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Dann mal los!

Gestern, vorgestern kein Wort von mir. Schweigen. War am Montag unterwegs, war etwas sehr Persönliches, das ich nicht weiter ausweiten will. Gestern musste ich mich davon erholen. Nun bin ich wieder da, freue mich auf das Spiel heute Abend gegen Holland. Ein Klassiker. Sind das nicht inzwischen alle Spiele? Ob gegen Spanien, Frankreich, England oder wie heute Holland, alles Spiele sind inzwischen Klassiker. Die Frage, die eine ganze Nation bewegt: Gomez oder Klose? Mensch Leute, noch ein paar wenige Stunden und wir werden es wissen und ich gehe mal davon aus, dass Löw weiß was er tut. Wie wird das Spiel ausgehen?

Keine Ahnung. Dem Gesetz der Serie nach hat Holland große Chancen das Spiel zu gewinnen, weil wir bei großen Turnieren das zweite Spiel immer vergeigen und schlecht spielen. Pech für Holland, dass wir das schon im ersten Spiel erledigt haben. Oder hatte ich die falsche Brille auf und das Spiel gegen Portugal war der Burner, nur ich habe das  nicht gesehen. Nein wir wissen alle, dass das keine Sternstunde des deutschen Fußballs war. Wer mir sehr gut gefallen hat war Boateng, der ja leider in die Schlagzeilen geraten war, weil er mit einer Frau in ein Hotelzimmer gegangen war. Oh Schande! Der Mann ist, wie man jetzt lesen konnte, frank und frei und kann tun und lassen was er will. Nun ja Löw meinte nur es war wohl etwas spät in dieser Nacht. Na ja, ich meine Schwamm drüber.

Etwas anderes beherrscht die Medien außer den Dauerkrisen, mit denen wir dauerbeschossen werden: Die Schleckers und ihr immer noch hoher Lebensstandard. Pleite mit persönlichem Hab und Gut gehaftet scheinen sie noch gut zu leben. Die Villa gehört Frau Schlecker, ob das rückabgewickelt werden kann, weil die Übertragung vor weniger als zehn Jahren gewesen war? Keine Ahnung. Ich gehe ohnehin davon aus, dass da ein paar Euro irgendwo lagern und ich denke, dass das Schlecker auch frühzeitig erkannt hat, dass er mit den anderen Drogeriemärkten nicht mithalten kann. Zu spät reagiert hat, zu spät agiert, zu spät dagegen gehalten hat, vom Markt selbst wegreguliert wurde. Schlecker ist kein Opfer einer Krise, sondern ein Opfer des Managements, des Marktes selbst. Marktwirtschaft nennt man das, oder? Ob der Insolvenzverwalter die Euros wirklich finden wird, die beiseite geschafft worden sind, sofern dies geschehen ist, halte ich für fraglich. In einigen Wochen wird kein Mensch mehr nach Schlecker fragen, dann sind wir weiter gegangen in der Zeit, in unseren Leben, haben andere Krisen über die man reden kann. Außerdem fängt nun langsam aber sicher die Ferienzeit an.

Es könnte Mensch im Moment durchaus grausen. Krise hier, Krise da. Alle rufen nach dem Staat, egal welchem, einer wird das schon richten. Mal ehrlich, in Spanien wurden Reformen verpennt und die Banken boten Eigentum an wie Sauerbier. Nun sitzen sie auf „faulen“ Krediten, der arme sitzt mit seinem Hab und Gut auf der Straße, weil die Banken die Wohnungen räumen. Banker, mal ehrlich, das muss eine besondere Art Mensch mit wenig Hirn und Verstand sein. Doch im Ernst, wie bescheuert sind die eigentlich wirklich? Schätze mal ziemlich. Da gibt es Rating-Agenturen, die alle in den USA sitzen und deren Hauptauftraggeber die amerikanische Wirtschaft ist. Also amerikanische Unternehmen beauftragen eine Ratingagentur – natürlich gegen den schnöden Mammon – ihr Unternehmen zu raten. Im nächsten Zug, da natürlich die meisten Auftraggeber aus der amerikanischen Wirtschaft kommen muss ich gucken, dass ich die anderen schlechter mache als die eigenen Geldgeber. Da haben sie im Moment leichtes Spiel, weil die Europäer alles dafür tun, damit sie nur ja herab gestuft werden, damit auch noch der letzte Spekulant einige Euros in die Kasse bekommt.

Wäre ich Bank und hätte ich so eine doofe Immobilienblase am Hals, weil meine Mitarbeiter Leuten Immobilien angedreht haben, die diese im Falle eines Falles niemals bezahlen könnten, dann würden als erste Maßnahme die Mitarbeiter nach Hause gehen können, die das verursacht haben. Dann würde ich die Kredite nicht kündigen, sondern mit den Eigentümern Mietverträge abschließen, damit diese in ihrer Immobilie bleiben können, nicht auf die Straße müssen und trotzdem Geld dafür in die Kasse kommt. Ich weiß klingt nach Milchmädchen, aber wenn so viel Leerstand ist, die Wohnungen entweder gar nicht oder nur weit unter Wert zu verkaufen sind, dann muss ich mir als Bank einen anderen Weg suchen. Der Vorteil ich muss nicht unendlich viele „faule Kredite“ abschreiben, bekomme für die Immobilien trotzdem noch Geld und kann in Ruhe abwarten ob sich ein Käufer finden wird, der höher bezahlt als durch eine Versteigerung möglich wäre. Der Vorteil? Die Ratings wären erst mal verwirrt, weil sie damit gar nix anfangen können. Die Kredite stehen als laufende da, die Immobilien als Wert dagegen stehen unter der Hand der Bank, es kommt Miete herein, vielleicht nicht viel aber doch und ich bin der Position abwarten zu können was weiter auf dem Markt passieren wird. Die Folge könnte die sein, dass die Ratings nicht weite runterstufen könne, eher hochstufen müssen und das Land wieder zinsgünstiger Kapital aufnehmen kann, um seine Pflichten zu  erfüllen, Reformen umzusetzen und gleichzeitig zu investieren. Irgendwie dreht und hängt doch alles an der Angel „Bank“. Das mag Humbug sein, aber es könnte klappen und etwas von wenig ist immer noch besser als Null von Nix, oder?

So nun genug der Krisen heute, es wird am Abend Fußball gespielt werden. Wir sind uns einig was den Ausgang des Spiels angeht, drücken den Jungs und lassen es ordentlich krachen. Egal was oder wo auch immer ihr es tut, genießt das Spiel aus vollem Herzen und vor allem: Laßt es Euch gut gehen!

 

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