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Immer die Anderen

Kennen wir alle, nicht wahr? Es sind immer die Anderen, die … Das fängt im privaten Bereich an und zieht sich durch bis zu den Mächtigen dieser Welt. Warum nur? Weshalb wartet der Mensch immer darauf, dass er einen findet der ursächlich schuldhaft belegt werden kann und von dessen Dasein, Handeln und Denken man das eigene Wohl abhängig macht. Im Moment finde ich aber sind alle irgendwie durch den Wind.

Es war zu hören und es ist zu lesen. Es gab Wahlen in Rußland inklusive möglichem Wahlbetrug. Ich weiß nicht ob Betrug im Spiel war oder ist. Es besteht zumindest der Verdacht. Und das Volk geht deswegen auf die Straße, viele tausend sind in Moskau unterwegs. Putins Reaktion auf die ersten Zweifel an der Korrektheit der Auszählung: Propaganda der USA. Das haben wir ja schon lange nicht mehr gehört, oder? Das ist ebenso geistig eingeschränkt wie die Überlegung ob der Tsunami, der Anfang des Jahres in Japan eine atomare Katastrophe ausgelöst hat, durch Sprengung verursacht worden war. Sprengung durch Menschen wohlbemerkt. Putin ist zurück gefallen in eine Formulierung, die ihm sowieso niemand glaubt und mit der er sich herzlich lächerlich gemacht und nicht nur das, auch unglaubwürdig. Deswegen gehen diese Menschen mit gutem Grund auf die Straße. Putin Medjedew zu lange beherrschten sie das Land, taten nichts gegen Korruption und Ungerechtigkeit. Immer die anderen …

Der nächste Kandidat, der sich da in meinen Augen selbst am Lack des „Yes, we can!“ kratzt ist? Ja Barak Obama. Es war zu hören, überall in den USA, auch hier in Berlin, sein „Yes we can!“. Er konnte nicht, scheiterte mit allem, was er durchsetzen wollte in seinem eigenen Land. Und dann kam die Finanzkrise der jüngsten Zeit und nun sind es die Europäer, die es richten sollen? Kräftig unterstützt von amerikanischen Ratingagenturen bläst er in dieses Horn. ! Yes we can ist schon lange nicht mehr zu hören. Die Bürger Amerikas haben Angst um ihre Existenz, Angst um ihre Zukunft. Aus „Yes we can!“ ist ein „No, we can not!“ geworden, dem ein scharfer Blick nach Europa folgt. Europa müsse handeln, es reiche nicht, was bislang erreicht. Es ist kaum etwas zu hören, kein flüstern mehr. Woran scheitert der amerikanische Präsident? War es für ihn einfach zu früh, war er nur Bauernopfer in einer Krisenzeit, die sich längst schon angekündigt hat? Ich erinnere mich daran, dass mein Vater vor zwanzig Jahren schon gesagt hat, dass die USA  irgendwann mal die Quittung für das Leben auf Kreditkarte, das Leben mit der Plastikkarte, bekommen muss. Scheint – leider – Tatsache geworden zu sein. Kosten explodieren, Arbeitslosigkeit, Benzin, Lebenshaltung alles steigt in astronomische Höhen und es ist kein Ende dieser Spirale in Sicht. Die Europäer sollen nun agieren, verhindern, dass wir in eine arge Wirtschaftsflaute rauschen, damit wir den Karren der Amerikaner anziehen können.

Nicht anders der Weltklimagipfel, der am Wochenende in Durban mit einem Kompromiss zu Ende gegangen ist. Ein fauler Kompromiss, zu faul für unsere Erde. 2020 ein neues Kyoto-Papier. 2020, das ist in acht Jahren, acht Jahre in denen wieder nichts passieren wird. Wie bekloppt sind die alle denn? Was nutzt all der Profit, der gemacht wird, wenn es dafür nichts mehr gibt? Was nutzen all die nationalen Schutz- und Nutzrechte, das Ausdehnen des eigenen Marktes, das Streben nach Vormachtstellung, wenn dahinter nix mehr ist. Die begreifen das nicht, warten immer darauf, dass andere Länder zuerst beginnen, Umsetzung betreiben und weiß der Fuchs was nicht noch alles. Hallo… wir leben alle hier…Das geht nicht mehr auf die anderen zu warten.

Es sind immer die anderen, die für den Mißerfolg verantwortlich sind, es sind die anderen, die alles richten sollen, damit der Erfolg auf die eigene Fahne geschrieben werden kann oder die man braucht, um über die eigene Manipulation hinweg zu täuschen. Hat Putin es nötig Amerika falscher Propaganda zu beschuldigen? Obama, der Mann in den Amerika alle Hoffnung gesetzt hat mit „Yes we can!“ wartet darauf, dass Europa agiert, dabei ständige Attacken der Ratings abwehrend und dabei gleich mal den Entschluss fassend, dass Europa eine eigene Agentur dieser Art braucht. Wird auch Zeit! Aber hat er das nötig auf Europa zu zeigen? Ich schätze mal, dass es für ihn eine zweite Amtszeit nur dann geben wird, wenn ein Wunder geschieht. So wie unser Planet ein Wunder brauchen wird.

Es sind nie die anderen, Ausgangspunkt sind immer wir selbst und vielleicht sollten wir uns das abgewöhnen. Trotz all dem es ist Weihnachtszeit, Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit, Zeit der inneren Einkehr, Zeit der Wärme und Geborgenheit. Zeit der Weihnachtsmärkte und wer von einem Fremden auf dem Weihnachtsmarkt ein Getränke annimmt, hat wohl vergessen, was seine Eltern ihm beigebracht haben: man nimmt von Fremden nichts. Geht trotzdem auf den Weihnachtsmarkt, die Zeit ist bald um. Genießt das Draußen.

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