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Freiheit

Das wird im Moment jeden Tag ein wenig später bis ich dazu komme meinen Tagesartikel für meinen Blog zu schreiben. Einfach zu viel zu tun. Stimmt schon, nur heute ist der Grund ein anderer: ich finde mich selbst schlichtweg ein wenig unstrukturiert. Nicht jeder Tag ist wie der vorangegangene oder der davor oder noch zwei Tage zurück. Wie der Mensch selbst, so sind auch seine Tage individuell. Alles andere wäre auch grausam, oder?

Stellt Euch vor, dass jeder Tag, den ihr erlebt wie der davor ist und der wiederum ist, wie der davor und so weiter. Das wäre absolut katastrophal. Schlimmer noch wir hätten das Gefühl unfrei zu sein, was wir zwar alles sowieso sind, denn kaum ein Mensch kann vollkommen frei sein, irgendeinem Zwang unterliegt er immer. Also gestaltet Mensch den Tag so individuell wie  nur möglich. Er gönnt es sich ein Klingel des Weckers mehr abzuwarten, oder gleich aufstehen. Im ersten Fall muss er sich sputen, im zweiten hat ein wenig mehr Zeit, die er nutzen kann, oder verdödeln kann, ganz wie er an diesem Tag drauf ist.

Egal wie auch immer, irgendwann wird er in der U-Bahn, dem Bus oder seinem eigenen Auto sitzen. Ist er früh dran und bekommt gleich einen Platz in der U-Bahn oder dem Bus, dann freut er sich, wenn er spät dran ist, wird er den Moment verfluchen, wenn er keines der beiden Verkehrsmittel rechtzeitig erreicht und die Türen vor seiner Nase zugehen. Nicht die Bahn trägt hierfür die Schuld er selbst ist einfach zu spät losgegangen. Ist er im Auto unterwegs wird er sich freuen rechtzeitig losgefahren zu sein, im anderen Fall versperrt dann auch noch die Müllabfuhr den einzigen Ausgang aus der Einbahnstraße. Frauen, die zu spät unterwegs sind werden sich über das Intermezzo der Müllabfuhr freuen, können sie sich so in Ruhe schminken. Als Frau ist man geübt im Auto Make up und Nagellack aufzutragen.

Der Nachhauseweg ist nicht anders. Ich kann entscheiden, ob ich noch fix auf einen Kaffee gehe, oder gleich straight ahead nach Hause. Es mag nicht viel Individualität sein, aber immerhin. Natürlich gibt es Ausnahmen: Mütter und Väter, die ihre Kinder noch zur Kita oder dem Hort bringen oder abholen müssen, aber nach dem Abholen kann man auch mal mit dem Kind die Eisdiele noch aufsuchen, das geht auf jeden Fall. So unfrei wir im Grunde sind, haben wir dennoch die Möglichkeit unseren Alltag individuell zu gestalten, um diesem Gefühl der Unfreiheit die Härte zu nehmen.

Heute, um zu meinem Ausgangspunkt zurück zu kommen, hat mich mein Bett derart umklammert, dass ich keine Chance hatte wie üblich so um 6 Uhr herum aufzustehen. Es zog und klammerte, bis ich nach zwanzig Sekunden Kampf einfach nachgegeben habe, mich dann umgedreht und weitergeschlafen haben. Nun habe ich inzwischen einiges aufgeholt, meine Pflichten, die ich nicht vernachlässigen kann erfüllt und kann in Ruhe meine Artikel schreiben. Ich hatte mir noch überlegt, ob ich mir die Freiheit nehmen soll es zu lassen, aber da ich gestern Abend so nett darauf angesprochen wurde, dass ich Montag hier blau gemacht hatte, werde ich das natürlich nicht tun, nicht wahr Herr Dr.?

Lasst es Euch gut gehen heute, das Wetter ist fantastisch, geht den kleinen Umweg über das Straßencafé, das Bistro, den Park und genießt die Herbstsonne.

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2 Kommentare zu „Freiheit“

  • Tine says:

    Hallo Gitta,

    manchmal lese ich Dein Blog, heute habe ich einen ähnlich ungewohnten, individuellen Tag hinter mir…

    Pläne über den Haufen geworfen, einfach andere Dinge getan, die offensichtlich gerade dran waren. Sich etwas treiben lassen im space der Individualität und die Freiheit geniessen, die ein jeder von uns hat (auch wenn äußere Zwänge diese subjektive Freiheit oft zur Unfreiheit werden lassen).

    Diese Tage machen das Leben einfach noch schöner!

    Viele Grüße
    Tine

  • Gitta says:

    Hallo Tine,

    danke für Deinen Kommentar. Freut mich, dass Du ab und an vorbeikommst, mache ich bei Dir auch :-). Es mag nicht viel Freiheit sein, die wir zwischen Beruf, Kinder und sonstigen Verpflichtungen haben. Diese Momente zu sehen, sie festzuhalten, zu genießen, Kraft aus ihnen zu schöpfen ist, wie ich meine, die Kunst. Schön, dass du heute einen solchen Tag hattest, auch wenn andere Pläne geplant waren.

    Einen schönen Abend wünsche ich Dir.

    Herzlich
    Gitta

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