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Hart aber fair

Ich schaue selten Sendung an, die Talkshowcharakter haben. Warum nicht? Nun da bekommt man den ewig gleichen Brei serviert, sieht je nach Sender immer die gleichen Gesichter der B, C, D und höher Politprominenz. A-Politiker sparen sich das meist und kommen wenn überhaupt nur dann, wenn Wahlen anstehen. Vor allem nervt, wenn sie alle ein und dasselbe Thema haben nur mit anderer Fragestellung, aber der Erwartung eines bestimmten Ergebnisses. Muss man sich das antun?

Nein muss man nicht. Hier kann ich sagen, dass die meisten Talkereien so spät kommen, dass mich ins Bett verabschieden kann. Gestern Abend war das anders. Ich bin aus dem Krimi, Spielfilm, was immer es war im ZDF geflüchtet. Das hat mir nicht gefallen, war für die Weihnachtzeit nicht gut gewählt. Aus Dramaturgiegründen in dunkelgrau gedreht, trifft das nicht meine Stimmung, denn selbst wenn an anderer Stelle der Himmle schräg hängt, kann bei mir immer noch die Sonne scheinen. Ma sein, dass der Film super gut war, beste Bewertungen und Beurteilungen hatte, aber … Ich habe dann Tierfilmern zugeschaut, das entsprach mehr meiner mentalen, fröhlichen Situation und war dann ausgerechnet bei „Hart aber fair“ gelandet, einer Sendung, die ich absolut nicht mag, weil ich den Moderator viel zu arrogant finde. Gestern nicht, gestern ging das, was aber nicht bedeutet, das sich diese Sendung bewusst einschalten würde. Worum ging es?

Es ging darum das Tun und Handeln unserer Obermanager, Oberpolitiker zu beurteilen, ob man damit im Moment zufrieden sein kann und im Speziellen ging es um die Bewertung des Ergebnisses zur Rettung des Euros und dem Agieren der Kanzlerin. Zu meiner Überraschung war da niemand, der damit wirklich unzufrieden gewesen war, außer Jutta von Ditfurth. Erwartungsgemäß spulte sie ihre Standardsätze über Armut und Reichtum herunter, die übrigens jeder Linke in diesem Land in fast gleichem Wortlaut herunterspult, wenn er oder sie in einer Talkshow an der Reihe ist. Mensch Frau, wie bescheuert muss man sein, wenn man dies tut, wenn die Fragestellung eine ganz andere war und da könnt ihr Euch noch so drehen und winden, ohne das eine kann man das andere nicht anpacken. Ihr mögt ja vielleicht mit der einen oder anderen Analyse Recht haben, aber leider fehlt dann jeder realistische Lösungsansatz für das Problem und Leute Luftschlösser bauen kann jeder.

Eine weitere Dame schloss sich der Meinung der Männer nicht. Gertrud Höhler, frühere Beraterin Helmut Kohls. Sie mag wohl Recht haben mit dem, was sie sagt, aber wenn die rechte Abzweigung des Weges nicht klappt, weil da zum Beispiel England quer über den Gleisen liegt, dann muss man eben den anderen Weg nehmen, auch wenn es dann mal leichte Einschränkungen gibt. Ich habe das Gefühl, dass Europa in seiner Struktur früher oder später ähnlich der USA sein wird: Brüssel gibt den Rahmen vor, die Länder setzten das um und haben dabei an den einen oder anderen Stellen Freiheiten für eigenes Handeln. Nein, ich fand weder ihre Argumente gut, noch wie sie sich präsentiert hat.

Was mich fasziniert hat, war die Tatsache, dass Hans-Ulrich Jörges, aus der Chefredaktion des Stern, zugegeben hat, dass er zu den stärksten Kritikern der Kanzlerin gehört hat und nun ihre gute Leistung anerkennen muss. Chapeau, Hut ab, dies in der Öffentlichkeit zu tun, da gehört schon etwas dazu. Daniel Goeudevert, geboren in Frankreich, Philosoph, ehemaliger Manager, ein außerordentlich sympathischer Mensch, sehr ruhig, sehr objektiv, präsentierte Frankreichs durchweg positive Meinung über das Handeln unserer Kanzlerin.

Am Ende der Zeit stellte Pasberg die Frage wie die Anwesenden die Situation in drei Jahren sehen würden. Nun fast alle waren der Meinung, dass es den Euro noch gibt. Bei der Frage welche Koalition dann bestehen würde gab es Unterscheide, die von Schwarz/Grün bis Schwarz/Rot alles hatten. So gesehen ein optimistisches Bild.

In diese Sinn würde ich sagen genießt die Adventszeit, aber draußen ist gerade Mistwetter und Euch da auf den Weihnachtsmarkt zu schicken halte ich dann doch für gemein. Wohl die paar Tropfen, es gibt wasserabweisende Kleidung. Egal wie auch immer lasst es Euch gut gehen.

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