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Breivik

In Norwegen hat der Prozeß gegen einen Mörder begonnen, dessen Namen die ganze Welt kennt und doch gar nicht kennen möchte. Der Schmerz, die Trauer, die er verursacht hat brennt in den Herzen der Mütter und Väter, Schwestern und Brüder, Verwandten, Freunde heute noch genauso wie vor nicht einmal einem Jahr. Sie wollen Antworten auf ihre Fragen, die sie mit sich tragen, vor allem das Warum. Warum hat er das getan? Warum ist er zu einem Massenmörder geworden?

Gleich vorab ich fände es nicht angebracht seiner Mutter, seinem Vater Versagen vorzuwerfen. Ich glaube, dass manchmal Kinder in eine vollkommen andere Richtung laufen. Seine Eltern leiden auch, leiden darunter was ihr Sohn all den Menschen angetan hat. Nun steht er also vor Gericht. Der Mann, der sich erdreistet hat Gott über 77 Menschen zu spielen. Ein Mörder, mehr nicht. Kein Mensch, egal welchen Glaubens, welcher Hautfarbe, welchen Geschlechts hat das Recht Menschen zu töten. Niemand. Er nicht, jedwede Attentäter nicht, niemand. Eine solche Tat macht niemanden zum Helden und niemand wird deswegen ein Märtyrer, er ist und bleibt ein Mörder.

In Norwegen ist die Öffentlichkeit durch Fernsehübertragung in den Prozeß involviert. Das ist ihr gutes Recht, auch wenn hierzulande Stimmen laut wurden, dass das nicht sein darf. Er will sich heute erklären, will ein selbstverfasstes Dokument vorlesen. Etwas worauf alle warten. Ich bin ehrlich ich würde es auch gerne hören, obwohl man im Grunde weiß, was er sagen wird. Ich weiß nicht, ob man das der norwegischen Bevölkerung zeigen soll oder es ihr vorenthalten muss. Letzteres irgendwie nicht und wie man seinen Auftritt zeigen soll…ich weiß es nicht.

Bei all dem Prozeßgeschehen dürfen die Opfer nicht in den Hintergrund gedrängt werden, ihre Familien vor Verletzungen geschützt werden. Auch wenn jeder von uns der Meinung ist, dass er für den Rest seines Lebens weggesperrt werden muss, so müssen sich alle dem Recht Norwegens beugen. Allerdings, wenn der Richter eine minimale Möglichkeit sieht ihn wegen Unzurechnungsfähigkeit in eine Geschlossene zu schicken und dass er erst nach unzähligen Jahren dort seine Haftstrafe antreten muss, dann wäre das eine kleine Genugtuung für die Familien und Freunde der Opfer, denn das ist das, was Breivik fürchtet, dass er für unzurechnungsfähig erklärt werden würde. Dann würde ihm sein Dauerlächeln vergehen. Das wäre das, was ich mir wünschen würde, ihm endlich das Dauergrinsen zu vermiesen und nur so geht das.

Wir werden mit den Norwegern ein weiteres Mal leiden, mit den Familien, den Verwandten und Freunden.

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1 Kommentar zu „Breivik“

  • Ria says:

    Liebe Gitta,

    ich stimme Dir in allem zu, beim Lesen habe ich nur ständig mit dem Kopf genickt. Es ist mir auch ehrlich vollkommen egal, wie er versucht, sich zu rechtfertigen, es gibt keine Rechtfertigung für 69 Menschen, die er umgebracht hat, die keine Chance hatten. Es ist und bleibt Mord für jeden halbwegs vernünfrig denkenden Menschen

    lg aus Reilingen

    R I A

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