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Das Ding mit dem Ding

Weberli

In der letzten Woche war ich mal wieder im Internet spazieren. Wenn ich Zeit dazu habe, dann besuche ich befreundete Blogs, lese dort, schaue Bilder an, gelegentlich antworte ich, schreibe Kommentare, lasse mich inspirieren und ziehe weiter. Das volle Programm also. Das ist schön, entspannend, gelegentlich anregend, je nach dem welchen Blog ich dann besuche. In einem dieser besuchten Blogs bin ich Yes! begegnet.

Nein, nicht „Yes, we can!“,  sondern Nestlés Yes. Vorweg: Jedem Menschen muss klar sein, dass hinter jedem Produkt ein, auf Profit orientierter Konzern steht. Das nur um allen Diskussionen in diese Richtung vorzubeugen. Aber eigentlich bin ich nicht dem Törtchen begegnet, sondern nur einem Bild seiner Verpackung. Jens Schönlau hat wie immer einen wunderbaren Artikel um dies Törtchen und alles so drum herum und das Leben im Allgemeinen geschrieben und dies samt Bild in seinen Blog eingestellt. Wie immer bei Jens, sind seine Artikel ein Augenschmaus, kurzweilig, witzig, hintergründig, offen, gerade wie jeder das selbst für sich empfinden mag.  Dieser Artikel hätte länger sein können, er war eindeutig zu kurz. Nein, das war er natürlich nicht, aber es kam mir halt so vor. Dennoch ist etwas passiert: Vor das Bild von Jens‘ Yes-Törtchen hat sich vor meine Augen ein anderes Bild geschoben, habe ich mich an ein anderes Törtchen erinnert. Anderes Törtchen, andere Firma, andere Geschichte.

Mein Lieblingstörtchen, das gab es schon, als ich noch in meiner Schulzeit gewesen war. Irgendwann in dieser Zeit kam meine beste Freundin mit einem solchen an. Wunderbar schokoladig, mit einer Wahnsinnsfüllung weißer Creme. Ein Traum von einer Creme, könnte mehr davon in dem Törtchen sein. Ganz nach meinem Geschmack. Wie das immer so ist, alles hat seine Zeit, auch diese Törtchen. Aus dem absoluten „Abfahren auf die Törtchen“ wurde ein von Zeit- zu Zeitgenuß. Irgendwann hatte ich dann Kinder, die ich in das Geheimnis meiner Törtchenvorliebe eingeweiht habe. Mein Sohn kreierte dann für das Törtchen einen neuen Namen, weil er nicht wusste, wie er sonst hätte klar machen können, was er meinte. Er sagte eines Tages, er hätte gerne ein „Ding“. Natürlich wusste ich nicht sofort was er meinte und es hat schon eine kleine Weile gedauert bis ich dahinter kam, was er gerne haben wollte. Von an, keine Frage, wurde dieses wunderbare „Weberli“-Törtchen „Ding“ genannt und jeder in unserer Familie wusste sofort, worum es sich handelte, wenn wir von dem Ding gesprochen haben. Obwohl Andreas lange schon ein Sternenkind ist, das ist immer noch ein Ding.

Nachdem ich nun Jens‘ Blogartikel gelesen hatte, war klar was nun folgen würde. Allerdings habe ich in keinem Laden in meiner Nähe ein solches „Ding“ in den Regalen gefunden. So blieb mir nichts anderes übrig, als eine Mail zu der Firma Lieken-Urkorn zu schicken, die dieses Produkt herstellen. Meine Frage war, wo und in welchem Geschäft in meiner Nähe ich das Objekt meiner Begierde bekommen kann. Nur wenige Stunden später, am frühen Nachmittag, wurde ich angerufen und mir wurde gesagt welcher Markt am folgenden Tag mein Ding haben würde. Logisch, dass ich das natürlich ausprobiert habe und in der Tat am folgenden Tag waren die Törtchen da. Ich habe gleich ein paar mehr Törtchen gekauft, zwei für mich, je zwei für meine Töchter. Das war ein Ding mit dem Ding.

Dank Jens‘ Blogartikel und der prompten Aktion der Fa. Lieken kam ich in den Genuß von einem wunderbar frischen Ding. Ich meine mich zu erinnern, dass es diese auch in einer weiteren Geschmacksrichtung mal gegeben hatte, aber so genau weiß ich das nicht mehr, weil das Schokoteil unser aller absoluter Favorit gewesen war. Habe ich jetzt Werbung gemacht? Nicht wirklich, ich kann nichts dazu, dass es ist wie es ist. Jeder hat sie, diese Erinnerungen an die Kindheit, die Jungend, die eigenen Kindern, den Partner und manchmal ist es einfach nur noch ein geiles Gefühl, wenn man das aufleben lassen kann. Das ist wie mein erstes Eis vom Kiosk, es war viereckig, hatte einen Schokoüberzug und kostete 20 Pfennig, oder der erste Kuß, die Urlaubsfahrten mit meinen Eltern, die absolute High lights in meinen Erinnerungen sind und das waren sie bei meinen Geschwistern auch, dann erinnern wir uns gerne an die erste Liebe und und und… das habt ihr auch alles, ihr müsst einfach nur mal inne halten, Euch Zeit nehmen, das Handy abstellen, den PC ignorieren und Euch erinnern. Es wird Euch gut gehen damit, auch wenn die eine oder andere wehmütige Erinnerung dabei sein könnte. Probiert es aus: Laßt es Euch gut gehen.

 

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2 Kommentare zu „Das Ding mit dem Ding“

  • Liebe Gitta,

    danke für die Komplimente und den schönen Text. Es scheint, dass uns Erinnerungen reich machen. Das ist wohl ein Trost. Mit dem Verabschieden von der Jugend kommen all die Bilder, die auch noch mit Gerüchen, Tönen, Stimmungen verbunden sind.

    Sehr nett, dass Lieken sich tatsächlich gemeldet hat. Cooler Service. Ich werde auch mal Ausschau halten nach dem Ding und dann beim Futtern an dich und Andreas denken.

    Herzliche Grüße

    Jens

  • Gitta says:

    Lieber Jens,

    ich mag übrigens auch ab und an mal ein YES, das nebenbei. Ich fände etwas mehr Creme im Weberli klasse, weil die einfach gut schmeckt. Vor allem entwickelt man seine eigene Art das Weberlis zu essen, orientiert sich an der Oberfläche. Du wirst, wenn Du eins in den Händen hältst und anschaust, wissen was ich meine.

    Liebe Grüße
    Gitta

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