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Ausnahmsweise mal eine Rezension

So kalt es auch ist, die Sonne lacht dazu. Lacht sie uns, die wir mörderisch frieren einfach aus? Scheint so und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Was macht ein gutes oder ein schlechtes Buch? Das empfindet jeder für sich vollkommen unterschiedlich. Wenn ich zum Beispiel schon auf Seite 50 bin und es ist immer noch nicht wirklich etwas Greifbares geschehen, dass mich anregt weiter zu lesen. Das erste Mal seit ich diesen Blog habe stelle ich eine Rezension ein. Das wird keine Dauereinrichtung sein, aber ab und zu wird das schon geschehen. Sorry Binea und Mr.Rail, dass ich mich entschlossen habe das hier zu veröffentlichen.

Ich lese sehr gerne gute Thriller, die wirklich von der ersten bis zur letzten Seite spannend sind. Es ist ein Buch, dass unbedingt lesen wollte und das mir nicht wirklich gefallen hat.

Die Spur der Kinder

 Hanna Winter erschienen 08/2010 Ullstein Verlag

Seit zwei Jahren lebt die Schriftstellerin Fiona Seeberg in dem Vakuum, das die Entführung ihrer Tochter Sophie um sie herum geschaffen hat. Das zweieinhalbjährige Mädchen verschwand spurlos von dem Spielplatz zu dem sie mit dem Verlobten ihrer Mutter gegangen war.  Die Zeit der Ungewissheit vertreibt sich Fiona damit, dass sie wartet und trinkt.  Ihr Alltag zwischen Warten und Trinken wird jäh durch den Besuch des damals ermittelnden Kommissars und dessen neuer Kollegin gestört, da abermals ein Kind von dem Spielplatz verschwunden ist.

Die Ermittlungen Kommissar Karstens und seine Kollegin Behrendt laufen im Kreis und jede Spur endet im Nichts.

Fiona zieht Bilanz und weiß, dass sie ihr Leben nicht mehr im Griff hat und beschließt ihre Alkoholsucht in den Griff zu bekommen und obendrein wieder zu schreiben. Ihr Verlobter ist strikt dagegen, dass sie die Geschehnisse um die Entführung ihrer Tochter in einem Roman verwenden will, wie er sagt aus Angst um sie selbst.

Bei den anonymen Alkoholikern, die Fiona inzwischen besucht, lernt sie Theresa kennen, die sie wenig später sterbend, mit einer Spritze im Arm, findet. Die Worte, die ihr die Sterbende noch flüstern kann, zieht Fiona in den Sog der Ermittlungen. Wird sie Sophie finden?

Die Autorin hat ein Roman geschrieben, der sich flüssig lesen lässt. Damit hat sich aber das Gute an dem Buch erschöpft. Zu viele Ungereimtheiten, zu viele unlogische Handlungen. Hanna Winter hat versucht durch das Legen falscher Fährten vom wahren Täter abzulenken, was ihr gelungen ist. Allerdings ist das Konstrukt um den Täter und das Warum sehr mangelhaft und anstatt den eigenen Bruder zu schützen, wird dieser zum Mittäter gemacht. Das widerspricht gänzlich dem jugendlichen Handeln dieser Figur.

Das ist aber die einzige Überraschung in diesem Roman, von Thriller oder gar Psychothriller will ich gar nicht reden. Die Rolle aller sonstigen Figuren sind durchsichtig und klar. Unlogik bestimmt das Buch von vorne bis hinten und obenauf kommt ein laxer Umgang mit dem Alkoholproblem der Protagonistin. Diese geht ebenso mal bei den AA’s vorbei, tut es irgendwann dann ein weiteres Mal, erlebt einen Rückfall, um dann augenscheinlich davon losgekommen zu sein. So einfach geht das nicht und die Autorin verschweigt, dass Fiona wahrscheinlich täglich kotzend über der Kloschüssel hing und danach zitternd nach Nachschub gesucht hat und den Anstoß gebraucht hat, von wem auch immer, zu den Aas zu gehen. Die Verniedlichung eines, wie auch immer gearteten Alkoholproblems, kann ich absolut nicht gut heißen.

Mit dem Auftauchen von Teresa und einem Stalker in der Handlung gewinnt der Roman nichts, außer weiteren durchsichtigen Passagen in dem Buch.

Die Polizeiarbeit scheint recht locker zu sein, wenn man der Autorin Glauben schenken darf und ist sehr schlecht recherchiert. Sowohl der Kommissar als auch seine karrieregeile Kollegin scheinen keine wirkliche Ermittlungsarbeiten zu leisten. Ständig sind sie irgendwo zum Essen, treffen sich mit Hinz und Kunz, die nichts mit den Fällen zu tun haben und machen zeitig Feierabend. Dass der Kommissar vom Dienst suspendiert wird, mag folgerichtig sein, basiert aber darauf, dass er von seiner eigenen Kollegin verraten worden war. Das hätte diese gar nicht nötig gehabt, da der Kollege ihrer eigenen Karriere gar nicht im Weg stand.

Der Abgang des Verlobten einfallslos und ohne jede Grundlage. Irgendwann dann gerät Fiona durch Zufall auf die richtige Spur, die sie zu den Kindern führt.

Alles in allem ein Buch, das sicher kein Thriller der Extraklasse oder wie auf dem Cover versprochen ein Top-Thriller ist. Das Buch selbst ist schnell zu lesen, da große Buchstaben die Seiten füllen, die keine Normseiten sind. Ich kann nur abraten dieses Buch zu kaufen und hoffe, dass folgende Bücher besser sind was Recherche und Ausarbeitung angeht.

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