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Darmkrebsmonat 2.März

Hey, schon mal über Vorsorge nachgedacht?

Natürlich habe ich eine bestimmte Intention, weshalb ich mich für das Darmkrebsthema quer durch den März hier auf meinem Blog engagiere. Einfach mutig weiter lesen.

Es war Herbst 1996, meine Eltern waren bei uns zu Besuch und mein Vater fühlte sich nicht wohl. Er war damals fast 71 Jahre alt. Er klagte über Völlegefühl und Verdauungsstörungen, hatte ständig den Knopf seiner Hose auf. Aber in meiner Familie spricht man nicht darüber, wenn man sich nicht fühlt. So etwas gibt es einfach nicht. Dennoch war es nicht zu übersehen. So sehr er sich auch bemühte, es war nicht mehr zu leugnen, dass da irgendwas im Busch war.

Nach zwei Wochen fuhren sie wieder nach Hause. Ich habe ihm das Versprechen abgenommen, dass er zum Arzt gehen würde, wusste aber, dass er es niemals tun würde. Das bißchen Bauchgrummeln ist doch nicht der Rede wert. Ich hörte mir am Telefon zwei Wochen lang alle möglichen Ausflüchte an, weswegen er immer noch keinen Termin hatte. Kurzer Hand organisierte ich von Berlin aus, dass er einen Termin bekam. Immerhin nahm er ihn damals auch wahr.

Ich habe ihm den Termin gleich bei dem damaligen Chefarzt Prof. Riemann geben lassen. Er ging also hin und dann nahm das alles ruckzuck seinen Lauf, Sonografie, Aufnahme im Krankenhaus, Coloskopie und dann Operation. Er hatte ein Coloncarzinom und dabei dennoch Glück gehabt, da der Tumor noch nicht gestreut hatte. Dennoch, der Tumor hatte bereits eine beachtliche Größe. Er ließ ein Stück Darm im Krankenhaus und konnte nach Weihnachten dieses wieder verlassen.

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass er vollkommen ohne Probleme war. Es dauerte eine Weile bis sich seine Verdauung wieder so reguliert hat, wie das vor der OP war. Er brauchte keine Chemotherapie, konnte mit der Auflage sich regelmäßig untersuchen zu lassen nach Hause gehen. Diese Untersuchungen nahm er in der Folge immer wahr. Mein Vater hatte einfach nur Glück, dass er das ohne weitere Probleme überlebt hat. Es hätte auch anders ausgehen können, da der Tumor schon eine Größe hatte, die kurz oder lang zu einem Ileus, einem Darmverschluß geführt hätte und wer weiß, ob dieser dann nicht auch gestreut hätte. Das ist also gut ausgegangen.

Solche Geschichten kennt jeder von uns, von unseren Nachbar, aus der Presse, wenn es einen prominenten Mitmenschen, wenn es die anderen bedauerlicherweise erwischt hat. Dann, mal ehrlich, denkt man, ach der Arme, der tut mir leid und schiebt diese Gedanken weit von sich, das passiert ja immer nur den anderen. So dachte meine Schwester übrigens auch, das aber morgen.

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, das eine Spiegelung eine angenehme „Sache“ ist. Die Spiegelung selbst, mein Gott, die kann man verschlafen und Gedanken, dass da irgendwer im eigenen, tiefsten Innern guckt, auch das kann man beiseite schieben. Was ich als sehr unangenehm empfinde ist die Vorbereitung zur Colo, aber auch dazu in einigen Tagen mehr. Ich schreibe hier sehr verkürzt und werde deswegen hier in einigen Tagen einen sehr guten Link zu diesem Thema einstellen.

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2 Kommentare zu „Darmkrebsmonat 2.März“

  • Raoul says:

    Ich möchte dich da gern unterstützen. Ich habe selbst schon eine Untersuchung machen lassen, als Vorsorgemaßnahme. Es gibt zwar schöneres als eine Spiegelung, im Vergleich ist es aber harmlos und notwendig, wie ich meine. Mein Befund war negativ und dieses jahr gehe ich wieder zur Kontrolle hin.

  • Gitta says:

    Danke für Deine Offenheit. Kein Thema über das man gerne spricht.
    Ich habe das dieses Jahr wohl auch noch vor mir, aber ich will leben, deswegen tu ich das.

    Danke nochmals

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