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Ende einer eher mäßigen Woche oder Sturzflug ins Wochenende

Eine eher mäßige Woche ist zu Ende gegangen. Es gelang mir irgendwie nicht von diesem tollen Fußballabend vergangenen Freitag, länger als über das Wochenende zu zehren. Das Wort „irgendwie“ fungiert ausnahmsweise nicht als Zeilenfüller, sondern wirklich, weil ich „irgendwie“ keine Ahnung habe, weshalb das so ist. Vielleicht muss man solcherlei einfach annehmen, für sich selbst genau betrachten, um dann zu sehen was daraus trotzdem werden kann. Es ist  nicht weiter schlimm, vielleicht sogar sehr gut für die kommende Woche.

Die beste Nachricht, das Highlight der Woche: meine Jüngste hat ihre OP gut überstanden. Dagegen beschäftigen mich unsere beiden Omas nach wie vor uneingeschränkt und jede auf ihre Weise. Die Handwerker habe meine Laune nicht gerade gehoben, es ist einfach ätzend ihnen gelegentlich zuzusehen. Die Erkältung schleicht sie langsam aus, Besuche bei allen Kranken und Operierten verboten sich von selbst.

Dann gab es doch noch ein weiteres Highlight in dieser Woche: mein Buch „Das Rosenspiel“ erhielt eine sehr gute Rezension. Das war Labsal auf meiner Seele, das tat gut. So klang die Woche dann aus und es hatte nicht den Anschein, dass noch großartig etwas geschehen könnte.

Gestern Abend dann, Polizeieinsatz in unserer Straße. Zwei junge Männer wurden, was immer sie auch angestellt haben mögen, mit auf dem Rücken gefesselten Händen, erst eine Weile zum Auslüften im Freien zum sitzen auf dem Fußboden aufgefordert, worauf sie dann  mit auf die Wache genommen. In getrennten Fahrzeugen, damit sie sich nicht mehr absprechen können, wurden sie abtransportiert. Die Spurensicherung kam dann auch noch zum Einsatz und nach gefühlten zwei Stunden war der Spuk zu Ende. Es kehrte Ruhe ein. Da liefen ungefähr acht Beamte mit und ohne Uniform auf und ab, hin und her. Das war ein regelrechtes Gewusel. Stellt sich mir die Frage, warum man jugendliche Täter die Kosten, bei erwiesener Schuld, nicht abarbeiten lässt. Vielleicht heilsamer als in irgendeinen Knast zu stecken. Wobei ich keine Ahnung habe, welcher Altersklasse diese beiden Männer angehören. Ebenfalls gut gekühlt, weil ich nur vom Balkon Einblick hatte, ging ich dann schlafen.

Ich muss an den Samstagen immer aufstehen, da meine Schwiegermutter an diesen Tagen eine Tagespflege besucht. Das bedeutet raus aus den Federn, die Oma versorgen, zu meinen türkischen Bäcker laufen und dann das Frühstück bereiten. Manchmal, wenn ich ausgeschlafener bin, gehe ich vor all dem noch mit dem Hund raus. Der musste heute leider warten. Ich also, die Oma war bereits gewaschen und in Kleidern, los zum Bäcker, meine Brötchen gekauft und zurück geeilt. Gerade als ich die Kurve zu unserem Eingang genommen hatte fand ich mich bäuchlings, über meine Knie auf die Erde geknallt, wieder. Ich wusste überhaupt nicht wie mir geschehen war, so schnell lag ich da. Im ersten Moment trieb mir der Schmerz Tränen in die Augen und dann sah ich was passiert war: Ein Zeitungsausträger, wohl ein absoluter Volltrottel, ein ausgemachter Idiot, ließ ein Kunststoffband mit dem die Zeitungen immer gepackt sind, auf seinem Weg zum Tor einfach eben mal so fallen. Nicht, dass es durchgeschnitten war, nein, es war vollkommen intakt und lag als Menschenfänger auf meinem Weg.

Natürlich habe ich nicht daneben getreten, nein ich bin mit einem Fuß darauf getreten, habe diese Fangvorrichtung so in eine ideale Position gebracht und bin mit meinem anderen Fuß in diesen hochschnellenden Kunststoffring geraten. Dieser gab nicht nach und da mein Oberkörper bereits in Richtung weiterlaufen gerichtet war, mir zog es mir am anderen Ende meines Körpers, also unten so die Füße weg, dass ich mich flatsch bäuchlings auf dem Boden liegend fand. Wer nun denkt, dass ich überall gelichzeitig aufgekommen bin, der irrt, denn zuerst knallte ich auf meine Knie und dann auf meine Hände. Es bewahrheitete sich wieder einmal: Wenn Masse in Bewegung ist, dann ist sie einfach nicht mehr aufzuhalten.

Als ich da lag, wusste ich erst mal gar nix, schüttelte mich wie mein Hund, wenn er nass ist. Leicht geschockt stand ich auf, guckte an mir runter, bewegte mich vorsichtig und mein Blick fiel auf das Corpus delicti, das weiß und unschuldig mitten auf meinem Weg lag. Mir fallen außer einer Reihe von Schimpfwörtern und einigen besonderen Rachemaßnahmen nur noch ein: „Danke, das habe ich diese Woche ja nun noch gebraucht!“. Nun habe ich lädierte Hände, schmerzende Knie und mit jedem Schritt werde ich an diesen Typ erinnert, der so achtlos sich seines Mülls entledigt hat, obwohl ein paar wenige Schritte weiter eine gelbe Tonne steht.

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2 Kommentare zu „Ende einer eher mäßigen Woche oder Sturzflug ins Wochenende“

  • barbara2 says:

    das mit dem einfach fallen lassen des mülls nimmt zu. ich habe keine ahnung, woher das kommt. bei einem strassenfest sah ich zwei jungs, der eine ass pizza von so einem pappteller, das letzte stück in der hand, liess er den pappteller einfach fallen. na den habe ich in den senkel gestellt und er dann den pappteller in den nahebei mülleimer.
    das man über son inen plastikstreifen dann hinfallen kann, hätte ich nicht gedacht. du hattest es zu eilig.

  • Gitta says:

    Wirklich eilig hatte ich es nur deswegen, weil mir kalt war. Wäre dieser Plastikstreifen, ein Streifen gewesen, dann wäre n ix passiert, da das aber ein geschlossener Ring war, war mein Sturz zwangsläufig. So ähnlich wie ich mich heute fühle, muss sich Klitschkos Gegner heute auch fühlen: wie durch die Mangel gezogen und das was wegen des Sturzes nicht schmerzt, tut es der Erkältung wegen, die in die zweite Runde zu gehen scheint. Da muss ich durch, in ein paar Tagen ist das Vergangenheit.
    Herzlich
    Gitta

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