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Ein Abend mit Freunden

In regelmäßig unregelmäßigen Abständen essen wir mit einem befreundeten Ehepaar bei uns oder bei ihnen Zuhause. Gestern waren wir bei uns verabredet. Dabei gibt es von der Berliner „Stulle mit Brot“ bis hin zum 3-Gänge-Menue alles was unser Herz begehrt und wir Lust zu kochen haben. Angefangen hat dieser wunderschöne Reigen die Tatsache, dass ich von meiner Mutter gelernt habe saure Nieren zu kochen. Hausrezept, ein Sternekoch würde wahrscheinlich davonlaufen, uns schmeckt es. Dann haben wir begonnen dies und das zu kochen, auch mal einfach nur frisches Brot und Butter zu servieren. Bei aller Schlemmerei aber steht das Beisammensein, das Tratschen, Erzählen, Plaudern wie immer man das nennen möchte im Vordergrund.

Gestern nun habe ich ein 3-Gänge-Menue gekocht: Maronen-Samtsüppchen mit Kartoffel-Lammknödelchen und Pfifferlingen, einen 7-Stunden-Braten mit karamellisierten Kaiserschoten und Gnocchi (die eine Anregung des Ava-Magazins waren)  und als Abschluß eine Safrancreme. Den Braten habe ich am Tag zuvor in Weißwein eingelegt, wo er 24 Stunden Zeit hatte zu baden.

Gestern Morgen, ich öffne meine Augen, nicht weil der Wecker klingelte, sonder weil unser Kater auf meinen Bauch sprang, um anzuzeigen, dass er Hunger. Kein gutes Zeichen, also Augen auf, Blick zum Wecker, Schitt verpennt. Statt der gewohnten Zeit, irgendwo zwischen 6 Uhr und 8 Uhr war es kurz nach 9 Uhr. So war das nicht geplant. Geschmeidig bin ich aus dem Bett gesprungen, wäre ich gerne, nein ich bin ganz normal aus dem Bett, rin die Klamotten, los in die Küche um die Kaffeemaschine einzuschalten, ab ins Bad, der Zahnbürste guten Morgen gesagt und zum Bäcker. Meine Tochter hat inzwischen den Tisch gedeckt, und ist mit dem Hund los als ich vom Bäcker kam. Vor dem Frühstück die Maronen aus dem Gefrierfach geholt, dann trotz aller Zeitnot in Ruhe gefrühstückt.

Nach dem Frühstück fix vis à vis noch einkaufen gegangen, was hartnäckig auf dem Einkaufszettel verweilte und wozu ich während der letzten Tage keine Zeit hatte. Dann ging es los. Die Maronen und den Lauch nach Rezept angeschwitzt, abgelöscht, köcheln lassen, dazu die Uhr gestellt. Die Safrancreme erledigt, in den Kühlschrank gestellt, die Maronen mit dem Pürierstab bearbeitet. Dazwischen immer meine Schwiegermutter versorgt, im Auge behalten, wenn sie die Toilette suchte. So ging sie hin, die Zeit und plötzlich war es 16 Uhr. Den Hundegang am Nachmittag erledigt, weil ich normalerweise den am Morgen erledige und meine Tochter am Nachmittag geht, aber da sie noch in die Stadt wollte haben wir eben getauscht.

Nach dem Hundegang unter die Dusche, den Tisch gedeckt und dann war es soweit: unsere Freunde rückten an. Gleich nach der Begrüßung ging es dann zur Sache: all das was vorbereitet worden war, wurde nun zu Ende gekocht: die geschlagene Sahne unter das Süppchen rühren und anrichten. So ging es dann Schlag auf Schlag mit gebührenden Pausen bis alle Gänge durch waren. Wir essen, auch mit unseren Gästen quasi in der Küche, was ganz klar Nachteile hat, aber auch den Vorteil, dass man nicht für den nächsten Gang alleine vor sich hin ackern muss, sondern an der allgemeinen Unterhaltung teilnehmen kann.

Am Ende des Abends war ich sehr müde, zugegeben, aber auch sehr zufrieden, alles hat geklappt, alles hat geschmeckt, das Erzählen kam nicht zu kurz, meine Schwiegermutter wollte in ihrer Demenz  nicht wie sonst üblich nach Hause, sondern blieb sitzen bis unsere Freunde gegangen waren. Ein rundum gelungener Tag und Abend und ich kann nur empfehlen: einfach mal Freunde einladen, das macht einfach mehr Spaß als vorm Fernseher zu sitzen.

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2 Kommentare zu „Ein Abend mit Freunden“

  • barbara2 says:

    stulle mit brot ist nett:-) und bei meinen einkaufszetteln ist es ähnlich, ich streiche weg, was ich habe und es bleibt meist noch was, ab und an wird alles auf eine neuen übertragen.

  • Gitta says:

    Diesen Ausdruck habe ich hier in Berlin das erste Mal gehört und das auch erst nachdem ich einige Jahre hier gewohnt habe. Stulle mit Brot ist in diesem Fall ein richtig frisches helles und dunkles Landbauernbrot, mit frischer Butter vom Block, die richtig gut schmeckt (sicherlich Einbildung, dass diese besser ist als die abgepackten Halbpfünder. Dazu kommt dann noch ein wenig Käse, selbst gemachter roter Beetesalat, eingelegte Gurken und solche Dinge in der Art halt. Ich glaube es komm tnicht wirklich auf das Essen selbst an, sondern das Beisammensein mit Freunden.

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