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Dortmundkrimi

Es war der Hammer gestern Abend und die ganze Fußballwelt spricht davon und es spielt keine Rolle mehr ob eins der beiden Tore ein Abseitstor gewesen war oder nicht. Die Spieler aus Malaga/Spanien waren fassungslos, am Boden, am Ende waren sie, hatten sie das sicher geglaubte Weiterkommen in der Nachspielzeit vergeigt. Der Sieger der Partie heißt Borussia Dortmund und das mit viel Glück und wenn ich ganz ehrlich bin, dann gönne ich das der Mannschaft.

Das Spiel selbst, sofern mein Fußballverstand das zu beurteilen vermag, hatten die Männer aus Malaga ganz gut im Griff. Sie haben geschickt verteidigt und sich obendrein zwei Mal in Führung gebracht. Bei den Dortmundern flatterten scheinbar ein wenig die Nerven. Im Gegensatz zum Hinspiel kamen ihre Pässe nie an, was mit Sicherheit auch mit dem guten Stellungsspiel der Malagenen zusammen hing. Irgendwie waren Klopps Buben nicht ganz frisch und frei. Es fehlte der „Scheißegaleffekt“ sich zu sagen: Wurscht was dabei rauskommt, laß uns spielen und Spaß haben. Da war gar kein Spaß und wenig Spiel. Erst in den letzten Minuten als Hummels eingewechselt worden war, da hatte ich das Gefühl, dass eine Welle der Ruhe in das Spiel gekommen war. Das hektische Gekaspere im Mittelfeld hatte sich erledigt, weil es fast nur noch lange Flanken in den Strafraum Malagas gegeben hatte. Vier Minuten Nachspielzeit, angesammelt durch die Verzögerungstaktik der Spanier, der Schiedsrichter hat bei schauspielerischen Verzögerungsleistungen immer auf seine Uhr gezeigt. Dumm gelaufen würde ich mal sagen, denn die zwei notwendigen Tore um weiter zu kommen fielen während der ersten drei Minuten in der Nachspielzeit. Zwei Flanken in den Strafraum und der Brei war gegessen, Dortmund war durch ist weiter gekommen.

Das, was dann kam, war nur noch Gänsehautfeeling. Da waren erwachsene Männer, die auf dem Spielfeld in einen Freudentaumel verfielen, die vor Freude gar nicht wussten wo sie hinrennen sollten. Ich würde mal meinen, man muss dem Trainer Klopp bei einer solchen Gelegenheit einfach aus dem Weg gehen. Der Mann rennt alles um, was ihm im Weg steht, wenn er vor Freude losgelassen. Das und auch seine Einschätzung zum Spiel, seine Ehrlichkeit zu sagen, dass wenn Dortmund verloren hätte, dann nur weil sie schlecht gespielt hatten und sonst aus keinem Grund. Das „auf-dem-Boden-bleiben“, seine Offenheit, seine Natürlichkeit, seine Sachlichkeit ist das, was diesen Menschen so sympathisch macht. Heute spielt Bayern München und mit einem 2:0 aus dem Heimspiel sollten sie n Turin durchkommen, obwohl sie vorsichtig sein müssen, denn Real Madrid hat sich gestern Abend ein 3:2 in Istanbul abgeholt und das Spiel verloren. Die Mannschaften, die hier unter den letzten acht in Europa sind, sind dies alle nicht ohne Grund. Ich wünsche der Mannschaft von Bayern München viel Glück!

Euch wünsche ich Zeit für einen Spaziergang draußen. Am 18. April, so sagte es der Radiomann Jochen Trus heute Morgen, gibt es den ersten Spargel, weil dieser, wenn es jetzt doch warm werden würde, in einem Affentempo sprießen wird. Kaum zu glauben, vor ein paar Tagen haben wir noch gezittert und unter der Kälte geächzt, auch wenn das keinen Sinn machte, weil da muss man durch, man kann nicht ändern. Raus, im Straßencafé die Mittagspause verbracht, sofern die Sonne scheint, wonach das in Berlin nicht aussieht. Trotzdem es ist recht ordentlich da draußen, man kann es wagen rauszugehen: Laßt es Euch gut gehen.

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