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Donnerstag – Klatschtag

Gestern war Tag der Deutschen Einheit. Mal ehrlich was habt ihr an diesem Tag gemacht? Was habt ihr damals in jener Novembernacht gemacht, als die Mauer gefallen ist. Wir haben damals nicht in Berlin gelebt. Die Mauer, die DDR, der Kalte Krieg war weit genug von uns weg, um uns das Gefühl zu geben, in Friede und Freiheit aufzuwachsen, das als selbstverständlich zu leben. Berlin, das waren etwas mehr als 600 km Entfernung, nichts was diese Freiheit und diesen Frieden je hätte erschüttern können. Oder doch?

Ich kann mich erinnern, wir haben damals alle in Richtung Osten bis weit hinter die DDR geschaut, den ganzen Sommer schon mit gewisser Sorge die Entwicklung beobachtet. Was wird passieren, wie wird die Welt aussehen, wenn… wenn was passiert? Ich glaube es gibt keinen Menschen auf dieser Welt, der in der Lage gewesen wäre, auch nur im Ansatz zu ahnen, was geschehen würde. Wir haben bei all dem, was da an Unruhe unterwegs war zu keinem Moment unsere Freiheit gefährdet gesehen. Die UdSSR war pleite, was hätte sie groß noch tun können? Warum sollte ein maroder Staat, der selbst im Begriff war zu zerfallen unseren Frieden gefährden? Ich weiß es nicht, das kann ich nicht mehr sagen, aber ich hatte keine Angst um uns, eher um die Menschen, die direkt vor Ort waren, egal ob in der Botschaft in Ungarn, oder bei den Montagsmärschen in der DDR. Niemand hätte voraussagen können, was passieren würde. Ach und wo ich damals gewesen war? Ich hatte Kinder, die es zu versorgen galt und war zu Hause gewesen als die Mauer ihre ersten Risse gezeigt hat, um dann gleich darauf zu fallen.

Nun machen wir einen riesigen Sprung in die Gegenwart und klatschen wild drauf los. Markus Lanz, nun isses so weit: Kommenden Samstag wird „Wetten dass…?“ mit ihm das erste Mal ausgestrahlt werden. Niemand weiß, ob er die richtige Besetzung ist, aber wir sollten im Zeit lassen, einige Sendungen geben, so in der Art für die Politiker: Hundert Tage Probezeit. Wir wünschen ihm viel Glück. Das Cover der „Frau im Spiegel“ zeigt ihn mit seiner Frau. Graue Haare hat er bekommen. Ein Mann mit grauen Schläfen, sagte man früher jedenfalls, sei interessant. Eine Frau mit grauem Haar einfach nur alt.

Eine ganz normale Familie, wenn niemand hinschaut: Die Beckhams. Ich weiß, das scheint typisch Frau zu sein, aber wenn dieser Beckham seine Kinder auf dem Arm hat, oder sich mit ihnen in der Öffentlichkeit zeigt oder bewegt, dann hast du das Gefühl, dass es dann für ihn nur sie gibt und sonst nichts. Da wird ein Bild gezeigt, das natürlich mit Genehmigung veröffentlicht wurde, das zeigt ihn mit seiner Tochter auf dem Schoß. Sie sitzen da und schauen den Brüdern des Mädchens beim Training zu, während Victoria Beckham im Gras sitzt und darauf wartet, dass die Söhne durstig nach Trinkbarem verlangen. Ein ganz normales Familienbild. Einzig, es wäre schön, wenn man Victoria Beckham auch mal wirklich lachen sehen könnte. Ich kann mich nicht erinnern je ein Bild mit ihr gesehen zu haben auf dem sie wirklich lacht. Dabei muss sie bei dem Glück gesunde Kinder zu haben nur noch lachend durch die Welt laufen.

Meryl Streep, 63, eine geniale Schauspielerin, eine, die ihr Handwerk beherrscht. Zugegeben ich sehe sie sehr gerne. Sie kann alles spielen. Jetzt ist sie gemeinsam mit dem „Dauer-Bösewicht-Jäger“, Tommy Lee Jones, in einer Ehe-Komödie zu sehen, der es an Tragik insofern nicht fehlt, da das, was es zu besiegen gilt in so unendlich vielen Ehen Einzug gehalten hat. Eine bessere Besetzung hätte man für diesen Film gar nicht finden können und das was ich an Auszügen aus diesem Film bislang gesehen habe, macht ihn für mich sehenswert.

Da wären sie dann mal wieder. Nein, nicht die Geissens, die Weppers und zwar auf dem Oktoberfest und Hand und in Hand. Na ja angedeutet zumindest. Ich frage mich immer noch, wer oder was die Wepper geritten hat, ihren „Alten“ zu halten. Sie hätte doch mühelos dem momentanen Trend „Rent-a-Jüngeren“ zu folgen. Laufen genug rum, die sich mit ihr gezeigt hätten. Karrieredienlich oder auch nicht. Nun hat sie ihn wieder und die Welt staunt Kopfschüttelnd, vor allem weil er mit einer weiteren Frau gesehen wurde, Hand in Hand. Nur eine Freundin hieß es. Ein Schelm …

Die „Neue Post“ zeigt auf ihrem Cover das englische Prinzenpaar Kate und William. Es gibt doch immer Idioten, die anderen ihr Glück nicht gönnen. Das bißchen Privatleben und das bißchen Glück, das sie mal wenige Tage ungestört leben können, dafür muss das Paar im Moment bitter bezahlen. Mal taucht ein „oben-ohne-Bild“ auf, dann ein „unten-ohne-Bild“. Wie arm ist das von dem, der es aufgenommen hat? Wie groß wäre es gewesen, diese Aufnahmen nicht zu machen. Aber wer hat schon diese Größe, wenn er mit Dollarzeichen in den Augen die Kasse klingeln hört? Könnte ich hexen, ich würde jeden Geldschein mit Pech verhexen! Im Übrigen wollen die Gerüchte über eine Schwangerschaft der Prinzessin einfach nicht verstummen, zumal sie auf ihrer letzten Dienstreise keinen Alkohol getrunken habe. Wäre schön und als Mutter würde ich es ihr gönnen.

Diese Woche beschäftigt sich „die aktuelle“ mit dem allgemeinen Eheknirschen, also mit den Paaren, in deren Ehen es im Gebälk knirscht. Ganz oben, der Filius Amadeus ziert sogar das Cover, steht Familie Boris Becker. Hmm… ist man ein Prophet, wenn man das nicht schon eine ganze Weile geahnt hat? Wenn da nicht ein Wunder geschieht, dann sieht das ganz doof aus. Nun fordert die Gazette das Paar auf an den Sohn zu denken. Vielleicht wäre aber genau die Trennung der Königsweg, der dem Jungen mehr Ruhe bringen würde. Geldsorgen, so kann man lesen, sollen der Grund der Entzweiung des Paares sein. Dass Boris einige delikate Probleme zu lösen hat, das wissen wir, aber, dass sie ihm da nicht zur Seite steht, das finde ich nicht gut, auch wenn sie dachte, dass sie Geld pur heiratet. In guten, wie in schlechten Zeiten, oder…?

Bei den Schröders, ja Gerhard Schröder und Doris Köpf-Schröder soll es ebenfalls kriselt. Er, zur Zeit, da seine Frau Wahlkampf bestreitet, ganz Hausmann, sie in der Öffentlichkeit. Rollentausch. Ob er damit klar kommen wird? Keine Ahnung, aber warum nicht? Und ob es deswegen kriselt? Hmmm…

Und dann wäre da wieder mal das monegassische Paar. Sie würde ihn nicht anschauen. Kunststück, ich glaube sie versteht gar nicht was er sagt, weil er sich gerade in französischer Sprache austobte. Er eröffnete das neue monegassische Parlament und hielt hierzu eine Rede, Amtssprache, Französisch. Na ja vielleicht sollte sie das mal langsam lernen, dann kann ihr niemand mehr ans Rad fahren.

Arnie Schwarzenegger tut alles, um seine Ehe nicht zu retten. Nicht nur, dass er seine Memoiren geschrieben hat, nein, da muss er ins Fettnäpfchen getreten haben und obendrein hat er den Termin bei der Ehetherapeutin geschwänzt, was sich als nächster Fettnapf entpuppte. Schau’n wir mal. He’ll be back!

Somit bin ich beim Rezeptteil der „Freizeit Revue“ angekommen, die in ihrer Ausgabe dieses Mal saftige Steaks und würzige Filets anbietet: Steak mit Pfefferkruste, Tequilla-Steak mit Dip, mit Nektarinen gefülltes Filet, Kalbssteak mit Zitrone, Entenbrust (was hat das mit Steak oder Filet zu tun?) auf Linsen, Entrecôte mit Kaffee, Rumsteak-Spieß, Braumeister-Steak u.v.m. Na ja auf das eine oder andere Rezept kann ich gut verzichten. Steak mag ich gerne, aber lieber von hoher Qualität und selten, als schlecht und oft.

Herbst soll es werden und wenn ich dem Wetterbericht glauben darf, schon bald. Im Grunde keine schlechte Sache, der Wind spielt mit den bunten Blättern, die tanzend dem Boden zustreben. Die Wärme der Sonnenstrahlen lässt unweigerlich nach und wer noch einen Strahl erhaschen kann, der sollte das unbedingt tun. Sonne tanken, den Winter durchstehen. Vorbereiten auf die dunkle Jahreszeit an deren Ende der Frühling steht. Egal wie ihr Euch vorbereitet: Laßt es euch gut gehen.

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