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Ein bunter Strauß

Nun ist die Olympiade in Sotschi vorbei, die Putinspiele sind beendet. Was wurde da nicht alles im Vorfeld gepostet, geschrieben und berichtet. Wie viele Ängste waren geschürt worden. Natürlich muss man über Missstände im Putinland berichten. Die gibt es, die sind nicht zu leugnen. Ein Mann, der an der Macht, zu illegalen, freiheitsraubenden Mitteln greifen muss, um seine Gegner zum Schweigen zu bringen ist ein armer, einsamer Mann. Er kann niemandem trauen und Freunde, die er hat, denen wird er niemals trauen können. Dann lieber nicht Putin sein, in bescheidenen Verhältnissen leben und glücklich sein.

Apropos Macht. Diese Woche könnte es einen Schlußstrich unter der Affäre Wulff geben. Am Ende der Woche könnte das Urteil gefällt werden und wenn es zu einem Freispruch kommen würde, dann gehe ich davon aus, dass der Staatsanwalt in Revision gehen wird. Ich habe noch nie erlebt, dass sich ein Staatsanwalt derart zu einem Olm macht wie dieser. Als normaler Bürger muss man sich schon fragen, ob der Mann sonst nix zu tun hat, als krampfhaft zu versuchen irgendetwas zu finden, das eine Verurteilung von Christian Wulff zu rechtfertigen. Selten wurde in unserem Land eine derartige Posse betrieben. Schlimm finde ich aber, dass über den Rücktritt bereits ein Film gedreht worden ist. Das ist für mich eine Schande, das ist etwas das, in meinen Augen, gegen den guten Ton verstößt. Der Mann lebt noch, Christian Wulff gibt es noch, auch wenn er politisch getötet wurde, teilweise politischen Suizid getrieben hat. Aber diesen Film schon gedreht zu haben, schlimmer noch ihn auch auszustrahlen, das verstößt gegen alles, was einen guten Ton ausmacht. Selten habe ich einem Film schlechte Einschaltquoten gewünscht, diesem schon. Ein Film wird ausgestrahlt und niemand sieht ihn sich an. Das würde mir gefallen. Ganz ehrlich. Das ist etwas, das geht gar nicht. Das ist in meinen Augen ähnlich wie das Schreiben einer Biografie. Tausende von Menschen schreiben ihre eigene Biografie, arg… Da kann ich nicht mit. Aber ok, was stört ist das, das die meisten dieser Werke so unnötig sind wie … fügt das selbst ein.

Der Unterschied zwischen Putin und Wulff ist der, dass Wulff weiß wie es sich anfühlt ins bodenlose zu fallen. Wobei zugegeben niemand will den Riesen Rußland, wenn dieser außer Kontrolle geraten würde. Eine grausame Vorstellung, dass man Putin davon jagen würde, gleich wie den Mann der Ukraine. Grausame Vorstellung? Nein, nicht wirklich, aber ein außer Kontrolle geratenes Rußland, das mag niemand haben. Kann die Ukraine Initialzündung sein? Nicht gleich, aber wer weiß, vielleicht stehen die Menschen in diesem weiten Land auch irgendwann mal auf und kämpfen für ihre Freiheit. Kaum vorstellebar, oder?

Die ARD hat einen Tatort ausgestrahlt, der, streicht man künstlerische Freiheit, Fragen aufwirft, eine davon ist diese: Wie viel Macht haben Banden hierzulande. Es gab mal eine Zeit, da schaute man von oben herunter auf Italien und seine Mafia. Aber alle europäischen Länder, nicht nur wir hier. Damals wäre die Zeit gewesen sich zu überlegen wie man der Bandenkriminalität entgegen treten könnte. Heute ist zu befürchten, dass es zu spät dafür ist. Was bleibt wäre die Polizei aufzustocken, aber nicht nur ein paar wenige Mann, sondern ganz gewaltig und dann auch vor Leuten, die in aller Öffentlichkeit ihren Verbrechen nachgehen, entgegen treten zu können. Es gibt diese Zeitgenossen, die wir alle kennen und von denen die Justiz weiß, dass sie krumme Geschäfte tätigen und gegen die sie machtlos sind, weil unsere Beamten mehr damit beschäftigt sind „Raser“, die wenige Kilometer zu schnell gefahren sind, aufzuspüren als sich mit diesen Verbrechen zu beschäftigen. Außerdem weiß ich nicht, wie weit die Arme dieser dunklen Geschäftemacher, in unsere Exekutive reicht. Zieht man die künstlerische Freiheit am Tatort ab, bleibt eine Menge übrig, was zum Nachdenken anregt.

Es geht in den Endspurt. Die fünfte Jahreszeit geht ihrem Ende entgegen. Donnerstag ist Weiberfastnacht, am Wochenende beginnt die Straßenfastnacht. Ja, ich weiß, immer wieder der gleiche doofe Spruch: Man will ja nicht auf Knopfdruck fröhlich sein. Aber darum geht die Fastnacht nur sekundär, denn sie ist im Grunde eine ernste Angelegenheit. Fasching und Berlin schließt sich aus. Wohl, genug Narren gibt es in dieser Stadt, auch ohne diese fünfte Jahreszeit, die sind ganzjährig hier. Sie agieren ohne Narrengewand und närrischen Auftrag. Sie benehmen sich, als gehöre ihnen die Welt und sie dürften alles und wehe, wenn Till kommt und hält ihnen den Spiegel vor. Oh je, oh jemine…

Kommt gut durch den Montag, ohne ihn könnte keine Woche starten. Verdammt ihn nicht, er ist gut. Ich wünsche Euch einen guten Start in diese Woche, durch diesen wundervollen Montag: Laßt es Euch gut gehen!

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