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Barcelona

Ich dachte hohler als Ultras und Hooligans geht es nicht, aber ich habe mich geirrt, es geht noch hohler, nach unten sind wohl keine Grenzen gesetzt. Barcelona, die Rambla wurde gestern in den Abendstunden Ziel eines mörderischen Anschlags, den sich die ISIS auf die Fahnen schreiben möchte, wo ich aber denke, dass dem nicht so ist.


Mörder machten sich auf mit einem Lieferwagen Menschen zu töten. Sie hatten Erfolg und feige wie sie nun mal sind, sind sie wie feige Hunde vom Platz des Geschehens geflohen. Was soll man davon halten? Menschen umbringen, aber nicht so viel Arsch in der Hose haben, um sich dann jenen Familien, denen sie das angetan haben, zu stellen. Typisch für Hirnlose. Ich weigere mich mit meinem Herzen, auch wenn mein Verstand mir etwas anderes sagt, ISIS so viel Macht zu geben, dass sie dahinter stecken könnte.

 

Die Rambla, Kindheitserinnerungen werden wach. Nach dem Krieg, ja ich bin nicht mehr so ganz jung, es müsste im Jahr 1959 gewesen sein, war ich das erste Mal da. Meine Familie und ich waren auf einem Campingplatz nahe Cambrils und es gehörte zu unserem Urlaub einmal über die Rambla zu laufen. Immer, wenn wir da waren, haben wir das getan. Ich war lange nicht mehr da. Warum? Weil es meine Lebensumstände nicht hergegeben haben, aber ich werde, sobald es sich gibt nach Barcelona fahren, fliegen, wie auch immer und ich werde über die Rambla gehen und den gewalttätigen Arschlöchern den Stinkefinger zeigen: Ich habe keine Angst vor euch, das schafft ihr nie und nimmer.

 

Damals begann für uns im Westen Deutschlands eine Lust zu reisen, viele Familien packten ihre Zelte ein, spannten die Wohnwagen an und machten sich auf den Weg, ohne Autobahnen oder Fernstraßen, in Richtung Spanien. Costa Brava, Costa Dorada das waren die bevorzugten Reiseziele damals. Das war das Paradies für uns, das war lernen, das war kommunizieren und das manchmal mit Händen und Füßen, das war das Lernen von Toleranz fremden Kulturen gegenüber. Meine Kindheitserinnerungen können sie mir nicht nehmen und sie können mich nicht daran hindern dort anzuknüpfen, wo ich irgendwann mal geendet habe nach Barcelona zu fahren. Jetzt erst recht! Flüge nach Barcelona gibt es für unter 100 Euro.

 

Diese Attentäter sind feige, sie suchen nicht das Gespräch und wollen zerstören, was sie selbst nicht haben, was nie gelernt haben, was sie aber gerne hätten: Lebensfreude, Freiheit im Glauben, Freiheit im Dasein. Sie laufen davon wie die räudigen Hunde, wenn ihr Auto nicht mehr weiterfahren kann. Ich merke, dass ich wütend bin, weil ich nicht verstehen kann, wie man eine solch idiotische Tat verüben kann, die so oder so nichts und niemanden nützt, die keinen Sinn macht oder gar hat. Übrigens nicht mehr nach Barcelona zu reisen, über die Rambla zu gehen wäre der falsche Schluss aus der Angelegenheit, denn diese Hohlen gibt es überall.

 

Jetzt in diesen Stunden und Tagen gehört mein ganzes Mitgefühl den Opfern, den Hinterbliebenen, den Verletzten, dem Land, den Menschen dort: Laßt Euch nicht davon beeindrucken, wir alle, die wir ein Herz haben, trauern mit Euch.

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