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Der Krug geht zum Brunnen …

Wie jeder, der im Internet unterwegs ist, besuche ich Blogs, die meinem Blog freundschaftlich verbunden sind. Das ist eine Gegenseitigkeit, das ist Achtung vor dem, was der andere dort schreibt, an Bildern einfügt, das ist aber auch Neugierde. Manchmal entstehen dabei Unterhaltungen, Gedanken werden angestoßen, Beschreibungen hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Eine Beschreibung hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Es ging darum, dass eine Lebensphase zu Ende gegangen ist, ausgelöst durch das Ende der  Beziehung. Er beschrieb das gestern so unglaublich treffend: Der Krug, aus dem er das bezog, was er brauchte, ist zerbrochen. Nicht nur die Beziehung ist es, die man hinterfragt, untersucht, sich selbst fragt ob man die Zeichen der Zeit falsch verstanden hat. Gut ist, dass sich da erwachsene Menschen trennen, dabei das Wohl der Kinder im Auge behalten und darauf verzichten schmutzige Wäsche zu waschen und wenn, dann nicht in der Öffentlichkeit. Respekt, das ist der Idealfall, den jeder sich im Grunde wünscht.

Dieses Beispiel mit dem Krug hat mich dennoch beeindruckt. Den Spruch dass der Krug so oft zum Brunne geht bis er bricht kennt jeder. Jeder weiß, dass die meisten Krüge irgendwann brechen, vor allem dann wenn sie den Alltag stemmen müssen. Wenn man dieses Sprichwort allerdings sagt, dann tut man dies meist eher in einem negativen Zusammenhang. Ich sage aber, dass manchmal ein Krug brechen muss, damit man gezwungen ist sich neu zu orientieren, zu ordnen, einen neuen Krug anzuschaffen. Der muss nicht unbedingt besser sein als der alte, aber er wird auf jeden Fall anders sein.

Ein Krug spendet meist das lebensnotwendige Naß, das, was man braucht um zu leben, zu existieren. Übertrage ich das, dann trägt er auch die Liebe, die Zuneigung zu anderen Menschen, zu der Familie, zu Freunden, er trägt die Probleme, die Sorgen und Nöte. Die Enttäuschungen ebenso wie die Freuden, die Niederlagen und die Siege, die Fehler und die Korrektur, das Fallen und das Aufstehen. Einfach alles. Freude, Siege, Liebe zerstören keinen Krug, davon bekommt er auch keine Risse.

Man kann es sich natürlich einfach machen und für jeden Bereich einen eigenen Krug anschaffen und dann den, der Risse hat entweder die Risse kitten oder ihn entsorgen und einen neuen anschaffen oder ganz darauf zu verzichten, geht manchmal auch, macht es aber schwierig bestimmte Lebensphasen auseinander zu halten. Jeder Riss ist schmerzhaft, tut weh. Manchmal sind Risse klein, bleiben wie sie sind. Andere wiederum sind schmerzhaft und tief, kaum zu kitten und stellen immer eine Gefahr für den Krug dar. Vielleicht ist es dann klug aus einem kleineren zu schöpfen und sich schon mal nach einem intakten umzuschauen oder dem Alltagskrug Ruhe zu gönnen, eine Auszeit zu geben, damit man ihn kitten kann.  

Fakt aber ist, dass der Krug brechen wird, irgendwann. Manchmal sieht man das kommen, nimmt die Anzeichen wahr, will sie aber einfach nicht sehen, oder man sieht sie einfach nicht, weil man von seinem eigenen Verhalten so überzeugt ist, dass man den kleinen Schritt, den es bedarf nicht gehen wird. Man wird den Krug der Kindheit zerbrechen, den der Jugend auch, man wird einige Krüger zerschleißen bis man an dem einen letzten angekommen ist, der, der für den Alltag zu groß ist, der, den man mit all seinen Erinnerungen gefüllt hat, mit seinen Schätzen des eigenen Lebens, der, in dem man alles gesammelt hat, die Höhen und Tiefen, die guten und die schlechten Erinnerungen, die Freuden und Enttäuschungen, die Trauer und die Liebe. Das ist der Krug, der ewig hält.

Danke Jens für die Idee zu diesem Artikel.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende, viel Spaß, viel Freude, es scheint als ist der Frühling angekommen. Ideales Wetter um raus zu gehen, so man das kann. Cafés, Eiscafés und Biergärten locken, sie rufen förmlich nach Euch. Lasst es Euch gut gehen.

 

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