Beitrag über seinen Sohn gelesen. Wenn ich mir diese beiden Kinder vor Augen halte, dann wird mir nicht bang, dann weiß ich, dass Werte noch Gültigkeit haben.

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