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Fleischesser und Veggis

In habe mich mit dem Thema Fleischesser und Vegetarier beschäftigt, weil in meinem Freundes- und Bekanntenkreis und dem weiteren Bekanntenkreis eine Menge Vegetarier sind. Dabei haben sich mir einige Fragen gestellt, die ich hier zur Diskussion stellen möchte. Ich habe nichts gegen Vegetarier, nur gegen die Missionare unter ihnen, die Fleischessern das Fleischessen vermiesen wollen, während sie beteuern dem wäre nicht so. Jeder muss so leben, wie er glaubt leben zu müssen.

Warum isst ein Mensch kein Fleisch mehr, obwohl es ihm immer geschmeckt hat und das selbst schon die Neandertaler nachweislich getan haben, auch wenn es erstmal solches war, das sie sammeln konnten, später stellten sie Waffen her um sie erlegen zu können. Das muss für uns kein Grund sein Fleisch zu essen. Irgendwann hat Mensch angefangen Tiere zu halten. Die heutige Tierhaltung ist ein Graus für Mensch und Tier. Tierhaltung, das ist ein wichtiges Argument, aber warum gehen sie nicht dafür auf die Straße? Weil sie kein Fleisch essen? Weil sich dafür nicht verantwortlich fühlen? Hmm… das kommt mir vor wie nach Wahlen, wenn die gewählte Partei Mist macht und jeder sagt: „Ich habe die nicht gewählt!“. Wer dann? Warum gehen die Fleischesser nicht gegen Massentierhaltung auf die Straße, das ist meine nächste Frage. Warum sind Fleischesser nicht konsequent genug zu schauen, dass sie ihr Fleisch, das sie essen, bei einem Hersteller kaufen, der artgerechte Haltung und Schlachtung hat. Haltung alleine reicht nicht aus, denn es kann keinen Sinn machen Tiere in Nachbarländer zu karren, um sie dann geschlachtet zurück zu transportieren. Die Lebensmittellobby, die Massentierhalter sollte an der Stelle einfach nur das erleben, das fühlen, was die Tiere fühlen, wie es ihnen ergeht, wenn sie unwürdig transportiert werden. Ja, ich weiß, die Gesetze sind deutlich verschärft worden. Aber die wenigen Kontrolleure, die es gibt, können nicht überall sein. Der Verbraucher hat sich darin ergeben, das zu kaufen, was er angeboten bekommt. Wenn er seine Macht ausspielt, Unternehmen zu boykottieren, weil sie Schrott verkaufen, dann trudeln die sehr schnell. Mal drauf schauen wo das Fleisch herkommt, die Pflicht aufzudrucken wo es geschlachtet worden ist, fehlt gänzliche. Ich schaue darauf wo das Fleisch, das wir essen, herkommt und vor allem, dass es, mit wenigen Ausnahmen die ich nicht nachprüfen kann, keine langen Schlachtwege erleiden muss.  Genug getan, nein, die Veggis nicht und ich auch nicht. Das ist und bleibt weggeguckt, weil wir uns nicht darum bemühen, dass die Massentierhaltung gänzlich anderen Regeln unterworfen wird, dass hierzulande geschlachtet wird, auch wenn das dann etwas mehr kostet. Zum Vegetarier würde ich sehr schnell werden, wenn ich zum Beispiel Fleisch nicht zubereiten könnte. Da ging das dann ratzfatz, was aber nicht der Fall ist.

Gesundheit. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis sind einige langjährige Veggis dabei, die sind nicht gesünder als die Fleischesser und die Krebserkrankungen halten sich absolut die Waage. Langejährige Veggis erkranken genauso oft an Krebs wie die langjährigen Fleischesser und sie bekommen genauso oft Allergien, auch im Alter, Depressionen, Demenz und was weiß ich nicht noch alles. Dazu brauche ich keine Studie, das ist so, da muss ich nur abzählen. Gesundheit kann es also auch nicht sein. Das wäre eine gefährliche Augenwischerei. Ich vermute ohnehin, dass viele Krankheiten, die wir haben nicht auf dem Verzehr dessen beruhen, was wir kaufen, sondern darauf  was darin ist von dem wir nichts wissen, das betrifft alle Bereiche der Ernährung, angefangen vom Ei bis zum Endprodukt, vom Samen bis zur geernteten Pflanze. Von dem, was wir einatmen, uns auf die Haut cremen, um die Augen schmieren, an Wasser arglos trinken und und und. Es wird  nie ein einzelnes Produkt sein, das verantwortlich ist für all die modernen Erkrankungen, sondern immer die Summe aller Stoffe, die uns untergejubelt werden, von denen wir nichts wissen.

Hersteller von Fertignahrung, samt Pferdefleisch. Machen wir uns nichts vor, es gibt Pferdefleisch auf dem Markt zu kaufen, auch Wurst. Natürlich darf in eine Lasagne kein Pferd hinein gemischt werden, das ist keine Frage. Dass das nicht passiert kann man umgehen: Einfach selbst herstellen, das geht einfach und fix mal drei und während die Lasagne im Ofen bruzzelt, räumt man schon mal die Küche auf. Die Ausrede man könne nicht kochen, kann ich nicht gelten lassen. Wer lesen und schreiben kann, der kann auch kochen und Menschen, die nicht lesen und schreiben können sollten sich hier helfen lassen. Das ist kein Grund sich zu schämen, es kann nicht jeder alles können. Lasagne lässt sich auf zu kochen und der Rest landet im Gefrierschrank für die Gelegenheiten, wenn man keine Zeit hat zu kochen. Das hat noch den Vorteil, dass man in lauen Monaten, wenn das Geld schon alle ist, davon zehren kann.

Sich besser fühlen ohne Fleisch. Das halte ich für abstrus, da sich wohl fühlen auch und vor allem von äußeren Umständen abhängt. Wenn man sich die Hacke rausarbeitet, dann ist das vollkommen egal wie man sich ernährt, wenn es nicht mehr geht, dann geht es nicht mehr und da Mensch individuell verschieden ist, ist das beim einen früher und beim anderen später. Man kann Vegetarier oder Fleischesser sein, wenn man gerade eine bescheidene Zeit durchmacht, dann ist schnurz wer man ist und was man isst, da muss man durch. Ein Arzt meinte einmal zu mir, dass ein großer Teil der Allergien deswegen entstehen, weil die Menschen zu viel Nahrungsmittel aus fremden Regionen zu sich nehmen, vor allem solche, die hier nicht wachsen. Kann sein, muss aber nicht, leuchtet aber ein, wenn man davon ausgeht, dass der Körper in der Anzahl gegen zu viele unbekannte Eiweiße agieren muss, die er gar nicht kennt. Mal platt erklärt. All die Südfrüchte und Südgemüse, sie sind einfach hier nicht einheimisch. Hier gibt das Kohl und Co.

Kein Fleisch mögen. Ich kenne eine junge Frau, die noch nie in ihrem Leben Wurst oder Fleisch gegessen hat, selbst als Baby und Kleinkind hat sie sich geweigert, hat ihre Mutter an den Rand des Wahnsinns damit getrieben. Das ist ok, das kann ich verstehen und nachvollziehen. Ein Problem habe ich damit, wenn Menschen, die immer gerne mal Fleisch gegessen haben, das nicht mehr tun. Ich habe kein wirkliches Argument, dass sie es tun sollten und sie haben kein wirkliches Argument, weshalb sie es nicht tun. Ich habe kein wirkliches Argument, warum ich gerne Fleisch esse, sie aber auch keines, es nicht zu tun.

Gehen wir ein paar Jahre zurück, in die Zeit in der ich Kind war. Da wurden die Menschen, egal welchen Beruf sie hatten, zwischen 60 und 70 Jahre alt, der Schnitt lag bei 66, 67 Jahren und wer die 70 erreicht hatte, bekam Besuch vom Bürgermeister und dem Pfarrer. Der Pfarrer kommt heute ab 80 Jahren und der Bürgermeister, samt Presse bei 100jährigen. Woran starben diese Menschen? Bei meinen Großeltern, war das einmal wohl die Galle oder die Nieren, dann Darmkrebs, Demenz und noch mal Darmkrebs. Hmm… Sie waren zwischen 60 und 70 Jahren mit einem Ausreißer von 77 Jahren. Was hatten sie? Sie hatten den ersten Weltkrieg erlebt, sie hatten den zweiten Weltkrieg erlebt, Entbehrungen erlebt und nach dem Krieg das Land wieder aufgebaut. Sie hielten Hühner, hätten irgendwo kleine Gärten, tauschten und fuggerten und es gab ein Mal pro Woche Fleisch, das in der Regel das Familienoberhaupt bekam, vor allem dann, wenn dieser schwer malochen musste. Der Rest der Familie, vor allem dann, wenn es viele Kinder waren guckten zu, wie das Fleisch im Mund ihres Vater verschwand. Das, was übrig geblieben war, das wurde dann entweder verteilt oder aber vom Vater am nächsten Tag gegessen. Es war nicht Wissen, dass der Vater das Fleisch gegessen hat, vielleicht Instinkt, dass er es braucht? Die Kinder waren kleiner als heute, meine Generation war im Durchschnitt schon größer als die vorangegangene, denn unser Nahrungsangebot war dann schon vielfältiger. Bei uns gab es Fleisch und Fisch, ein oder zwei Mal die Woche, mehr konnten wir uns nicht leisten, es gab Innereien, nicht alles, aber Leber und Nieren, die waren preiswert, immer Gemüse oder Salat und Kartoffeln, Nudeln, Knödeln, Spätzeln usw. so weit möglich alles selbst hergestellt. Die Gemüseauswahl beschränkte sich in meiner frühen Kindheit auf regionale Produkte, das Obst gab es im Sommer frisch, im Winter gab es das Eingemachte vom Sommer und Äpfel, die eingelagert werden konnten. Erdbeeren und Trauben im Winter eine pure Illusion. Kaum jemand kannte nicht jemand, der nicht einen Garten hatte. Schwarzgeschäfte sozusagen. Es gingen weniger Kinder auf ein Gymnasium, was auch darauf zurück zu führen war, dass die Eltern sich das nicht leisten konnten und froh waren, wenn die Kinder in die Lehre kamen, weil die meisten zu Hause einen Teil ihres Gehaltes abgegeben mussten.

Fleisch war nicht gerade billig und aus einem Stück Rindfleisch wurden zwei Gerichte gekocht, das eine war Rindfleisch mit Kartoffeln und Meerrettich, das andere war eine Gemüsesuppe mit einem süßen Nachtisch hinterher, im Sommer zum Beispiel Johannisbeeren mit Pudding, weil mein Opa die Dinger in seinem Garten en mas produziert hat. Es gab Milch, die mit der Kanne aus dem Milchladen geholt wurde und da die Menschen keine Kühlschränke hatten, wurde die übrig gebliebene Milch zu Sauer- oder Dickmilch verarbeitet und es gab Bratkartoffel und nix weiter dazu. Als ich eine Familie gegründet habe, da haben wir ebenfalls spärlich Fleisch gegessen, was im Laufe der Zeit mehr wurde, weil man sich das dann auch leisten konnte. Heute ist das rückläufig und das, was erworben wird, wird meist beim Bauern gekauft. Ebenso wie die Eier und zum Teil auch die Milch und der Quark.

Natürlich spielt der medizinische Fortschritt eine Rolle, dass Menschen älter werden. Aber leider spielt genau diese Medizin auch bei der Massentierzucht eine große Rolle, weil der Griff zum Antibiotikum obligat ist, auch, wenn Gesetze das nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, was regelmäßig unterlaufen wird. Resistenzen sind hier kein Wunder, auch weil es zu schnell zu oft den Menschen verordnet wurde, die ihrerseits dann auch oft genug Einnahmefehler gemacht haben.  Zum Glück hatte ich eine Kinderärztin, deren Stift immer dann gestockt hat, wenn es daran gegangen ist ein Antibiotikum zu verordnen, das hat sie nur dann gemacht, wenn das gar nicht anders möglich war. Das kam wirklich selten vor. Bilderbuch? Nein, mein Sohn hatte ein Dravetsysdrm, das durch eine Spontanmutation entsteht, meine Schwester starb an Krebs, mein Bruder vor ganz vielen Jahren auch, weil er bei der Bundeswehr „verseucht“ worden sein soll.

Sind Kinder heute schlauer? Sie werden größer, keine Frage, aber nicht alle. Allergien? Der Vater meiner Kinder ist auch allergisch und das von früherster Kindheit an. In einer Sendung im ZDF wurde in einem Beitrag erwähnt, ich kann es leider nicht mit einem Link gelegen, aber es ging um die Entwicklung der Menschheit, ich glaube bei Terra X, dass durch die Aufnahme von tierischen Eiweiß die menschliche Intelligenz nachhaltig gefördert worden war. Nein, das sage ich nicht nur so, das wurde in der Sendung so gesagt. Ob das stimmt? Ich weiß es nicht. Natürlich gibt es keine reinen Nahrungsmittel mehr, weil auf den Feldern Dünger und Pflanzenschutzmittel ausgebracht wird und das auf Teufel komm raus, Tiere mit Medikamenten groß gezogen werden und Lebensmittel in der Fertigung so bearbeitet und verändert werden, dass man sie im Grunde genommen alle müllen kann, egal, ob das Lebensmittel für Fleischesser, Vegetarier oder Veganer sind. Es gibt keine gesunden Lebensmittel, keine die gesund sind und keine die gesund machen oder gesund erhalten. Dort wo Fett reduziert wird, muss ein Emulgator rein, weil man sonst die Fenster mit kitten, aber das Zeug nicht essen kann, die Amerikaner hauen bei Fettreduzierung Zucker ohne Ende rein und wundern sich, dass ihre Bevölkerung im Durchschnitt ständig zunimmt, wozu natürlich Bewegungsmangel und übermäßiger Fast-Food-Genuß ebenfalls beiträgt. Alte Regel bei Lebensmitteln: dort wo etwas rein kommt, muss etwas anderes raus und dort wo etwas raus kommt, muss etwas rein. Ich bin immer wieder überrascht, wie toll eine Karotte von unserem Bauern schmeckt und übrigens, wenn das Fleisch dort alle ist, dann ist es alle und wenn das Gemüse, der Salat alle ist, dann ist das so, ebenso die Milch, der Quark und die Butter. Dumm gelaufen sozusagen, wenn man spät kommt. Eins noch an dieser Stelle, wenn ich höre, dass wir Genmanipulierten Mais ausbringen sollen müssen, dann bekomme ich das nackte Grausen, das ist der Beginn, dass Menschen nur noch in der Hand der Saatmultis sein werden, weil eine Umkehr nicht möglich sein wird und derjenige, der diesen Mais in den Händen hält entscheiden kann wie er weiter manipulieren wird. Das alte Saatgut wird verschwinden. Dieser Weg wird zu einem Monopol und er ist irreversibel.

Seit wir unseren Bauern für uns entdeckt haben, kaufen wir dort was geht, wenn wir zu spät sind gibt es Gemüse gerne tief gefroren, pur und ohne jeden Zusatz, was qualitativ besser ist, als das, was seit Tagen in den Regalen des Marktes liegt. Unser Fleisch kommt mit wenigen Ausnahmen auch vom Bauern, weil diese Tiere ordentlich gehalten und nicht irgendwo in Polen geschlachtet werden, sondern ortsnah. Wer möchte, dass die Tiere ordentlich behandelt werden, der muss auf die Straße gehen, muss andere um sich herum sammeln und der entsprechenden Lobby und den Politikern laut sagen, dass es so nicht geht. Wer weiter Fleisch essen möchte, so wie ich, der hat die Sorgfaltspflicht dort zu kaufen, wo er weiß, dass die Tiere artgerecht gehalten werden und wo sie ortsnah geschlachtet werden, egal ob sie Milch, Leder und Wolle geben, oder Eier legen. Zu viel von etwas stört jede ausgewogene Ernährung.

Ob nun vegetarische Ernährung den Tieren aus der Massentierhaltung hilft? Ich kann es mir nicht vorstellen, weil die Leute, die das betreiben auch nicht davor zurückschrecken werden, ihr Vieh irgendwo an anderer Stelle so zu verarbeiten, dass auch Vegetarier nicht daran vorbei können. Ich traue ihnen alles zu, vor allem dann, wenn sich tierische Produkte in Fruchtsäften finden lassen, wie das in der Vergangenheit schon geschehen war. Ob eine vegetarische Ernährung gesünder ist, das wage ich strak zu bezweifeln, wenn ich rückblickend nur in meine eigene Familie schaue. Ich glaube nicht, dass der Verzehr von Fleisch oder nicht, das ist, was uns krank macht, sondern das Zusammenspiel von all dem, was in der Luft, in den Möbelstücken, in der Nahrung, der Kleidung und wo nicht überall noch zu finden ist. Es geht immer nur um diesen oder jenen Stoff, der schädlich ist oder nicht, aber ich habe noch nie einen Bericht gesehen, der aussagt wie viel Schrott wir tagtäglich aufnehmen, egal wie, ob durch die Haut, die Atmung oder durch die Nahrung. Vielleicht ist das auch gut so.

In diesem Sinn, schaut alle genauer hin, paßt auf Euch auf: Laßt es Euch gut gehen!

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1 Kommentar zu „Fleischesser und Veggis“

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