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Er darf das, er ist Jude

Zu meinem Geburtstag bekam ich Eintrittskarten für Oliver Polak, den Autor des Buches: „Ich darf das, ich bin Jude“. Die Veranstaltung fand bei den „Wühlmäusen“ am Theodor-Heuss-Platz, hier in Berlin kurz „Theo“ genannt, statt. Es war eine Mischung aus Entertainment und Lesung.

Von dem Buch hatte ich schon gehört, oder es bei meinen Streifzügen durch Buchhandlungen gesehen, jedoch nie in der Hand gehalten. Oliver Polak habe ich noch nie gesehen, weder auf einem Bild, noch im Fernsehen oder Internet. Ich war also gänzlich unbedarft, wusste nicht was mich erwartet.

Mehr durch Zufall als gezielt hat meine Tochter eine CD von Oliver Polak gekauft und war begeistert gewesen, weshalb ich mir diese Show anschauen durfte. Ich war also gespannt auf das, was da kommen sollte. Kurz nach acht Uhr, die letzten Zuschauer hatten endlich ihre Plätze eingenommen, betrat Oliver Polak durch eine Wand von Bühnennebel (hätte man weglassen können) die Bühne.

Er begrüßte sein Publikum mit Scherzen und Späßen, aber so richtig sprang der Funke nicht über. Schätze mal, dass das an den Zuschauern, nicht an ihm gelegen hat. Sodann ging der Künstler ans Werk, um aus seinem Werk vorzulesen. Wie er gelesen hat und das was er gelesen hat, hat mir gut gefallen. Zwischen den Kapiteln hat er sich als Comedian dargestellt. Ich habe nicht mitgezählt, es mögen fünf oder sechs Kapitel gewesen sein, als er signalisierte, dass er nun Pause machen würde, da war dann ungefähr eine Stunde vorbei.

Der zweite Teil wurde von den meisten als der schwächere Teil angesehen und am Ende entledigte er sich seines Trainingsanzuges und sang in einem Einteiler ein Lied zu dem er das Publikum aufforderte den Refrain mitzusingen. Die meisten sangen „Wir sind alle Juden“ nicht mit, so dass im Saal nur ein höfliches Gemurmel dazu zu hören war. Dass er das Lied sang war ja noch in Ordnung, aber weshalb er sich dazu entblättert hat, habe ich nicht verstanden.

Mir haben seine Erzählung und kleine Parodien und Anekdoten zu seiner Mutter sehr gut gefallen. Auch wenn er aus seinem Buch gelesen hat, die Bemerkung, die er gelegentlich einwarf, waren in Ordnung. Er schaffte es nicht immer, sein Publikum mit in seine Pointen zu nehmen. Außer meine Sitznachbarin, die Dauerlacherin gewesen war, sie lachte die komplette Vorstellung schrill und laut durch. Das war absolut grauenvoll. Ihr Begleitung schien das sehr unangenehm zu sein, sein Gesichtsausdruck dazu sprach Bände.

Trotz meiner schrillen Sitznachbarin waren es für mich sehr entspannende, angenehme zwei Stunden. Es war ein schönes Geburtstagsgeschenk.

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4 Kommentare zu „Er darf das, er ist Jude“

  • barbara2 says:

    siehst du, du schreibst darüber. da war ich gestern beim neujahrsempfang der ihk eigentlich nur um den vortrag von prof dr dr rademacher zu hören, um darüber zu schreiben, hätte ich mir notizen machen müssen, gefallen hat mir nur das duo, das als rahmenprogramm auftrat

  • Carolin says:

    Das Facebook Like Button Plugin waere toll. Oder habe ich es nicht gesehen?

  • Gitta says:

    Ich habe ihn nicht, Du hast ihn nicht übersehen.

  • Gitta says:

    Liebe Barbara,

    ich habem mir keine Notizen machen müssen, sondern habe das gleich heute Morgen geschrieben und eingestellt. War auch nicht so schwer. Anders wäre es gewesen, wenn ich hätte Pointen zitieren wollen, da hätte ich mitschreiben müssen.

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