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Hertha und Wahlen

Gestern wurde gewählt, die Ergebnisse kennen wir alle, da muss ich gar nicht näher darauf eingehen. Aber zuerst das Erfreuliche: die Hertha darf die Relegation spielen, Hoffenheim unter dem Ex-Hertha-Trainer Babbel ist es nicht gelungen die Mannschaft in die Zweitliga zu stürzen. Na ja, so ein klein wenig wussten die Herthaner nicht was sie auf dem Fußballplatz machen sollten, wenn man sie die letzten Spiele angeschaut hat. Das Spiel vergangenen Samstag lässt aber hoffen. Jungs, vergesst am Donnerstag nicht: das Runde muss ins Eckige!

Zur Wahl, den Wahlen. Wen überrascht überhaupt noch ein Wahlergebnis? Ich glaube niemanden mehr wirklich, denn im Zeitalter der Umfragemanie steht das doch schon im Vorfeld fest, einzig der eine oder andere Prozentpunkt hinter dem Komma könnte noch überraschend wirken. Nun habe ich mir gestern Jauch in seinem Gasometer angeschaut. Na ja. Da sitzt ein Typ, der vertritt die Piratenpartei. Erinnert irgendwie an die Grünen, die ausgezogen waren um die politische Landschaft, den Ton, das Miteinander radikal zu verändern. Das wollen die Piraten wohl auch, nur sagen sie nicht welche Politik sie vertreten wollen.

Der gute Mann, der da saß, ziemlich intelligent sprach davon, dass der Ton untereinander besser werden muss, dass die Politiker nicht immer gleich aufeinander einhacken dürfen und so weiter und so heiter und bla, bla, bla. Bei Sachthemen hielt er die Klappe, gab sein Statement immer nur zu dem Umgangston ab. Wenn man genauer hinschaut, dann ist da nichts, nichts womit man ein Land regieren, ein Volk vor Schaden bewahren kann. Auch wenn Frau Künast nicht unbedingt mein Fall ist, aber in einem Punkt hatte sie Recht: es nervt, wenn die Piraten immer darauf pochen, dass sie alle ehrenamtlich arbeiten würden und die, die es nicht tun von Hartz IV leben würden. Hallo Hartz IV, unsere Steuergelder? Da muss dann aber etwas mehr kommen, als ein twitternder Typ in Jesulatschen, der über den Ton der Politiker untereinander philosophiert.

Sarkozy hat fertig in Frankreich. Zuerst das unpolitische Gerede: Ob Carla Bruni ihn nun verlässt? Böse Zungen behaupten, dass sie ihre Männer nach deren Machtposition aussuchen würde. Ah ja … Nun hat der Neue, der Francois Hollande seinen Wählern versprochen den Sparkurs zu verlassen. Na ja, wenn der nachher mal einen Blick in seine Schatzschatulle, die des französischen Volkes, wirft, dann wird er sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurückkommen: nix Geld, nix Investition, Geld aufnehmen, schlechtes Rating, schlechtes Rating hohe Zinsen. Ich frage mich ehrlich wie will der Mann das machen und wegen Merkel mache ich mir keine Gedanken, sie formt ihr berühmtes Händedreieck und hypnotisiert den Mann und gut ist. Sie braucht da nicht viel zu machen, er wird das schon selbst ziemlich schnell raffen, dass da nix Schatz in Schatulle ist. Dennoch mag es in Frankreich an der Zeit für einen Machtwechsel gewesen sein, dass zumindest das Volk neue Hoffnung schöpfen kann.

Die ganze Welt prognostiziert Frau Merkel schwere Zeiten. Ich weiß nicht, aber hatten wir all das in der Vergangenheit nicht mannigfaltig? Und was war am Ende? Alles war geblieben wie beschlossen. Das größte Problem für unsere europäischen Nachbarn scheint mir zu sein, dass es uns hier im Moment ganz gut geht, was während der letzten Jahre nicht immer so gewesen war. So ist es einfach mit der Angst der griechischen und französischen Bürger zu arbeiten, dass wir, die Deutschen, nun das europäische Zepter in der Hand halten. Das wolle man ja nun wirklich nicht haben. Warum eigentlich nicht? Ohne wertend zu fragen: was wäre an einem Staatenbund falsch, das ähnlich dem der USA ist? Alle unter einem Hut und doch in vielen Bereichen jeder für sich? Einerseits rufen wir ganz laut nach Globalisierung, jetten per Facebook, Pinterest und Twitter um die Welt, aber wenn es darum geht an einem gemeinsamen Strang zu ziehen, dann geht da plötzlich nichts mehr. Um Frau Merkel müssen wir uns keine Gedanken machen, eher die Franzosen um ihren Hollande, wenn er das erste Mal, dem magischen Dreieck live begegnet ist.

Auch in Griechenland wurde gewählt, auch dort wurden die regierenden Parteien abgewachtscht, aber so wie ich das sehe ohne große Auswirkung für den Moment. Irgendwie habe ich den Eindruck laufen wir alle ein wenig im Kreis: Jeder weiß, dass Geld nicht unendlich vorhanden ist, aber jeder verlangt von seiner Regierung das Unmögliche. Wir sind da nicht anders. Ich bin ziemlich weit weg von da, muss mich auf das verlassen, was die Berichterstattung hergibt. Das war nicht immer positiv, weder für die Bevölkerung noch für den Staat und irgendwie muss man das ändern. Vor allem muss man es ändern wollen. Wir alle möchten, dass es diesem Land gut geht.

Wahlen eine ganz witzige Angelegenheit, vor allem was die Nachbereitung angeht: jeder hat gewonnen. Da wird eine Regierung abgewählt, ist aber dennoch stärkste Kraft, aber dennoch ruft jeder Gegner danach, dass nun die Bildung der Regierung in der Hand des Zweitplatzierten läge. Hallo? Was los? Wenn es in keinem Lager zu einer Mehrheit kommt mit der man ordentlich regieren kann, dann bleibt allenfalls die große Koalition. Ich meine aber es ist kein Weg, auch nur im Ansatz darüber nachzudenken sich der Stimmen der Piraten u bedienen, die auch keinen Koalitionsvertrag eingehen wollen, mit der Hoffnung, dass man die Damen und Herrn Piraten schon an der kurzen Leine halten kann. Das wird ganz sicher schief gehen.

Wir werden das alles abwarten, nächste Woche noch eine Wahl und dann war es das erst mal, oder? Egal wie auch immer: Lasst es Euch gut gehen.

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