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Ich wollte nur etwas gutes tun

Wie das manchmal so ist im Leben, irgendwann passiert es, dass man etwas doppelt hat. Die Umstände, die dazu führen oder geführt haben spielen keine Rolle. So ist es mir aber nun passiert: ich habe zwei Eintrittskarten für das Olympiastadion übrig. Gute Karten. Nun wollte ich über einen sehr bekannten Radiosender hier in Berlin, diese an Menschen verschenken lassen, die wie ich selbst andere Menschen pflegen oder betreuen, oder an Menschen, die krank sind, zum Beispiel an einen krebskranken jugendlichen Menschen, der um diese Uhrzeit noch über die Kondition verfügt so lange im Stadion zu sein.

Ich schrieb also den Sender an, das war erst gestern. Nur ein Schelm, der Böses dabei denkt. Ich wollte diese Karten anonym verschenken, damit niemand auf die Idee kommen könnte, ich wolle damit Werbung für meine Bücher machen. Der Sender also rührte sich nicht. Keine Antwort, keine Reaktion, kein guter Umgangston. Also rief ich selbst dort an. Dass meine Mail gelesen worden war, wurde mir freundlichst bestätigt. Bitte? Nun wird das leider öffentlich werden, was ich nicht öffentlich haben wollte.

Es kam ein paar Mal „Moment bitte!“, ein wenig Hin und Her auf meine Einwände und dann die Antwort man dürfe das aus juristischen Gründen nicht tun. Bitte? Was? Ein Sender darf nicht etwas verschenken, das er quasi selbst geschenkt bekommen hätte? Ich spreche hier nicht von einem Lullisender, sondern vom meines Wissens nach zweitgrößten hier in Berlin. Wie kann man vom kleinen Menschen erwarten, dass er nach einem solchen Erlebnis jemals wieder irgendetwas tut, vom der er überzeugt ist, dass es gut ist.

Ich kann das nicht nachvollziehen, die Aussage, dass „aus juristischen Gründen das nicht möglich ist“, ist eine reine Ausrede, da man seitens des Senders selbst genügend Karten zu vergeben hatte, das war vor der juristischen Aussage. Ich überlege nun, ob ich die Karten meinem Bäcker und seiner Frau geben soll, nur säßen die beiden nicht direkt neben uns und ob in unserer Nähe keine Ahnung, aber definitiv im deutschen Block, ob das klug ist?

Es ist  nicht so, dass ich in Reichtum schwimme, aber meine Idee war einfach die, dass ich mein eigenes Glück Karten bekommen zu haben und dann noch zwei zu viel, nicht in Geld ummünzen wollte, sondern teilen wollte. Ist das so schlimm?

Ein Radiosender kann also hierzulande keine zwei Karten an Menschen verschenken, die ein besonderes Schicksal tragen, oder ist es etwa so, dass wenn man eine Last zu tragen hat, kein Recht auf Stunden des Vergessen, der Entspannung, der Fröhlichkeit hat? Zumal er diese von einem Menschen bekommen hätte, der darum weiß wie wichtig es ist mal für ein paar Stunden vergessen zu können.

Ich also habe zwei Eintrittskarten für das Spiel heute Abend an Menschen zu vergeben, denen diese Zeit der Ablenkung gut tun würde. Ohne Unterstützung kann ich sie hier in Berlin alleine nicht finden. Was soll ich damit machen?

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2 Kommentare zu „Ich wollte nur etwas gutes tun“

  • Liebe Gitta,
    tatsächlich ist das juristisch nicht ganz so einfach, die Erfahrung muss ich selbst mit ava auch immer wieder machen 🙁
    Warum twitterst du das nicht? Da finden wir bestimmt jemanden!!
    Lieben Gruß,
    Dorothea

  • Gitta says:

    Liebe Dorothea,
    leider sind in unserem Land die einfachen Dinge nie juristisch einfach, dennoch wäre das ohne Probleme gegangen.
    Ich werde es nachher noch mal twittern, dass ich zwei Karten übrige habe.

    Herzlich
    Gitta

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