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And the Oskar goes to ..

Mein persönlicher Oskar, den vergebe ich an meine Mutter. Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe, dass sie im Juli letzten Jahres erkrankt war und seit dem sich ins Leben zurückkämpft, was gelegentlich massiv durch Medikamente verhindert worden war. Zur Zeit lebt sie in einer supertollen Pflegeeinrichtung, der Nova Vita Pflegeresidenz.

Sie kann schon alleine wieder aufstehen, macht wieder ihre ersten Schritte. Sie isst wieder, trinkt wieder, spricht fast normal und vor allem sie lacht wieder, macht ihre Witze und Späße und lästert fröhlich und nicht ernst gemeint über ihre Mitmenschen her. Das mit fast 85 Jahren. Das nach den mitleidigen Blicken der Ärzte, dass wir uns wohl damit abfinden müssten, dass sie von heute auf morgen dement wurde. Ha Ha, mehr sage ich zu dem Thema Ärzte an dieser Stelle nicht.

Gestern war ich wieder bei ihr, wie ich das an jedem Wochenende mache: immer Samstag und Sonntag besuche ich sie. Gestern war meine Schwiegermutter mit und eine meiner Töchter. Ich habe selbst gebackenen Kuchen mitgebracht und dann haben wir vier Frauen unten im Foyer gesessen, Kaffee getrunken, Kuchen gegessen, haben gelacht, Blödsinn gemacht, ernsthafte Fragen von ihr beantwortet. Sie arbeitet auf, versucht die letzten Monate, die ihr fehlen doch noch irgendwo in ihrem Gedächtnis zu finden. Ich bewundere sie dafür, aber so ist sie niemals aufgeben. Ein Oskar dafür.

Während hier und an anderer Stelle dieses Landes, Menschen verzweifelt versuchen ins Leben zurück zu kehren, regen sich andere über Kleinigkeiten auf. Nein, natürlich ist es keine Kleinigkeit bei seiner Promotionsarbeit zu schummeln, aber mein Gott, ich bin, in kirchlichem Sinn, nicht sehr gläubig, das gebe ich gerne zu, aber da fällt mir ein Spruch ein, den auch mein Vater immer sehr gerne, meist eher scherzhaft, benutzt hat: Wer im Glashaus sitzt, der werfe den ersten Stein. Ich meine das gilt rundum für alle Politiker. Natürlich, wenn man dann wiederum bedenkt, dass eine Frau wie Frau Käßmann sofort die Konsequenzen gezogen hat, dann gilt ihr einmal mehr meine Bewunderung dafür.  Auch ein Oskar…

Ich weiß nicht, ob Herr von Guttenberg besser beraten wäre sein Amt zur Verfügung zu stellen, aber wie ist das in unserem Land: erwischt worden, abgestraft worden und gut ist. Oder ist das doch nicht der Fall und man hat sonst nix zu tun als das immer und immer wieder hervor zu holen. Wenn die da sonst kein anderes Thema mehr haben. Kein Oskar für niemanden von der gesamten Schar einschließlich des Verursachers.  

Fasnacht, Fasching, Endspurt in der 5. Jahreszeit. Heimweh nach der tollen, närrischen Zeit, die ich erleben durfte. Gestern Abend im Fernsehen Sitzung aus Frankenthal. Heimischer Dialekt, heimische Scherze, alte Fastnachter, die man selbst noch live erlebt hat. Sehnsucht nach Unbeschwertheit und wenn nur für ein paar Tage oder Stunden. Herrlicher Blödsinn wurde erzählt, aber auch der Spiegel des Till Eulenspiegels hat nicht gefehlt.

Wie gerne würde ich mal wieder zur Hemshofsitzung der Farweschlucker gehen. Die Vorfreude, die sachte Verkleidung, das närrisch sein, Lachen bis alles schmerzt und ich fast schon unter der Bank liege, Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit.

Die Woche beginnt hier in Berlin mit Sonnenschein und mit -2 Grad ist es längst nicht mehr sooo kalt wie es in den vergangenen Tagen gewesen war. Packen wir ihn an, diesen letzten Tag im Februar 2011 und meistern ihn bei guter Laune und mit großer Zuversicht.

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4 Kommentare zu „And the Oskar goes to ..“

  • Ute says:

    Hi Gitta,
    das ist ja ein Saltomortale vom Oskar über Politik zur Fasnacht. Beim Lesen Deines Artikels könnte ich zu den einzelnen Punkten bald einen Roman schreiben. Aber keine Angst, das kommt nicht.
    Ich denke und das ist gut so, dass jeder und jede wohl Personen hat, die den persönichen Oskar verdient haben. Nur denken viele nicht so weit. Es ist schön, dass dies bei Dir Deine Mutter ist und sie auf dem Wege der Besserung ist.

    Zum Thema Doktorarbeit habe ich eine klare Position. Du schreibst, er wurde abgestraft. Du meinst wohl damit, dass er nun keinen Titel mehr hat und öffentlich gebrandmarkt ist.
    Aber anscheinend ist er das doch nicht so, wie viele oder einige sich das wünschen. Fakt ist er hat gegen geltende Gesetze verstossen und dies ist nun mal in unserem Land strafbar. Man bedenke und dies als Jurist. Es stellt sich die Frage, ob geistiger Diebstahl nicht so schlimm ist. Ist es doch vielleicht viel schlimmer materielle Dinge zu stehlen. Viele sehen dies als nicht so schlimm an, wir haben ja alle (fast alle) auch in der Schule abgeschrieben. Nur was passierte, wenn wir erwischt wurden? Ja, Note 6 und das war die Bestrafung für etwas was man nicht darf und das lernen und lernten wir schon als Kinder. Das ist auch richtig und gut so. Beim Lesen habe ich mir gedacht, was würdest Du wohl sagen oder tun wenn jemand Dein Buch abkupfert und dann für entsprechendes Geld gut verkaufen würde. Ich denke Du wärst stocksauer. Deswegen sehe ich sowas nicht als Kavaliersdelikt an. Viele andere, die das gleiche gemacht haben und erwischt wurden. haben ihren Job verloren. Deshalb meine ich wär sich so verhält muss Konsequenzen ziehen und wenn nicht müssen dies andere für ihn tun.
    Zum Thema Fasnacht und Hemshofsitzung kann ich gut verstehen, dass Du Dich gerne daran erinnerst. Naja vielleicht kannst ja mal wieder hin, musst allerdings die Karten schon ein Jahr im Voraus bestellen und das ist das Problem, wer weis schon, ob er nächstes Jahr an Fasnacht Zeit hat.
    so Gitta, doch ein kleiner Roman geworden. Wünsche Dir noch einen schönen sonnigen Tag
    und
    liebe Grüße diesmal zur Zeit wieder aus Pfalz bei +9 Grad, Sonne und strahlend blauem Himmel
    Ute

  • Gitta says:

    Liebe Ute,

    zuerst liebe Grüße in Richtung Lu.

    Eigentlich interessiere ich mich nicht wer den Oskar bekommt und wer nicht. Da wir alle aber mit ihm überschüttet werden, habe ich ihn aufgegriffen.

    Nun zum Thema der Doktor-Arbeit. Ja klar, mich hat das auch mal erwischt und ich habe meine „6“ kassiert. Allerdings hatmir die blöde Kuh bei der nachfolgenden Arbeit, bei der ich nicht abgeschrieben habe und wo ich bei zwei Orten Silben untereinander vertauschte unter die Arbeit „Sehfehler!“. Na ja, das habe ich nicht auf mir sitzen lassen und bin dann – ganz gegen meine Natur – laut geworden. Sie meinte dann sie könne mich ja auch ins Klassenbuch eintragen, was dazu führte, dass ich sagte sie solle es ruhig tun und ansonsten könne sie mich mal und bin mit diesen Worten dann auch gegangen. Das ist der eine Punkt, der auch nicht geht und wegen der Arbeit, bei der ich erwischt wurde, wurde ich ja auch nicht der Schule verwiesen.
    Hätte er sich mit dem Doktor den Verteidigungsminister erschlichen, was er hoffentlich nicht gemacht hat, dann wäre die Kosequenz klar. Den Jurist hatte er doch in der Tasche, hoffe ich mal.
    Die Geschichte meines Romans wurde abgekupftert und das gleich zwei Mal nachdem sie im SZ-Magazin gestanden hat: ein Mal in einem Boulevard-Blatt und das andere Mal war das exakt das Thema bei Frau Kalwass. Da war i beiden Fällen nix zu machen.
    Ich sage nicht, dass des Benutzen von Plagiaten ein Kaveliersdelikt ist, aber ich bin mir nicht sicher, wie weit das Auswirkungauf all seine anderen Tätigkeiten haben kann, bzw. muss. Ich weiß es einfach nicht und kann da nur nach meinem Bauchgefühl entscheiden. Wenn Du mit 60 geblitzt wurdest, das erste Mal, musst Du ja auch nicht den Führerschein ganz abgeben. Ich glaube auch, dass man gespannt sein darf, wer da noch alles wo gespikt hat.

    Inzwischen können wir bei +9° mithalten und ich drücke mal alle Daumen, dass das Wetter bis nach Fasching hält.
    Bist Du auch bei den Sitzungen der Farweschluckern gewesen?

    Herzlich
    Gitta

  • Ute says:

    Hi Gitta,
    ja ich war als auch bei den Farweschluckern, aber das ist auch verdammt lang her und es war immer wunderschön. Denke gerade darüber nach, wann das denn war…
    Keine Ahnung mehr. Ja, ja die Zeit vergeht und ich habe in diesen Punkten nicht so ein Gedächtnis wie meine Mutter, die sagt mir doch eiskalt noch wann und wo sie in Urlaub war und was sie , ich oder unsere Tochter dort gutes gegessen haben und dergleichen.
    so bis demnächst und viel Spass vielleicht bei de Fasnacht in Berlin.
    mit närrischen Grüßen
    drei donnernde Ahoi, ahoi, ahoi
    zur Zeit noch aus der Pfalz

  • Gitta says:

    Guten Morgen Ute,

    wir waren zu Zeiten dort als „ä par Schlappe, zwe par Schlappe …“ vorgetragen wurde. Ich lage fast unter der Bank vor lauter Lachen und dann gab er das auch noch mal als Zugabe…
    Fasnacht in Berlin *hüstel“ besser inzwischen, lässt aber immer noch zu wüsnchen übrig.
    Hast Du vor die Pfalz zu verlassen?
    Herzlich
    Gitta

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