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Guter, braver Weihnachtsmann …

Weihnachten naht und ein Weihnachtsmann treibt mit k.o.-Tropfen sein Unwesen. Natürlich ist sehr verwerflich, nein das ist mehr als verwerflich und ich kann mir gut vorstellen, dass der Typ aufpassen muss, dass man ihn nicht auf einem Weihnachtsmarkt erwischt und kräftig vermöbelt. Auf der andren Seite muss man aufpassen, dass man nicht den Falschen erwischt, der nix im Schilde führt. Aber das Beispiel mit dem Weihnachtsmann zeigt wir arglos, wie sorglos Mensch ist, wenn ein Mann in roter Kutte Glühwein verteilt. Haben wir nicht unsere Kinder gelehrt, dass man von fremden Männern nichts annehmen darf, von Fremden generell nicht?

Scheinbar nebelt die Weihnachtszeit ein, wirkt ein Mann in rotem Nikolauskostüm vertrauenserweckend. Auf der anderen Seite, die Zeitungen sind voll von den Fällen, die Radiosender berichten in ihren Nachrichten ständig davon und trotzdem kassiert der Typ täglich neue Opfer. Muss ich Mitleid haben? Ich weiß nicht, ich würde mal so sagen, das hält sich in Grenzen solange es den Opfern „nur“ übel wird. Ich verurteile das Vorgehen dieses Mannes natürlich und ich behaupte schlich und ergreifend, dass mir das nicht passieren würde.

Es wäre mir vielleicht auf einem unserer heimischen Weinfeste passiert, damals vor mehr als …? wie vielen Jahren noch mal? Ach egal es ist unendlich lange her, da wir die Weinfeste an der Weinstraße in der unglaublich schönen Pfalz unsicher gemacht haben, als die Schoppengläser gekreist sind. Das sind sie aber in unserem Kreis und Fremde wurde durchaus eingelassen, aber sie haben mitgetrunken. Da machte sich niemand Gedanken über AIDS, ansteckende Krankheiten und weiß der Geier was noch alles. Wir genossen einfach die Zeit, das Dasein und die Feste.

Und heute? Nun in Berlin geht mir das schon manchmal ab, die Gemütlichkeit dieser Weinfeste, obwohl  manche auch durch den enormen Tourismus ihren Reiz verloren haben, aber man kannte seine Schleichwege, wusste die Zelte und die Orte, wo man sich als Einheimische getroffen hat. Da gab es keine k.o.-Tropfen, das hat man durch den Wein selbst besorgt, mehr oder weniger. Wir sind am Abend mit der Rhein-Hardt-Bahn zum Wurstmarkt gefahren, am nächsten Tag zur Arbeit gegangen und am Abend wieder zum Wurstmarkt und sofern man keinen Urlaub hatte, wurde am nächsten Tag gearbeitet. Da gab es die „sogenannten“ Ruhetage, da waren nur die Einheimischen zu finden, bei den Schubkarren, denn dort hatte immer einer geöffnet. Tja, das waren noch Zeiten. Es wäre egal, ob wir noch in der Pfalz wohnen oder nicht, ein solch umfangreiches Weinfestprogramm würden wir nicht mehr hinbekommen.

Aber zurück zum Berliner Weihnachtsmann und seinen k.o.-Tropfen. Ich verstehe seine Motivation nicht dies zu tun, aber auch die Menschen nicht, die sich nach wie vor dem schrägen Vogel übertölpeln lassen. Was ist das, das die Menschen vertrauensselig werden lässt? Die Adventszeit, der Alkohol, der Umstand etwas geschenkt zu bekommen? Keine Ahnung, was die Menschen treibt anzunehmen wovon ihnen womöglich schlecht werden kann.

Ich hoffe, dass man den Typ kassiert, bin mir fast sicher, dass das auch passieren wird. Aber was passiert ihm dann? Körperverletzung in X Fällen? Je nach dem an welchen Richter er gerät wird er als freier Mann den Gerichtssaal wieder verlassen.

Muss man sagen, dass die Betroffenen einen Anteil an  „selbst Schuld“ haben, weil sie es wissen, weil es seit Tagen durch die Presse, das Fernsehen, den Rundfunk geht und wir alle gelernt haben von Fremden nichts anzunehmen.

In diesem Sinn viel Spaß auf dem Weihnachtsmarkt, nachher in der Mittagspause, heute Abend nach der Arbeit und denkt daran, was Euch Eure Mama beigebracht hat: Nichts von Fremden nehmen.

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