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Geld fließt

Montag, neue Woche, neuer Anfang, alte Leier. Routine. Eigentlich ist Routine ein guter Beginn. Keine Hetzerei, kein Stress, ein Start ohne böse Überraschungen. Gut so. Passt schon. Mit einem Ohr habe ich heute gehört, dass in Garmisch gerade mal noch zwanzig Menschen demonstrieren. Gegen was? Ich glaube die meisten wissen das auch nicht und wenn sie gefragt werden, dann schreien deren Antworten gen Himmel und klingen nachgequatscht. Ist das demonstrieren auf hohem Niveau? Nicht wirklich.

Das Demonstrationsrecht ist eins unserer Höchsten Güter, das Freiheit voraussetzt und den Willen diese nicht aufzugeben, um keinen Preis. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass ich als Schülerin auch bei so mancher Demonstration mitgelaufen bin, weil ich dann eben schulfrei hatte, die ganze Klasse, fast die ganze Schule. Na gut, war eben genau so, nicht anders. Demonstriert haben wir gegen den 175iger, den 218er und gegen den Numerus Clausus. Das ist haften geblieben. Bei den Interviewten, die gestern um Garmisch herum demonstriert haben, da weiß ich bis jetzt nicht weshalb sie wirklich auf die Straße gegangen sind. Die vermeintlich Wirtschaftsmächtigen, die sich da getroffen haben, sind das so auch nicht mehr, weil sie von anderen Nationen längst schon überholt worden sind. Sei es drum, es ist eine, lieb gewordene, zu unseren Lasten teure Gewohnheit geworden. Wie man das Geld zum Fenster rauswirft scheint auf egal zu sein.

Apropos Geld. Vor einigen Wochen sagte eine weise Frau zu mir, dass Geld fließt. Das sei etwas, das immer fließt. Na ja irgendwie scheint das an mir vorbei zu fließen, wie man an meiner Crowfundingaktion sieht, aber landen tut das da irgendwie nicht, die Strömung muss dort, an genau dieser Stelle zu stark sein. Geld fließt also. Wo fließt es hin? Körperlich gibt es kaum noch Geld, fiktiv, per Klick ist es da (oder auch nicht). Per Klick sind Unsummen da. Welche in Wort „Unsummen“ da. Zumindest gehen wenige mit dem Geld von vielen recht sorglos um. Andere wiederum wollen haben, nichts zurückgeben und nichts dafür tun, dass es bei ihnen im Fluss bleibt. Geld fließt. Wohin? Wenn Geld fließt, darf man es dann aufhalten? Ich weiß über Geld spricht man nicht, aber schreiben darf man darüber. Geld fließt und ich weiß immer noch nicht wohin. Vielleicht fließt es zu Euch, ich würde es Euch gönnen. Ich frage mich wo fließen eigentlich die vielen Spendengelder hin? Und darf man als Spender von nur einem Euro Einblick haben wo all die vielen Spendengelder hingeflossen sind und nicht nur hingeflossen sind, sondern was ist dort wo es hinsollte angekommen? Gibt es dort eine „Stopf-die-Taschen-Mentalität“, die vor dem Wohl der Bevölkerung steht? Schauen wir auf das Thema FIFA und Blatter, das ist für mich so ein Selbstbedienungsladen, wo sich erst die ganz oben die Taschen füllen und für ganz unten nur noch ein Ball für den Pressetermin zur Übergabe übrig bleibt. Geld fließt, an den Armen, den Bedürftigen vorbei. Was hätte man in einem Land wie Brasilien mit den Mehreinnahmen, die sich die FIFA in die Tasche gesteckt hat, alles machen können? Eine ganze Menge mehr als Stadien zu bauen, die, zum Beispiel, in Südafrika gerade dabei sind, zu verrotten, weil sie kein Mensch zu brauchen scheint. Schade, so soll das auch nicht sein. Nicht um den Preis, dass wir uns zufrieden die Bäuche reiben, unsere Jungs um den Titel kämpfen, während ein paar Meter weiter Kinder ums Überleben kämpfen. Geld fließt immer noch. Nein, hier ist es nicht geflossen, hier hat es gestoppt und ist in der Anzahl reduziert weiter geflossen. Nicht schön, aber sind wir ehrlich, wir werden bei der nächsten WM wieder vor dem Fernseher, fast schon unter dem Weihnachtsbaum sitzen, satt und zufrieden und unseren Jungs zuschauen. Geht’s noch? Fußball-WM in der Adventszeit? Und das Geld fließt immer noch.

Das sind leise Töne, ich weiß, ich lasse es jetzt einfach weiterfließen, denke nicht weiter darüber nach, weine ihm nicht nach. Wie kann man etwas nachweinen, das man nie besessen hatte? Stellt Euch vor die Liebe würde wie Geld fließen. Das wäre tragisch, wenn man sie nie hätte kennen lernen dürfen. Ja, doch, da gibt es etwas in meinem Leben, das ich gerne kennen gelernt hätte, was mir aber wie allen Müttern von Dravetkindern verwehrt geblieben war. Ich führe das nicht weiter aus, diese Mütter und auch die Väter werden wissen was ich meine. Auch wenn ich das nie hatte, ich habe Andreas so geliebt wie er gewesen war. Er war zum Glück mit all seiner Liebe da, die er für uns übrig hatte.

An dieser Stelle endet meine Gedankenreise über alles was fließen kann oder auch nicht. Ich kann und darf das auf meinem Blog schreiben, ihr könnt mit mir gehen oder weiter fließen. Laßt es Euch gut gehen!

 

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