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Offshores und was dazu gehört

Offshore-Leaks ein Wort mit dem wir seit ein paar Wochen tagtäglich konfrontiert werden.  Offshore eine Möglichkeit an den Finanzämtern vorbei Geld in Sicherheit zu bringen. Nein, es geht dabei nicht um die 3,50 Euro, die Klein-Hans Schmidt oder Lieschen Müller im Geldbeutel haben, sondern es geht um Millionen, Milliarden einzelner Menschen an denen ein Staat nur zu gerne partizipieren möchte. Die Kunst ist nicht unbedingt das Geld ins Ausland zu bringen, das geht schon seit Jahren und ist gängige Praxis. Die Kunst ist das geparkte Geld wieder in den Umlauf zurück zu bringen.

Ich kenne einige dieser Wege wie man Geld wohin transportieren kann, sofern man von diesem so viel hat, dass sich das lohnt. Vor unendlichen Jahren hatte ich mich damit auseinander gesetzt. Nein, nicht weil ich Geld verschieben wollte, sondern weil ich diese kleinen, unscheinbaren Anzeigen in Tageszeitungen gelesen hatte. Das hatte einfach meine Neugierde erregt. Ich hatte begonnen zu recherchieren und einige fast unglaubliche Wege dieser Möglichkeiten gefunden. Dabei ging so ziemlich alles, egal ob das Holland, oder die USA sind, alles war und ist möglich und wird immer möglich bleiben. Nun brabbelt im Moment jeder Politiker, dass er es schaffen würde diese Wege zu verschließen. Nö, Leute, das bekommt ihr nicht hin. Geht nicht boys and girls, laßt gut sein. Denn, wenn ich wusste, dass es diese Wege gibt, dann wussten das auch die Politiker lange vor der Enthüllung durch die Journalisten und ich muss die Frage stellen: Warum schreit ihr jetzt laut in der Gegend herum, dass etwas dagegen getan werden muss? Dazu hattet ihr über lange Jahre Zeit das habt ihr bislang stillschweigend geduldet. Nicht mehr und nicht weniger.

Aber der Weg in ein Offshore ist der eine Weg des Geldes, es heißt ja immer folge der Spur des Geldes, der andere ist der wie es wieder zurück in den Kreislauf kommt. Zu einer der Methoden gehören große Häuser wie Sotherby, die zum Beispiel Kunstwerke zu illusorischen Preisen versteigern. Warum will ein Mensch, der für Millionen ein Kunstwerk ersteht anonym bleiben? Diese Frage beantwortet sich doch selbst. Auf diesem Weg wird das Geld wieder zurück in den Kreislauf gebracht, bzw. wird damit Geld gewaschen ohne Ende. Alle schauen zu und was schlimmer ist, das ist kein Geheimnis. Als die Krise in Griechenland so richtig in Fahrt kam, kam es hierzulande zu vermehrten Immobilienkäufen griechischer Staatsbürger. Hat unsere Steuerbehörde sich gerührt und geprüft ob dieses Geld in Griechenland versteuert wurde oder die Käufer nach Griechenland gemeldet? Genauso wenig wie man sich hierzulande in die Karten schauen läßt, genauso wenig würde ich das als Staat tun, der Offshores zulässt. Das sind Einnahmen durch die Gebühren, gelegentliche Tourismusbesuche und so weiter, auf die ich nicht würde verzichten wollen. Übrigens ist das in meinen Augen schwachmanisch von Ländern wie Luxemburg und Österreich Offenlegung zu verlangen, denn darum geht das bei Offshores nicht nur. Das wären in diesem Fall wenn, dann allenfalls Zwischenstationen. Holland, die USA gehören auch zu den Geldtransitländern, da traut man sich nicht dran, oder hat jemand gehört, dass Holland den Weg zu den holländischen Antillen zumachen soll? Oder die USA da läuft das über Delaware. Das ist wie immer Augenwischerei, wenn ich jetzt hier und heute danach rufe, dass dieses oder jenes Land …. dann achtet vielleicht niemand darauf, dass USA und Holland zu den Durchgangsstaaten diverser Gelder gehören. Ich sehe nicht, dass diese Geldflüsse auf Dauer ausgetrocknet werden können. Selbst, wenn, dann öffnen sich immer wieder andere Wege. Nein, ich befürworte das nicht, aber ich bin absoluter Gegner davon, dass nun die Journalisten dem Staat diese Daten zur Verfügung stellen sollen. Soll er selbst dafür sorgen, dass er die schwarzen Schafe findet, soll er selbst seine Arbeit machen. Ich weiß das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, aber anstatt immer die armen Autofahrer auf dem Korn zu haben, wäre das mal eine ganz neue Aufgabe für herumschleichendes Personal, wobei zugegeben etwas mehr dazu gehört als Daten in einen kleinen Automaten tippen zu können. Aber zurück zu den Offshores. Hand aufs Herz, wer von uns anderen würde, wenn er unermeßlich viel Geld hätte, nicht auch nach Wegen am Fiskus vorbei suchen? Ob er den Weg dann geht oder nicht ist eine vollkommen andere Frage, aber es geht schlichtweg darum dieses Wissen in der Hinterhand zu haben. Wenn Menschen mit sehr viel Geld einen Weg wissen wie sie dieses an der Steuer vorbei außer Landes schaffen können, müssen sie auch wissen wie sie es wieder, sofern sie das wollen, ins Land zurück bekommen. Das wäre für mich als Fiskus die spannendere Frage. Wüsste er das, dann könnte er sich entspannt zurücklehnen und müsste nur darauf warten, dass das geschieht und könnte dann zuschlagen. Aber na ja, seine Vertreter und die, die es werden wollen lamentieren nun, dass nach der kommenden Wahl diese Löcher gestopft werden. Da kann ich nur lachen, weil genauso viele Köpfe daran sitzen neue Wege zu finden, wie daran sitzen es zu verhindern. Übrigens bei dieser Gelegenheit wurde offenbar, dass in der Regierung in Frankreich gerade sieben Millionäre sitzen, die wissen garantiert wie und wohin diese Wege laufen. In Frankreich regieren gerade die Sozialisten.

Was bin ich froh, dass ich mir nicht den Kopf darüber machen muss wie ich Millionen verschiebe und wenn ich es getan habe, wie ich sie wieder ins Leben bringe ohne dass das auffällt. So nun genug in ein ernsteres Thema gegangen. Mich ärgert an der ganzen Sache, dass man jetzt laut darüber schimpft und wettert, das schon lange wusste und verspricht was nicht zu halten ist. Ärgern wir uns nicht darüber, sondern freuen uns über das, was wir haben. Das ist durchaus intelligenter, oder etwa nicht. Kleines Glück ist auch Glück. Glück lässt sich nicht messen, nicht wiegen, nicht erzwingen, nicht halten, wenn es weiter ziehen will. Genießen wir, dass es da ist: Laßt es Euch gut gehen.

 

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